Hickhack in Auricher Ratspolitik  Entscheidung über Kita-Grundstück vertagt

| | 19.08.2024 18:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf diesem Grundstück an der Ecke Raher/Oldersumer Straße soll eine neue Kita gebaut werden. Foto: Heino Hermanns
Auf diesem Grundstück an der Ecke Raher/Oldersumer Straße soll eine neue Kita gebaut werden. Foto: Heino Hermanns
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Eigentlich sollte es am Montag eine Sondersitzung zu dem Thema geben. Doch daraus wurde nichts. Offenbar gibt es noch weiteren Redebedarf.

Aurich - Kurzfristig war die Sondersitzung des Sozialausschusses für Montagnachmittag anberaumt worden. Einziges Thema sollte der geplante Kauf eines Grundstücks an der Ecke Oldersumer/Raher Straße sein, auf dem eine neue Kita gebaut werden soll. Doch genauso kurzfristig wurde die Sitzung am Montagmorgen wieder abgesagt. Denn hinter den Kulissen rumorte es offenbar kräftig.

Über das Wochenende habe sich ergeben, dass die Ratsfraktionen noch weiteren Beratungsbedarf hätten, sagte Stadtsprecher Johann Stromann auf Anfrage. Die Fraktionen sollen nun noch einmal eine ausführliche Darstellung und Einordnung der Lage erhalten. Auch rechtliche und städtebauliche Gegebenheiten sollten dann dargestellt werden, betonte Stromann. Möglicherweise sei dann ein Beschluss im Stadtrat am Donnerstag, 26. September (17 Uhr, Ratssaal), machbar, so der Sprecher. Ein Beschluss in der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 29. August, sei wegen der Vertagung nun nicht mehr möglich. Stromann betonte die Vorteile des von der Verwaltung vorgeschlagenen Grundstücks an der Ecke Oldersumer/Raher Straße. Dieses sei sofort bebaubar, es gebe einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan und keine Wartezeit, so der Stadtsprecher.

Ausschuss-Vorsitzende: „Mit solcher Wendung nicht gerechnet“

Die Vorsitzende des Sozialausschuss, Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD), zugleich Vorsitzende der Ratsgruppe SPD/GAP, sagte, es habe sich noch „interner Klärungsbedarf“ ergeben. „Es sind noch unterschiedliche Sachen aufgeploppt. Mit einer solchen Wendung hatte ich auch nicht gerechnet“, sagte Hartmann-Seibt. Ihre Gruppe stehe aber weiter hinter dem Vorschlag der Verwaltung. Am Standort Raher Straße könne man sofort anfangen, zudem sei er günstiger als andere Alternativen.

Vor allem von den Fraktionen der CDU und der AWG hatte es noch Kritik gegeben am Vorschlag der Stadtverwaltung. Demnach sollte die Stadt einen abrissreifen Hof an der Ecke Oldersumer/Raher Straße kaufen, um dort eine neue Kita zu bauen. Das 6200 Quadratmeter große Grundstücke soll 215.000 Euro kosten.

Für ein anderes Grundstück „Im Timp“, ebenfalls noch mit einem Hof bebaut, sollte die Stadt 1,2 Millionen Euro zahlen. Ein erstes angebotenes Grundstück wiederum war durch einen Graben geteilt, dort hätten Kita und zugehöriger Spielplatz mit einer Brücke verbunden werden müssen. Vor wenigen Tagen kam dann vonseiten der CDU ein weiteres mögliches Grundstück im Bereich Rahester Postweg in die Diskussion.

CDU will Standorte vergleichen

AWG und CDU hatten außerdem kritisiert, dass die Verkehrssituation für Kinder an der Raher Straße gefährlich sei, auch sei das Grundstück relativ weit weg vom großen Neubaugebiet „Im Timp“, hieß es.

„Unser Wunsch ist, die Standorte noch einmal miteinander zu vergleichen“, sagte CDU-Fraktionschef Arnold Gossel auf Anfrage. Die Sondersitzung des Sozialausschusses sei viel zu kurzfristig angesetzt gewesen.

Und auch AWG-Fraktionsvorsitzender Richard Rokicki bekräftigte: „Es war vernünftig, die Sitzung abzusagen. Das ist besser, als es übers Knie zu brechen.“ Man solle nun mit Verstand alle Möglichkeiten analysieren - und auch einen möglichen Standort im Bereich Rahester Postweg prüfen, so Rokicki. Diesen einen Monat mehr bis zur Entscheidung könne man sich noch erlauben.

Grünen-Fraktionschefin spricht von „Armutszeugnis“

Grünen-Fraktionsvorsitzende Gila Altmann sieht bei dem Thema „eine Geschichte von Fehlplanungen“ im Zuge des großen Neubaugebietes „Im Timp“. Zwar sei das Grundstück Ecke Oldersumer/Raher Straße „suboptimal“. „Es ist von den schlechten Alternativen die Beste“, so Altmann. Überrascht sei sie, das noch kurzfristig aus Reihen der CDU neue Vorschläge gekommen sein. Sie erwarte eigentlich von der CDU ein „geordnetes Vorgehen“. Insgesamt sei die ganze Planung des Themas „ein ziemliches Armutszeugnis“, so das (Zwischen-) Fazit von Altmann.

Die Ortsbürgermeisterin von Extum/Haxtum/Kirchdorf/Rahe, Antje Harms (SPD), dagegen betonte, dass die Zeit dränge. Die derzeitige Containerlösung der Kita Extum koste auch Geld. „Es ist wichtig, dass wir schnell weiterkommen. Die Kinder brauchen die Plätze jetzt“, so Harms. Ein Rad- und Fußweg über die Verbindung Haasnüst ins Neubaugebiet sei möglich.

Thema nun im Ortsrat

In die nächste Runde geht das Thema nun am Donnerstag, 22. August. Dann steht der Grundstückskauf auf der Tagesordnung des Ortsrates Extum/Haxtum/Kirchdorf/Rahe. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im Boßelheim Kirchdorf (Kirchdorfer Straße 143).

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