Einrichtungen des Landkreises Aurich  Kreis-Pflegeheime machten halbe Million Verlust

| | 07.06.2024 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das kreiseigene Helenenstift in Hage. Foto: Rebecca Kresse
Das kreiseigene Helenenstift in Hage. Foto: Rebecca Kresse
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Die PBZ GmbH, zu der das Helenenstift in Hage mitsamt „Heimathafen“ zählen, braucht Geld vom Landkreis, um weitermachen zu können. Am 17. Juni ist die Finanzmisere Thema im Kreistag.

Aurich - Mehr als eine halbe Million Euro Verlust hat die kreiseigene Pflege- und Betreuungszentren GmbH, die das Helenenstift in Hage und das Johann-Christian-Reil-Haus in Norden betreibt, im Jahr 2023 gemacht. Nun soll der Landkreis Aurich den Verlustausgleich von 545.955 Euro übernehmen, um den Geschäftsbetrieb der PBZ aufrechterhalten zu können.

Das geht aus der entsprechenden Beschlussvorlage für die Auricher Kreispolitik hervor, über die der Kreistag am Montag, 17. Juni, beraten und entscheiden soll (15 Uhr, Stadthalle Aurich). Wegen des Verlustes von rund 546.000 Euro und des Verlustvortrages aus den Vorjahren von knapp 2,8 Millionen Euro betrage das Eigenkapital von rund 490.000 Euro zum 31. Dezember 2023 nur noch 17,8 Prozent der Bilanzsumme. „Bei weiteren zu erwartenden Verlusten könnte eine buchmäßige Überschuldung drohen“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Auch 2024 erheblicher Verlust vorhergesagt

Im Haushalt 2023 war den Angaben zufolge eine Verlustausgleichszahlung an die PBZ in Höhe von 300.000 Euro eingeplant. Die Deckung des jetzigen Verlustausgleichs von 545.955 Euro erfolge aus einer gebildeten Rückstellung und den Mehrerträgen im Produkt 611-01 (Steuern, allgemeine Zuweisungen, allgemeine Umlagen) im Kreishaushalt, heißt es. Auch im Wirtschaftsjahr 2024 werde es noch nicht möglich sein, die PBZ kostendeckend zu führen.

Der im April 2024 beschlossene Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2024 weise erneut einen prognostizierten Jahresverlust in Höhe von 270.000 Euro aus. Im Haushaltsplan 2024 ist ein Verlustausgleich in Höhe von 150.000 Euro eingeplant. „Die tatsächlichen Entwicklungen bleiben abzuwarten“, heißt es von der Kreisverwaltung.

Protest gegen Schließung von „Heimathafen“

Wie berichtet, hatte die PBZ auf die neuerliche Finanzkrise reagiert, indem das Bistro im „Heimathafen“ in Hage geschlossen wurde. Dagegen regt sich derzeit einiger Protest, von Betroffenen, durch eine Petition und von der Grünen-Fraktion. Sie fordert ein Moratorium und die Einrichtung einer eigenen Arbeitsgruppe zum „Heimathafen“. Der entsprechende Antrag steht ebenfalls auf der Tagesordnung des Kreistags am 17. Juni.

Zur Erinnerung: Die PBZ musste bereits kurz vor Weihnachten 2019 per Eilentscheidung vom Landkreis Aurich vor der Insolvenz gerettet werden.

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