Wolfsrisse im Landkreis Aurich  Landrat kritisiert Umweltministerium und Wolfsbüro

| | 19.06.2024 15:11 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Wolf streift durch ein Gehege. Foto: DPA
Ein Wolf streift durch ein Gehege. Foto: DPA
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Schon in 18 Fällen wurde der Wolf eindeutig als Verursacher von Rissen im Kreis Aurich festgestellt. Olaf Meinen fordert Unterstützung vom Land, doch fühlt sich im Stich gelassen.

Aurich - Deutliche Kritik hat der Auricher Landrat Olaf Meinen (parteilos) gegenüber dem Umweltminister Christian Meyer (Grüne) und dem Wolfsbüro des Landes geübt. Angesichts mehrfacher Wolfsrisse in den vergangenen Monaten habe er ein „ernüchterndes Gespräch“ mit dem Minister geführt, berichtete Meinen am Montag im Kreistag in der Auricher Stadthalle. „Er wollte sich kümmern, aber wir haben bis heute keine Antwort bekommen.“ Der Landkreis werde vom Wolfsbüro des Landes und vom Ministerium nicht informiert über das Rissgeschehen vor Ort. „So kann Zusammenarbeit nicht stattfinden“, klagte Landrat Meinen.

Er berichtete, es habe bislang 42 dokumentierte „Rissgeschehen“ im Kreis Aurich gegeben, davon sei 18 Mal der Wolf als Verursacher nachgewiesen worden, in 14 Fällen sei es kein Wolf gewesen und in zehn Fällen sei der Verursacher nicht genau nachweisbar. Zuletzt war bei einem Riss Ende Mai in der Gemeinde Hinte ein Pony getötet worden.

Man habe auch einige Anträge auf „Entnahmen“, also Abschüsse von Wölfen bekommen. Man habe von den zuständigen Stellen des Landes aber trotz mehrfacher Erinnerung keine Antworten bekommen, so Meinen.

Freie Wähler fordern Anschaffung von Wildkameras

Anlass für die Kritik des Landrats war ein Antrag der Freien Wählergemeinschaft auf Anschaffung von Wildkameras, um Wolfsrisse besser überwachen und dokumentieren zu können. Detlev Krüger (Südbrookmerland) forderte: „Da muss von Land und Bund her viel mehr passieren. Die Betroffenen haben mit den Rissen echt zu kämpfen. Denen sollte man unter die Arme greifen.“

Roelf Odens (CDU), selber Landwirt und Jäger aus der Krummhörn, sagte dagegen: „Mit den Wildkameras werden wir kein Problem lösen.“ Die Dokumentation der Wolfsrisse sei unwahrscheinlich schwierig, das könne er aus eigener Erfahrung sagen.

Am Donnerstag, 20. Juni, soll der Antrag der Freien Wählergemeinschaft erneut im Umweltausschuss beraten werden. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr in der Schleuse Leysiel bei Greetsiel.

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