Entscheidung in Aurich Kreistag gibt grünes Licht für Zentralklinik
Der Betrieb soll unter bestimmten Bedingungen wirtschaftlich möglich sein. Nur eine Fraktion stimmte gegen das Projekt, das nun 822 Millionen Euro kosten soll.
Aurich - Mit einer klaren Mehrheit von 47 Ja-Stimmen, bei vier Gegenstimmen der Grünen und einer Enthaltung, hat der Auricher Kreistag am Montag die endgültige Entscheidung für den Bau der Zentralklinik in Uthwerdum (Südbrookmerland) getroffen. Bereits vergangene Woche hatte der Emder Stadtrat dem heftig umstrittenen Großprojekt mit deutlicher Mehrheit zugestimmt.
In der Sitzung nannte Dr. Arne Berndt von der Beratungsfirma WMC (München) eine neue Baukostensumme von rund 822 Millionen Euro. Damit wird das Großprojekt noch einmal teurer als bisher öffentlich bekannt war. Bislang war von knapp 800 Millionen Euro ausgegangen worden, wobei die Infrastruktur drumherum noch nicht einberechnet ist. Ganz ursprünglich, bei der Geburt der Idee der Großklinik, waren die Verantwortlichen von rund 250 Millionen Euro ausgegangen – diese Zahl hat sich seitdem mehr als verdreifacht.
Eigenanteil für Kreis Aurich und Stadt Emden nun bei 152 Millionen Euro
Man gehe mit einer Förderung von 670 Millionen Euro aus, vor allem durch das Land Niedersachsen, so Berndt. Auch diese Zahl ist für die Öffentlichkeit neu. Bislang hatte das Land 460 Millionen Euro Fördermittel zugesagt und im Februar einen ersten Bescheid über 148 Millionen Euro überreicht. Die restlichen Kosten von 152 Millionen Euro teilen sich der Landkreis Aurich und die Stadt Emden (jeweils 76 Millionen Euro).
Berater Berndt sagte, dass ein wirtschaftlicher Betrieb der Zentralklinik ambitioniert, aber möglich sei, wenn es eine „Leistungssteigerung“ mit mehr Patienten gebe und die Rahmenbedingungen stabil blieben. Ende 2024 erreichten die bestehenden Kliniken wohl einen Wert von rund 25.000 sogenannten Case-Mix-Punkten (CMP), die die Schwere der Fälle angibt. Dieser müsse aber auf 30.000 gesteigert werden, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Auch gebe es rechnerisch ein Potenzial von rund 60.000 Patienten im Jahr in der Region. Bislang kommen aber nur rund 30.000 Patienten. Ein moderner Neubau werde aber eine hohe Attraktivität haben, sowohl für Patienten als auch für Fachkräfte, so Berater Berndt.