Europawahl 2024  Ostfriesin zieht für AfD in EU-Parlament ein

| | 10.06.2024 20:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die AfD erreichte ihr bislang bestes Wahlergebnis in Ostfriesland und im Landkreis Aurich. Foto: DPA
Die AfD erreichte ihr bislang bestes Wahlergebnis in Ostfriesland und im Landkreis Aurich. Foto: DPA
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Die Unternehmensberaterin Anja Arndt aus Nortmoor (Kreis Leer) kandidierte auf Platz 13 der AfD-Bundesliste. Ihr Landesvorsitzender sieht eine wachsende Stammwählerschaft.

Aurich/Nortmoor - Sie ist die einzige Kandidatin aus Ostfriesland, die den Sprung ins Europaparlament geschafft hat. Anja Arndt aus Nortmoor (Landkreis Leer) hatte auf Platz 13 der AfD-Bundesliste kandidiert und zieht damit nun in das EU-Parlament ein. Das Hauptthema der Unternehmensberaterin im Wahlkampf war nach eigenen Angaben die Migration, die sie stark begrenzen will.

In ihrer Rede auf dem Nominierungsparteitag der AfD in Magdeburg im Sommer 2023 übte Arndt unter anderem harsche Kritik an der Europäischen Union, an der Migrations- und der Klimapolitik. Unter anderem sagte sie in der Rede: „Die Politik der Europäischen Union ist Wahnsinn und hat Methode.“

Arndt ist nach eigenen Angaben Jahrgang 1966, verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Sie absolvierte ein Lehramtsstudium für die Gymnasiale Oberstufe für Politik, Wirtschaft und Sport. Sie arbeitet als staatlich geprüfte Betriebswirtin in einer Unternehmensberatung. Seit 2018 ist sie Mitglied der AfD und seit 2022 Kreisvorsitzende der AfD Ostfriesland.

Bislang stärkstes Ergebnis der AfD im Landkreis Aurich

Im Landkreis Aurich ist die AfD mit zwei Abgeordneten im Kreistag vertreten. Bei der Kommunalwahl im September 2021 erhielt sie drei Prozent der Stimmen, bei der Bundestagswahl im selben Monat waren es im Wahlkreis Aurich-Emden gut acht Prozent der Zweitstimmen, bei der Landtagswahl im Oktober 2022 waren es im Wahlkreis Aurich knapp 16 Prozent. Das aktuelle Europawahl-Ergebnis ist mit 17 Prozent das bisher beste der AfD im Landkreis Aurich. In der Gemeinde Südbrookmerland wurde die AfD mit 24,5 Prozent sogar stärkste Partei, knapp vor der SPD. In einzelnen Wahllokalen wie in Moordorf oder in Rechtsupweg (Brookmerland) kommt sie gar auf 35 Prozent oder auf 32 Prozent (Siegelsum).

Landesvorsitzender sieht wachsende Stammwählerschaft

Der Vorsitzende der AfD Niedersachsen, Ansgar Schledde (Grafschaft Bentheim), teilte auf der Facebook-Seite der Partei mit, die AfD sei die klare Wahlsiegerin. „Die CDU stagniert, angesichts des desolaten Zustands unseres Landes eine herbe Klatsche für Möchtegern-Kanzler von Merz bis Wüst.“ Die AfD baue „Schritt für Schritt eine sturmfeste und erdverwachsene Stammwählerschaft auf“, so Schledde.

Schledde gratulierte „ganz besonders“ der neuen niedersächsischen EU-Abgeordneten Anja Arndt.

Der AfD-Landesvorsitzende hofft nun auf ein „Sommermärchen 2024“. „Bei der EU-Wahl haben wir vorgelegt, Schicksalswahlen im Osten der Republik folgen. Die anderen Parteien werden sich jetzt für die nächsten fünf Jahre abmelden“, schreibt Schledde.

Mehrfache Anfragen dieser Redaktion an ostfriesische AfD-Vertreter mit der Bitte um ein Statement zur Europawahl blieben bislang unbeantwortet.

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