Neue Auricher Abgabe  Zweitwohnungssteuer bringt Geld in die Kasse

| | 30.06.2024 19:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Seit Januar gilt in Aurich die Zweitwohnungsbesteuerung. Foto: DPA
Seit Januar gilt in Aurich die Zweitwohnungsbesteuerung. Foto: DPA
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Die Bescheide wurden in den vergangenen Tagen verschickt. Viele angemeldete Zweitwohnsitze waren allerdings auch schon passé. Bald nimmt die Stadt auch potenzielle Leerstände in den Blick.

Aurich - Etwas höher als anfangs erwartet ist in der Stadt Aurich der Betrag, der in diesem Jahr voraussichtlich durch die neu eingeführte Zweitwohnungssteuer erzielt wird. 90.000 Euro jährlich sollte sie bringen, nun sieht es nach mindestens 110.000 Euro aus, wie dem Finanzbericht der Stadt von Mai zu entnehmen ist.

Laut Kämmerin Katja Lorenz sind in der vergangenen Woche die Bescheide verschickt worden. Das ist der dritte Schritt. Denn zunächst habe die Verwaltung alle Bürger mit Zweitwohnsitz in Aurich angeschrieben und informiert. Daraufhin hätten „viele, viele, viele“, so Lorenz, wie erwartet den Zweitwohnsitz abgemeldet. Denn oft stünden noch Personen in der Kartei, die vor Jahren mal einen Zweitwohnsitz in Aurich hatten und die Abmeldung schlicht versäumt hätten. In anderen Fällen habe es sich um die definierten Ausnahmen gehandelt, beispielsweise um Studenten, die eine Nebenwohnung bei den Eltern nutzen, oder um Paare, die aus beruflichen Gründen eine Nebenwohnung unterhalten müssen. Bei entsprechenden Rückmeldungen hätten diese Auricher nun keinen Bescheid bekommen.

Bis zu 160.000 Euro möglich

Wenn gar keine Rückmeldung gekommen sei, seien die Betroffenen noch einmal angeschrieben worden und hätten nun bei anhaltender Nicht-Meldung einen entsprechenden Bescheid bekommen, so Lorenz. Der Steuersatz auf eine Zweitwohnung liegt bei zehn Prozent der Nettokaltmiete.

Ab Ende des Jahres nimmt die Kämmerei auch potenzielle Leerstände in den Blick. Foto: DPA
Ab Ende des Jahres nimmt die Kämmerei auch potenzielle Leerstände in den Blick. Foto: DPA

Es sei nun also noch mit Widersprüchen zu rechnen, meint die Kämmerin. Dennoch sehe es derzeit nach mehr Geld für die Stadtkasse auch, als im Haushaltsplan kalkuliert. 90.000 Euro waren angesetzt. Inzwischen rechnet Kämmerin Lorenz mit einem Betrag zwischen 110.000 und 160.000 Euro.

Auch potenzielle Leerstände kommen in den Blick

Gegen Ende des Jahres soll die zweite Welle Briefe rausgehen. Die Verwaltung schaut sich nun nämlich noch mögliche Leerstände an. Haben Wohnraumeigentümer eine Meldeadresse außerhalb, werden sie nach der Nutzung ihres Wohnraums in Aurich befragt – auch wenn bisher kein Zweitwohnsitz offiziell angemeldet ist. Vielleicht stehe er leer oder werde zur Ferienvermietung genutzt. Sollte Zweitwohnungssteuer fällig werden, habe dies auch eine Lenkungswirkung, führe also vielleicht zur Vermietung bislang ungenutzten Wohnraums, sagt Lorenz. Wer angeschrieben wird und nachweisen kann, dass er den Wohnraum dauerhaft vermietet oder selbst bewohnt, sei nicht betroffen.

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