Nach Frust der Vorsaison  Neue Ära beim Bezirksligisten SV Großefehn

| | 14.07.2024 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Neue Gesichter beim SVG Großefehn. Trainer Bi Le Tran (von rechts) präsentierte sich mit den Zugängen Daniel Karan, Mahmoud Tamoyan, Maik Schmidt, Nils Ole Zimmermann, Klaas Bikker sowie Physio Timmy Nguyen. Fotos: Wilfried Gronewold
Neue Gesichter beim SVG Großefehn. Trainer Bi Le Tran (von rechts) präsentierte sich mit den Zugängen Daniel Karan, Mahmoud Tamoyan, Maik Schmidt, Nils Ole Zimmermann, Klaas Bikker sowie Physio Timmy Nguyen. Fotos: Wilfried Gronewold
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Wie die Fehntjer nach dem Frust der Vorsaison mit einer verjüngten Mannschaft auf dem Kunstrasenplatz durchstarten wollen. SVG sieht sich in der Verfolgergruppe.

Großefehn - Links oder rechts abbiegen, lautet die Frage für die Spieler des SV Großefehn, wenn sie zukünftig die Umkleidekabine verlassen und zum Spielfeld laufen. Entweder zum Mühlenstadion (Linksabbieger) oder neuen Kunstrasenplatz (rechts herum). Mit dieser Wegeführung eröffnete SVG-Fußballobmann Alexander Wiese im Vereinsheim die Präsentation des Kaders für die neue Saison. Eine Serie, die anders verlaufen soll, als die frustgetränkte Vorsaison, die für die Verantwortlichen, den Trainerstab und Mannschaft einige Tiefen bereithielt, aber versöhnlich mit Platz drei in der Bezirksliga endete.

Neue Möglichkeiten beim SVG

Vereinschef Erwin Bohlen wartete mit einer frohen Botschaft auf. „Der neue Kunstrasenplatz ist abgenommen und für Spiele und Training freigegeben. Es gab Verzögerungen, aber nun ist es endlich geschafft“, freute sich Bohlen. Noch nicht ganz, was das Finanzielle angeht. Beim 1,6 Millionen-Projekt klafft noch eine Lücke von 95.000 Euro. Die will der Verein mit dem „symbolischen Verkauf von Kunstrasenflächen“ schließen, so der Vorsitzende und blickte zuversichtlich voraus: „Wir haben viel Arbeit geleistet. Dafür haben wir jetzt Topbedingungen mit drei Plätzen, die mit Flutlicht ausgestattet sind.“

Für einen heiteren Moment während der Kadervorstellung sorgte der SVG-Vorsitzende Erwin Bohlen (Zweiter von links), als er aus einem mehr als 40 Jahre alten Vereinsmagazin einen Spielbericht über einen Auswärtssieg des SVG in Westrhauderfehn vorlas. Trainer Bi Le Tran (von links) und die beiden Sportlichen Leiter Hauke Specht und Tamme Bölts sowie auch die Zuhörer im Vereinsheim mussten an der einen oder anderen Stelle schmunzeln.
Für einen heiteren Moment während der Kadervorstellung sorgte der SVG-Vorsitzende Erwin Bohlen (Zweiter von links), als er aus einem mehr als 40 Jahre alten Vereinsmagazin einen Spielbericht über einen Auswärtssieg des SVG in Westrhauderfehn vorlas. Trainer Bi Le Tran (von links) und die beiden Sportlichen Leiter Hauke Specht und Tamme Bölts sowie auch die Zuhörer im Vereinsheim mussten an der einen oder anderen Stelle schmunzeln.

Diese Verhältnisse waren es auch, die Trainer Bi Le Tran mit seinem Kotrainer Anton Gorst zum Bleiben bewegt haben. Das erklärte im Rückblick einer der beiden Sportlichen Leiter Tamme Bölts. Er gestand: „Wir mussten um das Trainerteam kämpfen, um es zu halten.“ Auch die SpVg Aurich hatte die Fühler zum SVG-Trainer ausgestreckt. Am Ende dürften die Aussichten auf die neuen Plätze und die besseren Trainingsbedingungen den Ausschlag für den SVG gegeben haben. Hauke Specht, ebenfalls Sportlicher Leiter, ergänzte: „Der Frust über die schlechten Trainingsbedingungen im vergangenen Winter hat sich aufgelöst. Wir haben jetzt alle Bock auf die neue Saison.“

Mit verjüngtem Kader in die Top fünf der Liga

Gelassen blickte Trainer Le Tran kurz auf den Tiefpunkt der letzten Saison zurück: „Wir haben vier Spiele nach der Winterpause verloren. Das war völlig neu für uns. Daraus haben wir gelernt.“ Der SVG hat seinen Kader verjüngt. Die Fehntjer verzeichneten drei Abgänge und sechs Zugänge. Von den neuen Spielern ist keiner älter als 21 Jahre. Unterm Strich blieb das Gros der Mannschaft zusammen. Darauf baut auch der Trainer. Ebenso auf das Teamgefüge und Miteinander. Er verortet das Team mit einem Mix aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten am Ende der Saison in den Top fünf der Liga. Topfavorit auf die Meisterschaft ist für Le Tran Landesligaabsteiger TuS Esens. Zur Verfolgergruppe zählen neben den Fehntjern die Mannschaften aus Larrelt, Bunde, Pewsum und Westrhauderfehn. Hoch im Kurs steht bei ihm auch die SpVg Aurich, die personell mächtig aufgerüstet habe. Zum Auftakt gastiert der SV Großefehn am Freitag, 2. August, beim Zweiten der Vorsaison TV Bunde. Eine schwere Aufgabe, meint Le Tran, „aber wir wollen es besser machen als in der letzten Saison.“

Da verloren die Fehntjer zu Saisonbeginn zu Hause gegen Borssum. Nicht nur besser machen, was das Ergebnis betrifft, sondern auch ansehnlicher für die Zuschauer. Dazu merkte der SVG-Trainer an: „Wir wollen den Ball nicht blind herausschlagen, sondern mit einem überlegten Kurzpassspiel einen gepflegten Ball spielen.“

Davon konnte nach der Kadervorstellung und des Fotoshootings am Freitagabend auf dem Vereinsgelände keine Rede sein. Die Spieler zogen sich um und bogen auf dem Weg zum Trainingsgelände rechts ab. Das Training des SVG auf dem Kunstrasen wurde von Dauerregen begleitet. Starkregen sowie Gewitter im Hochsommer. Was mag da wohl erst der Herbst bringen?

Großefehn zählt zum Kreis der Titelanwärter

Die überwundene Frustphase nach der Winterpause und letztlich der respektable dritte Platz haben die Fehntjer zusammenstehen lassen. Trainer und Mannschaft sind gewachsen an ihren Aufgaben. Der SVG schickt ein eingespieltes, motiviertes Team in die neue Saison, das Lust auf sehenswerten Fußball hat. Der sollte die Fehntjer mindestens in die Top drei führen. Wenn ein erfolgreicher Start gelingt, der SVG von Verletzungspech verschont bleibt und konstante Leistungen abliefert, dann spielen die Fehntjer um den Titel mit.

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