Großprojekt in Gemeinde Ihlow  Erste Testläufe im erneuerten Windpark Ihlow

| | 19.07.2024 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Windpark am Grootlandsweg. Foto: Aiko Recke
Der Windpark am Grootlandsweg. Foto: Aiko Recke
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Rund ein Jahr lang dauerten die Bauarbeiten, nun stehen die 14 neuen großen Enercon-Anlagen bei der Autobahn bei Riepe und Ochtelbur. Doch es stehen noch einige Arbeiten an.

Ihlow - Wer dieser Tage auf der Autobahn 31 bei Riepe unterwegs hat es vielleicht bemerkt: Einige der 14 neu errichteten großen Anlagen im Windpark Ihlow drehen sich bereits hin und wieder. Geschäftsführer Kai Jürgens bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung: „Die Windenergieanlagen sind fertig errichtet und werden nun im Inneren für die Inbetriebnahmen vorbereitet. Dabei werden auch Testläufe durchgeführt, so dass es sein kann, dass sich die ein oder andere Windenergieanlage mal dreht.“

Im sogenannten Leistungsbetrieb befindet sich aber derzeit noch keine Anlage. Ende Juli sollte das dann aber bei den ersten Anlagen der Fall sein. Außerdem werden derzeit nach Angaben von Jürgens zwei weitere Leitungsanbindungen gebaut. Insgesamt führen demnach fünf Leitungssystem vom Windpark zum Netzverknüpfungspunkt am Umspannwerk in Ihlow. Die Bestandsleitungen werden weiter genutzt. Doch es werden zwei zusätzliche Systeme verlegt, so Jürgens. Allerdings: „Die Arbeiten sind aufgrund der großen Wassermengen schwieriger und benötigen daher mehr Zeit als geplant.“ Parallel schreitet laut Windpark-Geschäftsführer Jürgens der Rückbau der 26 Altanlagen voran. „Nach einer kurzen Sommerpause für die Arbeiter vor Ort rücken in den kommenden zwei Wochen zwei Großkräne an, die die verbliebenen Altanlagen demontieren“, berichtet Jürgens.

Weitere Sprengungen demnächst möglich

Einige der Altanlagen wurden auch gesprengt. Weitere Sprengungen seien derzeit noch nicht terminiert, könnten aber Mitte/Ende August starten, so Windpark-Geschäftsführer Jürgens. Im Frühjahr 2024 wurde die Blitz-Niederung zwischen Riepe, Simonswolde und Ochtelbur zu einer der größten Baustellen Ostfrieslands. An mehreren Stellen standen und lagen ersten Turmteile und Rotorblätter für die neuen Windräder bereit. Zahlreiche Baufahrzeuge waren unterwegs. Straßenecken wurden teils verbreitert für die Transporte.

Im August 2023 hatten die Arbeiten an den ersten neuen Fundamenten im Windpark begonnen. Im März 2024 wurden dann die ersten Turmteile auf den Fundamenten montiert. Im April wurde dann mit der Installation der Rotorblätter begonnen, die im Februar zur Baustelle geliefert worden waren.

26 kleinere durch 14 größere Anlagen ersetzt

Im Windpark Ihlow werden insgesamt 26 ältere E-66-Anlagen von Enercon durch 14 neue, größere E-138-Anlagen mit 4,2 Megawatt Nennleistung ersetzt. Die neuen Anlagen haben einen Rotordurchmesser von 138 Metern und eine Nabenhöhe von 131 Metern, sind also bis zur Blattspitze knapp 200 Meter hoch.

Es handelt sich um eines der bisher größten Repowering-Vorhaben in Ostfriesland. Die Investitionssumme liegt im hohen zweistelligen Millionenbereich. Benjamin Seifert, Zentralleiter der Region Zentral- und Nordeuropa bei Enercon, hatte bei der Vertragsunterzeichnung Ende 2022 gesagt: „Die Erneuerung des Windparks Ihlow hat für uns Leuchtturm-Charakter. Die konsequente Nutzung des Repowering-Potenzials in unserem Land kann als Turbo für den Onshore-Ausbau wirken. Dass wir ein solches Vorzeigeprojekt in unserer Heimatregion mit einem Kunden der ersten Stunde umsetzen können, freut uns umso mehr.“

Die Altanlagen gehen zum Teil ins Recycling. Zum Beispiel werden Rotorblätter laut Kai Jürgens über ein spanisches Unternehmen in transportfähige Größen geschnitten und dann in Portugal weiter verarbeitet, etwa zu Sitzmöbeln, Wartehäuschen oder Blumenkübeln.

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