Saisonende in Großefehn Chancenwucher des SV Großefehn lässt Trainer und Fans verzweifeln
Großefehn ließ gegen Larrelt einen Kantersieg aus. Dafür gab es zwei Gründe. Dennoch floss am Ende Freibier und die Elf freut sich auf einen Ausflug.
Großefehn – Die Rahmenbedingungen für ein vergnügtes Saisonfinale des SV Großefehn waren am Sonnabendnachmittag stimmig. Sommerliche 20 Grad sorgten für angenehme Temperaturen auf der Tribüne und hinter den Banden im Mühlenstadion. Die Spieler sollten aber auf dem Rasen mächtig ins Schwitzen geraten am Ende einer langen und kraftzehrenden Saison. Für Fans und Freunde der Mannschaft standen 50 Liter Freibier. Ein Dankeschön der Fehntjer Elf an ihre Anhänger.
Lösbare Aufgabe
Im letzten Saisonspiel zu Hause gegen den SV SF Larrelt sollte ein Sieg her, um Platz drei festzumachen. Eine lösbare Aufgabe, die sich aber als schwierig herausstellen sollte. Die Larrelter hatten in der Woche in Wiesmoor eine 0:6-Klatsche einstecken müssen. Und so fragte ein Fehntjer Fan vor Spielbeginn in die Runde, wie viele Tore der SVG denn gegen diese Klötertruppe schießen werde. Keine Frage, der Anhang des SVG rechnete sich einen deutlichen Erfolg aus. Der sollte sich später aber nicht einstellen. Großefehn kam zu einem 1:0-Sieg und spielte fast die ganze zweite Hälfte in Überzahl. Ein hoher Sieg wäre durchaus möglich gewesen. Aber es gab Gründe, die dagegensprachen.
In der Anfangsphase wurde rasch die Rollenverteilung klar: Großefehn führte den Ball und setzte Larrelt unter Druck. Die Gäste gingen kaum Risiko ein. Sie warteten ab. Ihr Fokus war auf Abwehrarbeit gerichtet.
Wenig Raum für Kombinationen
Meistens spielte sich das Geschehen in der Hälfte der Larrelter ab. Viele Spieler auf engem Raum, da blieb kaum Platz für sehenswerte Kombinationen übrig.
Dennoch kreierte der SVG die eine oder andere Möglichkeit. In der 2. Minute setzte Kapitän Ralf Aden Tom Böhling auf der linken Seite mit einem schönen Zuspiel in Szene. Böhling eilte davon und versuchte sein Glück mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Der verfehlte knapp sein Ziel. Nach der ersten Fehntjer Ecke in der achten Minute setzte nach einer verunglückten Larrelter Abwehraktion Janek Freudenberg einen Schuss aus dem Hinterhalt ab. Auch dieser Ball rauschte knapp am Larrelter Tor vorbei.
Zwei Versuche, kein Treffer. Das erfolglose Bemühen sollte aber mit dem dritten Anlauf enden. Mitte der ersten Hälfte lief Shawn King mit dem Ball am Fuß an der 16-Meterlinie entlang, vollzog eine Drehung und drückte ab. Der Ball schlug ins Netz der Larrelter ein. Die verdiente Führung, denn bis dahin war SVG- Torwart Dennis Kuschel beschäftigungslos. Dieser Zustand würde sich aber auch noch ändern.
Rot für Notbremse
Zuvor hatte der für den frühzeitig verletzten Tom Böhling eingewechselte Kay Gerdes eine dicke Chance, um auf 2:0 zu erhöhen. Er befand sich erst seit zwei Minuten auf dem Platz, als er im Strafraum frei vor dem Larrelter Torwart Keno Schmidchen auftauchte und schoss. Schmidchen verhinderte mit einem Reflex den Treffer des SVG. Es sollten noch weitere mutige Glanzparaden des Larrelter Torwarts folgen.
Im Gegenzug folgte erst einmal die erste gute Angriffsaktion der Gäste. Nils Boekholder fand aber in SVG-Torwart Kuschel seinen Großmeister. Durchatmen in den Reihen der Fehntjer Fans, die nur wenige Minuten später wieder nach Luft schnappten, als nach einer Ecke ein Larrelter aus dem Gewühl heraus Maß nahm. Die umsichtige SVG-Abwehr kratzte den Ball noch von der Linie. Es blieb bei der 1:0-Führung, zugleich auch der Pausenstand.
Die zweite Hälfte begann wie die erste. Großefehn übernahm das Kommando und setzte Larrelt unter Druck. Mit Folgen. Als SVG-Stürmer Alexander Geis mit dem Ball am Fuß seinem Bewacher Heiner Hamann davoneilen versuchte und vor sich nur noch Torwart Schmidchen sah, riss Hamann den Fehntjer von hinten um. Notbremse, Pfiff, Rote Karte für Hamann und Freistoß für Großefehn. Ein Standard, der aber nichts einbrachte. Überzahl für Großefehn.
Im wieder Schmidchen
Nun schien es eine Frage der Zeit zu sein, wann denn das 2:0 fallen würde. Die Fans feixten und spekulierten über die Anzahl der Treffer bis zum Abpfiff. Großefehn trieb einen Angriff nach dem anderen nach vorne und erspielte sich sechs, sieben hochkarätige Möglichkeiten. Doch der Ball fand nicht den erhofften Weg ins Larrelter Tor. Eine klasse Figur machte dabei der Larrelter Torwart. Unerschrocken und mit kühnen Paraden zerstörte er die Torsehnsüchte der Fehntjer, weil diese auch im entscheidenden Moment mit Pech oder Unvermögen vor dem Gästegehäuse agierten.
Hin und wieder fuhren die Larrelter den einen oder anderen Konter. Meistens wurden die Versuche früh gestoppt, aber die Gefahr war spürbar, dass eine Blitzattacke auch einmal mit Erfolg gekrönt sein könnte. Großefehn brachte aber schließlich inklusive einer dreiminütigen Nachspielzeit den knappen Sieg über die Zeit. Zur Freude der Fans und auch des Stadionsprechernovizen Martin Kuhlmann. Er vertrat den ortsabwesenden Heinz-Erich Buss würdig und lässig.
Auf nach Düsseldorf
SVG-Trainer Bi Le Tran atmete nach dem Spielende erst einmal tief durch. Die vielen ungenutzten Chancen hatten sein Nervenkostüm mächtig strapaziert. Er befand: „Wir hatten so viele Chancen und hätten das Spiel viel früher entschieden müssen. Aber zum Glück ist es ja gut für uns ausgegangen.“ Der dritte Platz sei am Ende okay, weil Meister Leer und auch der Zweite Bunde in dieser Saison einfach besser gewesen seien.
Und so freute sich der SVG-Trainer über den anstehenden Urlaub und die Mannschaftsfahrt. Ziel ist ein Wochenende in Düsseldorf. Vergnügte Aussichten.