TuS Middels im Fokus Fußballbezirksligist Middels will höher hinaus
Wie TuS-Trainer Tobias Ryl die Gelb-Schwarzen nach oben bringen will und welche Philosophie er vertritt. Auf Middels wartet ein schweres Startprogramm.
Middels - Sein Statement: „Ich bin kein Brüllhannes“, sagt der Middelser Bezirksligatrainer Tobias Ryl (38 Jahre) über seine Art, wie er mit seinen Spielern eben nicht spricht und fügt hinzu: „Dabei könnten einige das glauben, weil ich Berufssoldat bin“, so der Coach im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten.
Tapetenwechsel für Ex-Auricher
Es fand vor einem Testspiel der Gelb-Schwarzen gegen Kreisligist FSV Jever statt. Middels präsentierte seine Zugänge für die neue Saison. Sechs Namen standen auf dem Zettel, zwei davon dürften auch im Kreis Aurich bekannt sein. Marco Mouzong (34 Jahre), Kapitän der SpVg Aurich in der Vorsaison, trägt zukünftig Gelb-Schwarz statt Rot-Weiß. Er wolle nach vier Jahren in Aurich einen Tapetenwechsel und noch einmal etwas Neues ausprobieren, so Mouzong.
Zu den jüngsten Neuzugängen zählt Kedin Muwenge (18 Jahre), der zuvor beim SV Wallinghausen spielte. Noch jünger als Muwenge ist Lukas Michael (17 Jahre), ein Abwehrspieler von Frisia Wilhelmshaven. Dazu gesellen sich noch der amerikanische Angreifer Christopher Agbodoh (24 Jahre), sowie die Mittelfeldspieler Christian Miranda Cordeiro (21 Jahre) und Yannick Reinema (26 Jahre). Trainer Ryl ist zufrieden, wenn er auf die Liste seiner Spieler schaut. Er meint: „Wir haben unseren Kader breiter gemacht. In der Mannschaft gibt es Führungsspieler wie Manuel Menzel, Glen Sokoli oder Siegfried John, die vorausgehen in einer Mannschaft, die sich reinhängen wird.“
Lehrgeld bezahlt
Nach Platz acht in seiner ersten Saison als TuS Coach, will er sein Team in der neuen Saison ins obere Drittel führen. Platz fünf und besser. Ryl weiß, dass mehr in der Mannschaft steckt, als sie in der vergangenen Saison abgeliefert hat. Dabei startete der TuS mit vier Punktspielsiegen in die Saison 2023/24. Sollten die Gelb-Schwarzen das Zeug für höhere Ansprüche haben? Die Antwort lieferte Middels anschließend mit einer Niederlagenserie. Siebenmal in Folge ging der TuS als Verlierer vom Platz. Der Höhenflug war beendet. Die Gelb-Schwarzen rauften sich aber zusammen und qualifizierten sich noch mit Rang acht für den geldträchtigen Ostfriesland-Cup.
Ryl befand in der Rückschau: „Wir haben viel Lehrgeld bezahlt. Oft haben wir uns nicht belohnt, weil uns die Konstanz fehlte oder wir uns durch Hinausstellungen unnötig geschwächt haben.“ Und so fordert Ryl für die neue Saison mehr Stabilität ein und hofft, dass sein Team Spiele auch mal früh für sich entscheidet, ohne bis zum Schluss zittern zu müssen. Wohin die Reise gehen wird, das zeigt sich wohl erst nach acht, neun Spielen, glaubt der Trainer.
In der Verfolgergruppe unterwegs
Zum Saisonauftakt empfängt Middels die SpVg Aurich, danach gastiert Middels beim SV Großefehn, ehe die Gelb-Schwarzen am dritten Spieltag beim TV Bunde aufspielen. Ein schweres Auftaktprogramm. Ryl ist zuversichtlich, wenn er sagt: „Wir werden in der Verfolgergruppe dabei sein“, und schiebt die Favoritenrolle im Kampf um die Meisterschaft Landesligaabsteiger TuS Esens zu. Ebenso schätzt er den SV Großefehn stark ein.
Ryl kommt in Middels ohne Kotrainer aus. Er ist einer, der die Dinge selber in die Hand nimmt und seinen Plan durchzieht. Ihm zur Seite steht aber Sven Böhling (24 Jahre). Der Betreuer ist nach Ansicht des Trainers „der Kummerkasten für die Mannschaft“, wenn Socken nicht passen, Trikots unordentlich aufgehängt und Getränke vermisst werden.
Böhling kümmert sich, ist die gute Seele im Team. Er hat in den vorangegangenen fünf Jahren schon einige Trainer auf dem Gelände am Barger Weg kommen und gehen gesehen. Dazu zählten Jerzey Klukowski, Uwe Langheim, Sven Glöckner und Bruno Mönck. Seit einem Jahr arbeitet Böhling mit Ryl zusammen und findet: „Unser Trainer erreicht die Mannschaft und hat ein gutes Teamgefühl geschaffen. Einer, der überzeugen kann.“ Ryl versteht sich als ein Trainer, der seine Spieler nicht anschreit und zusammenfaltet, wenn sie Dinge tun, die ihm missfallen. Er bekennt: „Meine Aufgabe ist es, die Spieler besser zu machen und dafür zu sorgen, dass sie es auf den Platz bringen.“