Spezielle Förderung in Großefehn  Neustart ohne Pausenklingel an Leiner-Schule

| | 25.06.2024 07:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sehen ihre Förderschule gut aufgestellt: Leinerstift-Vorstand Wolfgang Vorwerk (von links), Schulleiter Wolfgang Friedrich und Stellvertreterin Dr. Insa Kringler. Foto: Aiko Recke
Sehen ihre Förderschule gut aufgestellt: Leinerstift-Vorstand Wolfgang Vorwerk (von links), Schulleiter Wolfgang Friedrich und Stellvertreterin Dr. Insa Kringler. Foto: Aiko Recke
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Die Leiner-Schule in Großefehn die einzige Schule im Landkreis für Schüler mit dem Förderbedarf Emotional-soziale Entwicklung. Sie will Schülern die Rückkehr ins Regelschulsystem ermöglichen.

Großefehn - Eigentlich, sagt Wolfgang Friedrich, ist das Ziel seiner Schule, die Schüler früher oder später wieder abzugeben. Insgesamt 140 Schüler in 19 Lerngruppen zählt die Johann-Heinrich-Leiner-Schule in Großefehn derzeit. Sie ist die einzige Schule im Landkreis Aurich, an der Schüler mit dem Förderbedarf Emotional-soziale Entwicklung (ESE) speziell unterstützt werden.

Zwar handelt es sich um eine Förderschule. Doch Schulleiter Wolfgang Friedrich betont: „Wir verstehen uns als Teil der Inklusion. Wie bieten Schülern die Chance, wieder fit zu werden für das öffentliche Schulsystem.“

140 Kriterien

Bei den Schülern handelt es sich um Kinder und Jugendliche mit ganz verschiedenen Herausforderungen. „Das kann zum Beispiel jemand sein, der im Verbund mit anderen nicht zurechtkommt und der schnell aufbrausend wird“, berichtet stellvertretende Schulleiterin Dr. Insa Kringler.

@ostfriesischenachrichten Die Johann-Heinrich-Leiner-Schule ist die einzige Schule für Kinder mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung im Landkreis. Redakteur Aiko Recke hat Schulleiter Wolfgang Friedrich getroffen und mit ihm über das Schulkonzept gesprochen. #Inklusion #Förderschule #Schulleben @Leinerstift e.V. ♬ Originalton - ONsnacks

Vor der Aufnahme steht ein relativ aufwendiges Prüfungs- und Begutachtungsverfahren mit 140 Kriterien. Man lade zudem die Kinder und die Eltern ein, um sich selbst ein Bild voneinander zu machen. Mit den umliegenden Schulen sei man gut vernetzt. Der Einzugsbereich der Leinerschule umfasst ganz Ostfriesland, von der Küste bis zum Emsland.

Deutlich kleinere Lerngruppen

Auf der Leinerschule werden die Kinder und Jugendlichen intensiv betreut, die Lerngruppen sind deutlich kleiner als übliche Schulklasse – und jahrgangsübergreifend. Insgesamt rund 60 Mitarbeiter sind an den zwei Schulstandorten in Großefehn und Warsingsfehn (Gemeinde Moormerland) tätig. Eine Schulklingel gibt es nicht, auch das gehört zum „Neustart“, den die Schüler hier beginnen sollen. Teams begleiten die Lerngruppen, die ein hohes Maß an Autonomie genießen, durch den Vormittag.

Man habe eine „entspannte Atmosphäre“ und ein tolles Gelände. Darauf weisen die Verantwortlichen der Leinerschule auch aus aktuellem Anlass hin. Denn im aktuellen Gutachten zur Schulentwicklungsplanung wird die Gründung einer neuen Förderschule Emotional-soziale Entwicklung in Aurich-Extum erwogen. Die Leiner-Verantwortlichen sehen dafür aber eigentlich keine Notwendigkeit. Zwar fürchte man keinen Konkurrenzkampf. Aber: „Wir sehen den Bedarf eines erweiterten Schulplatzangebotes nicht“, sagt Leinerstift-Vorstand Vorwerk. Als freier Träger könne man auf viele Entwicklungen flexibler reagieren als eine staatliche Schule – und zum Beispiel auch besondere Projekte realisieren.

Zu kurz gedacht?

Die Idee des Landkreises, die auslaufende Förderschule Lernen (LE) in Aurich-Extum in eine Förderschule ESE umzuwandeln, sei „zu kurz gedacht“ und gar nicht so einfach umsetzbar, meinen die Leiner-Verantwortlichen.

Finanziert wird die Schule unter anderem von Land und Landkreis. Die Eltern müssen nichts für den Schulbesuch ihrer Kinder bezahlen.

Und welcher Erfolg steht am Ende? Verschiedene Schulabschlüsse sind an der Leinerschule möglich, auch dieser Tage werden wieder zahlreiche Absolventen verabschiedet. Und: Immerhin ein Viertel bis ein Drittel der Schüler kehren zurück ins Regelschulsystem – so wie es das eigentliche Ziel der Schule ist.

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