Pflegeeinrichtung in Hage  Stationäre Pflege in Helenenstift wird geschlossen

| | 16.09.2024 16:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das kreiseigene Helenenstift in Hage.Foto: Rebecca Kresse
Das kreiseigene Helenenstift in Hage.Foto: Rebecca Kresse
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Nachdem vor einigen Monaten Brandschutzmängel bekannt wurden, müssen alle Bewohner nun ins Klinikgebäude in Norden umziehen. Laut Geschäftsführung, Kreisverwaltung und Politik gibt es nur Vorteile.

Hage/Norden - Dauerhaft eingestellt wird der Betrieb der stationären Pflege im Helenenstift in Hage. Das Angebot der Bereiche des Hauptgebäudes wird stattdessen dauerhaft in die nicht mehr genutzten Räumlichkeiten der Norder Ubbo-Emmius Klinik (UEK) verlegt, teilte die Auricher Kreisverwaltung am Montag mit. Die Bewohner müssen umziehen.

Darüber sei der nicht-öffentliche Beirat der kreiseigenen Pflege- und Betreuungszentren (PBZ) GmbH im Rahmen einer Klausurtagung übereingekommen, heißt es. Die Freie Wähler-Fraktion im Kreistag hatte im Vorfeld einen Antrag an die Kreisverwaltung gestellt, diesen Schritt zu prüfen. „Wir freuen uns, dass die Inhalte unseres Antrags bei den anderen Fraktionen Zuspruch fanden und sich schließlich im Ergebnis der Klausurtagung widerspiegelten“, wird Fraktionsvorsitzende Hilde Ubben (Aurich) in der Pressemitteilung zitiert.

Mitte Juli hatte der Landkreis bekanntgegeben, dass Brandschutzmängel im Helenenstift behoben werden müssten und daher eine große Zahl der mehr als 100 Bewohner übergangsweise in die UEK Norden umziehen müssten.

Weitere Bewohner werden in nächsten Wochen verlegt

Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner des Helenenstifts seien inzwischen auf Station 3 der Klinik umgezogen. Weitere Bewohner sollen zwischen Ende September und Mitte Oktober auf die Stationen 12 und 14 im zweiten Obergeschoss der Klinik verlegt werden.

„Der dauerhafte Umzug bietet zusätzliche Chancen für die Pflege- und Betreuungsstrukturen der Region. Die neuen Unterbringungsmöglichkeiten stoßen bereits auf positive Resonanz – sowohl seitens der Mitarbeitenden, als auch der Bewohnenden und deren Umfeld“, wird PBZ-Geschäftsführerin Tanja Frerichs zitiert.

Die Dienst- und Aufenthaltsräume für das Personal seien großzügiger, die Logistik einfacher und übersichtlicher, die Arbeit mit Hilfsmitteln werde erleichtert. Das Personal des Helenenstifts sei in der Klinik herzlich aufgenommen worden. Auch für die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich laut Mitteilung durch die neuen Räumlichkeiten „deutliche Verbesserungen“ ergeben. „Sie profitieren von größeren, helleren Zimmern, teilweise mit direktem Zugang nach draußen und zum Garten. Die Nähe zum vielfältigen medizinischen Angebot des Regionalen Gesundheitszentrums, zum Rettungsdienst und zum Johann-Christian-Reil-Haus sorgt für Synergieeffekte, die den Pflegealltag deutlich erleichtern“, heißt es in der Mitteilung des Landkreises.

Bessere Betreuung und mehr medizinische Versorgung

Der Vorsitzende des PBZ-Beirates, Kuno Behrends (SPD, Großheide) hebt die Vorteile der neuen Lösung hervor: „Die Verlegung in die Räume der Ubbo-Emmius-Klinik schafft für die Bewohner ein verbessertes Wohn- und Betreuungsumfeld und eröffnet zusätzliche medizinische Versorgungsmöglichkeiten direkt vor Ort.“

Die Rückmeldungen der Bewohnern und ihrer Angehörigen zum Umzug fallen laut Pressemitteilung der Kreisverwaltung positiv aus. „Die neue Umgebung wird als ruhig und angenehm empfunden und die Organisation des Umzugs sowie die Gestaltung der neuen Räumlichkeiten werden gelobt“, heißt es.

„Der Umzug verbessert die derzeitige Betreuungssituation für die Bewohnerinnen und Bewohner und fördert gleichzeitig eine engere Zusammenarbeit zwischen den Pflege- und Gesundheitsdienstleistern vor Ort“, wird Angelika Albers (Grüne, Rechtsupweg) zitiert.

Durch den Umzug in die Klinikräume stünden den Bewohnern durch die Nähe zum RGZ zahlreiche neue Angebote zur Verfügung, darunter Diagnostik, Dialyse, spezialisierte Fachärzte und eine Notaufnahme. Die Zusammenarbeit mit dem Johann-Christian-Reil-Haus werde ebenfalls intensiviert. So werde Fachwissen gebündelt und flexible Personaleinsätze sorgten für eine bessere Betreuung. Angebote wie das Café des Reil-Hauses, der Kneipp-Garten und die Küche könnten mitgenutzt werden. Gemeinsame Freizeitaktivitäten förderten die Integration der Bewohner in die PBZ-Pflegegemeinschaft, heißt es.

CDU-Fraktionschef sieht große Chancen durch Nachnutzung

Über die mögliche Nachnutzung der Räume des Helenenstifts soll im PBZ-Beirat unter Einbeziehung der Samtgemeinde Hage nach den Herbstferien beraten. Sven Behrens (CDU, Berumbur) begrüßt die geplante Neuverwendung: „Die Umnutzung des Helenenstifts in Hage bietet eine einmalige Chance, dringend benötigte soziale Angebote für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu schaffen und die soziale Infrastruktur in der Region zu stärken.“

Die Mitarbeitenden, der Heimbeirat sowie der Betriebsrat des PBZ wurden am Montag über die geplante dauerhafte Verlegung der stationären Pflege in die UEK Norden informiert.

Zur Erinnerung: im Frühjahr war bereits das gastronomische Angebot „Heimathafen“ der PBZ GmbH in Hage geschlossen worden, weil es stark defizitär war. Im Jahr 2023 machte die PBZ GmbH mehr als eine halbe Million Euro Verlust.

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