Bundestagswahl 2025  Fachtierarzt aus Großheide erneut für Bundestag nominiert

| | 16.08.2024 10:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dr. Joachim Kleen bei seiner Bewerbungsrede im Emder „Faldernpoort“. Foto: Aiko Recke
Dr. Joachim Kleen bei seiner Bewerbungsrede im Emder „Faldernpoort“. Foto: Aiko Recke
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Mit knapp 83 Prozent der 48 Delegiertenstimmen der CDU-Kreisverbände Aurich und Emden wurde Dr. Joachim Kleen erneut zum Kandidaten gewählt. In seiner Bewerbungsrede erinnerte er an Konrad Adenauer.

Emden/Aurich - Auf seinem Nachttisch, berichtete Dr. Joachim Kleen, liege derzeit die Autobiografie von Altkanzler Konrad Adenauer. Darin finde sich die Erkenntnis, dass die CDU „die gute Partei für schlechte Zeiten“ und die SPD „die schlechte Partei für gute Zeiten“ sei. Während die Sozialdemokraten sich vor allem um Umverteilung der Geldmittel kümmerten, sorgten die Christdemokraten dafür, dass diese Mittel überhaupt erwirtschaftet werden, sagte der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Aurich.

Diese Erkenntnis stellte der 50-jährige Fachtierarzt für Rinder aus Großheide an den Beginn seiner Bewerbungsrede bei der Delegiertenversammlung der CDU-Kreisverbände Aurich und Emden. Im Emder „Faldernpoort“ wählten sie ihn am Donnerstagabend mit 38 Ja- zu acht Nein-Stimmen (bei einer Enthaltung und einer ungültigen Stimme) mit knapp 83 Prozent zu ihrem Direktkandidaten für die kommende Bundestagswahl im Herbst 2025. Bereits vor einigen Wochen hatten die beiden Kreisvorstände Aurich und Emden Kleen, der bereits bei der Bundestagswahl 2021 angetreten war, erneut vorgeschlagen. Einen Gegenkandidaten hatte der 50-jährige Vater dreier Kinder nicht.

„Erbschafts- und Vermögenssteuer sind Gift für Leistungsträger“

Kleen sagte in seiner knapp 20-minütigen Bewerbungsrede, angesichts der Probleme der Berliner Ampel-Koalition etwa mit Themen wie Bürgergeld, Heizungsgesetz und dem Haushalt: „Es ist dringend Zeit, dass die Union wieder die Regierung führt.“ Doch anstatt viel zu klagen, sollten die Menschen lieber schauen, was Ostfriesland stark mache. Er sei im vergangenen Wahlkampf viel unterwegs gewesen, habe hiesige Unternehmen kennengelernt, die in ihrem Bereich zur Weltspitze gehörten. Viele davon seien familiengeführt. „Die brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit. Diskussionen über Erbschafts- und Vermögenssteuer sind daher Gift für diese Leistungsträger“, betonte Kleen.

Auch die Auricher CDU-Ratsherren (von rechts) Arnold Gossel und Artur Mannott sowie der Norder Ex-CDU-Kreisvorsitzende Hermann Reinders gaben ihre Stimmzettel ab. Foto: Aiko Recke
Auch die Auricher CDU-Ratsherren (von rechts) Arnold Gossel und Artur Mannott sowie der Norder Ex-CDU-Kreisvorsitzende Hermann Reinders gaben ihre Stimmzettel ab. Foto: Aiko Recke

Ganz grundsätzlich sei Freiheit die Grundlage dafür, dass das Land funktioniere. Auch sei der Zusammenhalt in Ostfriesland noch groß, bürgerschaftliches Engagement sei tägliche Realität. Zudem brauchten die Menschen „Sicherheit nach innen und nach außen“.

Listenaufstellung folgt später

Neben dieser eher allgemeinen Aussagen äußerte sich Kleen zu konkreten politischen Vorhaben, etwa in Ostfriesland, zu Themen wie Energiewende, Migration, Ukraine-Krieg oder der AfD, zumindest in seiner Rede noch nicht. Auch nicht zu seinem Kontrahenten, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium und früheren Krummhörner Bürgermeister Johann Saathoff (Pewsum), der ebenfalls wieder für den Bundestag kandidieren will. In der Vergangenheit hatte Kleen Saathoff immer mal wieder deutlich kritisiert. Bei der Bundestagswahl im September 2021 erhielt Kleen rund 18 Prozent der Direktstimmen, Saathoff schaffte mit 53 Prozent das beste Direktstimmenergebnis aller Kandidaten in Deutschland.

Falls Kleen nicht direkt in den Bundestag gewählt würden, könnte er das theoretisch über die Landesliste der CDU schaffen - so wie 2013 der spätere Norder Bürgermeister Heiko Schmelzle. 2021 stand Kleen auf Platz 27 der Landesliste, die Leeraner Abgeordnete Gitta Connemann auf Platz 3 und die Wittmunder Kandidatin Anne Janssen auf Platz 6. Die Listenaufstellung, bei der diverse parteiinterne Faktoren eine Rolle spielen, folgt aber erst in einigen Monaten.

Emder CDU-Kreischef will um enttäuschte SPD-Wähler werben

Der junge Emder CDU-Kreisvorsitzende Wilke Held war es am Ende im „Faldernpoort“, der noch einmal etwas konkreter auf die aktuelle Lage hinwies. Bei der Europawahl im Juni habe sich ganz deutlich gezeigt, dass die SPD auch in Ostfriesland ihre letzten Hochburgen verloren hatte. Tatsächlich lag die CDU im Landkreis Aurich mit rund 27 Prozent vor der SPD mit knapp 25 Prozent. Die AfD kam auf 17 Prozent. Und so betonte Held denn auch: „Es ist wichtig, dass die Menschen, die von der SPD enttäuscht sind, nicht den Populisten in die Arme laufen.“

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