Aktionstag  100 Fahrräder bei Korso in Aurich

| | 02.06.2024 17:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Abfahrt: Rund 100 Teilnehmer waren beim Korso über den Auricher Innenstadtring dabei. Foto: Holger Janssen
Abfahrt: Rund 100 Teilnehmer waren beim Korso über den Auricher Innenstadtring dabei. Foto: Holger Janssen
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Das Fahrrad als Verkehrsmittel sichtbarer machen wollten die Organisatoren des zweiten Fahrrad-Familientages in Aurich. Vor allem bei einem Korso durch die Stadt scheint das gelungen zu sein.

Aurich - Sichtbarer soll das Fahrrad als Verkehrsmittel in Aurich werden. Das ist das Ziel der Organisatoren des zweiten Fahrrad-Familientages in der Innenstadt. Rund 100 Teilnehmer mit Fahrrädern verschiedener Gattungen starteten zu einem Korso über den Innenstadtring. Auf dem Marktplatz gab es zudem eine Reihe von Informationen rund ums Fahrrad – und einen Appell an Autofahrer.

Nachdem die erste Auflage des Aktionstages im vergangenen Jahr nicht ganz die Erwartungen der Organisatoren erfüllt hatte, überlegten sie sich diesmal etwas anderes. Sie riefen zu Beginn zur Teilnahme an einem Fahrradkorso über den Auricher Innenstadtring auf. Rund 100 Besucher waren dabei und radelten – abgesichert von der Polizei – über die Straßen. Ein Erfolg, wie Heidrun Weber vom Organisationsteam der GfA (Gemeinsam für Aurich) sagt. Allerdings hätte sie sich gewünscht, dass noch mehr Familien mit Kindern an der Aktion teilnehmen.

Unverständnis bei einigen Autofahrern

Mehr Teilnehmer hätten aber wohl auch mehr Wartezeit für Autofahrer bedeutet. Und die schienen wegen des Korsos schon jetzt ungeduldig zu sein, wie sich an der einen oder anderen von der Polizei gesperrten Kreuzung zeigte. Vereinzelt sei auch gehupt worden, wie Teilnehmer des Korsos im Anschluss berichteten.

Für die Organisatoren war das ein weiteres Zeichen dafür, dass weiter für das Fahrrad als Verkehrsmittel geworben und die Bedingungen verbessert werden müssten. „Fahrradfahrer sind auch Verkehrsteilnehmer“, so Gerrit Pohl, ebenfalls Mitglied des Organisationsteams. Er wünscht sich mehr Rücksichtnahme seitens der Autofahrer. Dabei gehe es gar nicht darum, diese zu behindern. Allerdings sei es wichtig für die Sicherheit, dass Autofahrer beim Überholen beispielsweise ausreichend Abstand einhielten. Nach wie vor sei der Radverkehr dem Autoverkehr untergeordnet, statt das man sich partnerschaftlich und auf Augenhöhe begegne. Ein Appell also für ein besseres Miteinander auf den Straßen in und um Aurich.

Was sich Radfahrer für Aurich wünschen

Und was muss aus Sicht der Verantwortlichen passieren, um die Bedingungen für Fahrradfahrer in Aurich zu verbessern? Da sind die Vorschläge vielfältig. Mehr Fahrradstraßen lautet eine Forderung. Eine weitere: Ampelschaltungen, die Fahrradfahrer bevorzugen. Darüber hinaus müssen laut Heidrun Weber manche Fahrradwege saniert werden – und an anderen Stellen müsse Klarheit über das Verhältnis zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern geschaffen werden.

Kinder fanden Platz in Lastenrädern – ebenso wie die Musikanlage. Einige Jüngere fuhren auch auf ihren eigenen Rädern mit. Foto: Holger Janssen
Kinder fanden Platz in Lastenrädern – ebenso wie die Musikanlage. Einige Jüngere fuhren auch auf ihren eigenen Rädern mit. Foto: Holger Janssen

Über diese und weitere Themen wurde beim Fahrrad-Familientag auf dem Marktplatz gesprochen. Dazu gab es ein Rahmenprogramm. So war die Auricher Polizei vor Ort und informierte über die Sicherheit von E-Bikes. Auch die beiden Beamten, die zuvor mit ihren Fahrrädern den Korso abgesichert hatten, waren mit von der Partie.

Rahmenprogramm rund ums Fahrrad

Beim Auricher Verein „Auriculum“ konnten Interessierte Probefahrten mit Lastenrädern machen. Geschicklichkeit und etwas Mut waren beim Stand der Skatehalle Aurich gefragt, die mit BMX-Rädern und Rollern vor Ort war. Jüngere Besucher konnten dabei eine Fahrt über einen eigens dafür aufgebauten Fahrradparcours wagen. Ein Quiz galt es am Stand der GfA zu lösen. Informationen und Wissenswertes rund um das Fahrrad und verschiedene Touren gab es beim Stand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Auch dort gab es etwas zu gewinnen.

Ein weitgehend aus Bambus hergestelltes Fahrrad zog die Blicke der Besucher auf sich. Foto: Holger Janssen
Ein weitgehend aus Bambus hergestelltes Fahrrad zog die Blicke der Besucher auf sich. Foto: Holger Janssen

Mit von der Partie waren aber auch einige Parteien. Eine Woche vor der Europawahl machten beispielsweise die SPD und die Grünen noch einmal Werbung für ihre Wahlprogramme. FDP und Linke hätten aus personellen Gründen abgesagt, wie Heidrun Weber enttäuscht sagte.

Ganz und gar nicht enttäuscht war sie hingegen von der Resonanz in diesem Jahr, die das Fahrrad in Aurich tatsächlich sichtbarer gemacht hat.

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