Schulgutachten für den Landkreis Aurich Neue Förderschule könnte in Extum entstehen
Bereits im November hatte Wolf Krämer-Mandeau die Gründung einer neuen Schule angedeutet. Jetzt wird der Vorschlag bekräftigt. Auch in Norden gibt es Ausbaubedarf bei einer Förderschule.
Aurich - Eine neue Förderschule für „emotional-soziale Entwicklung“ (ESE) könnte im Landkreis Aurich eingerichtet werden. Eine entsprechende Prüfung empfiehlt zumindest der Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau in seinem neuen Schulgutachten, das am Mittwoch, 5. Juni (15 Uhr) im Kreisschulausschuss vorgestellt wird. Das hatte der nicht völlig unumstrittene Gutachter von der Beratungsfirma Biregio aus Bonn bereits Ende November im Schulausschuss angedeutet. Die neue Schule könne im Gebäude der auslaufenden Förderschule Lernen in Aurich-Extum entstehen, so Krämer-Mandeau seinerzeit.
Mit dieser Maßnahme könne man „die sich zuspitzenden Probleme“ in den Schulen durch die steigende Zahl von Schülern mit dem entsprechenden Förderbedarf begegnen, heißt es. Eine solche neue Förderschule könne den Betrieb ab dem Schuljahr 2025/26 aufnehmen. Zwar widerspreche eine solche Schule grundsätzlich dem Gedanken der Inklusion. „Allerdings sieht das schulische Inklusionskonzept auch insoweit solche Förderschulen vor, wenn die Möglichkeiten der inklusiven Beschulung an der Regelschule begrenzt sind“, heißt es in der Beschlussvorlage für die Kreispolitiker.Aktuell gebe es im Landkreis Aurich nur einen privaten Träger, der eine solche Schule betreibe. Die Johann-Heinrich-Leiner-Schule sei als privater Träger jedoch nicht verpflichtet, eine entsprechende Beschulung anzubieten.
Deutlicher Anstieg im Förderbereich „geistige Entwicklung“
Die Förderschulen Lernen (LE) laufen zwar aus. Doch für die anderen Schwerpunkte „geistige Entwicklung“ (GE) sowie „körperlich-motorische Entwicklung“ (KME) laufen die Angebote trotz Inklusion weiter. Die Förderschule KME in Aurich-Extum wird laut Beschlussvorlage derzeit von rund 100 Schülern besucht. Mit deutlichen Änderungen sei hier nicht zu rechnen. Im Bereich „geistige Entwicklung“ dagegen steigen die Zahlen seit etwa fünf Jahren stetig an, der Trend sei niedersachsenweit erkennbar. Das werde dazu führen, dass die bestehenden Förderschulen GE langfristig an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.
An den Standorten Moordorf und Großefehn konnten den Angaben zufolge die erforderlichen Raumkapazitäten bereits geschaffen werden, indem man auf Räume der aufgelösten Förderschulen LE zurückgriff. An der Förderschule am Moortief in Norden wurde ein mobiler Anbau mit Containern umgesetzt. Dazu die Empfehlung von Biregio: „Die langfristigen Planungen für den Standort sollten kurzfristig aufgenommen werden.“
Idee: Nutzung der Oberschule Norden durch Förderschule
Dabei sollten auch Gespräche mit der Stadt Norden geführt werden, ob langfristig die Nutzung des Gebäudes der Oberschule denkbar wäre, oder ob die Förderschule mit einer Außenstelle betrieben werden kann. Denkbar sei etwa die Angliederung des Sek-II-Bereichs am Standort der BBS Conerus-Schule Norden, vor allem in Hinblick auf die dortigen technischen Möglichkeiten.
Für Grundschüler soll außerdem ab dem kommenden Schuljahr 2024/25 eine sogenannte Inselklasse an der Grundschule Osteel eingerichtet werden. Ziel sei eine „Auszeit“ vom Regelschulbetrieb, um gezielt mit den betroffenen Schülern an ihren Auffälligkeiten zu arbeiten. Insgesamt empfehlen die Schulgutachter von der Firma Biregio aus Bonn, bestehende Förderschulen im Landkreis Aurich „nicht vorschnell aufzugeben“. Die Inklusion an den weiterführenden Schulen sei noch verbesserungswürdig.