Kinderbetreuung in Südbrookmerland Bedarf an Kitaplätzen gedeckt
Erstmals seit vielen Jahren gibt es in Südbrookmerland genügend Kitaplätze für alle Bewerber. Warum trotzdem 15 Kinder ohne Platz bleiben und wo es noch Nachholbedarf gibt.
Südbrookmerland - Zu lohnen scheinen sich die Bemühungen der Gemeinde Südbrookmerland um den Ausbau der Kinderbetreuung. Erstmals seit vielen Jahren konnte für das kommende Kindergartenjahr allen Bewerbern ein Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte angeboten werden. Warum dennoch 15 Kinder ohne Kitaplatz bleiben und wo es noch Nachholbedarf gibt.
Vor einigen Jahren war die Situation dramatisch: Dutzende Bewerbungen um Kitaplätze im Gemeindegebiet mussten abgelehnt werden. Es gab schlichtweg nicht genügend Plätze in den Einrichtungen. So manche Familien stellte das vor massive Probleme. War die Betreuung der Kinder nicht gesichert, war es schwer, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Häufig halfen Tageseltern, doch auch dort fanden offenbar nicht alle Familien einen Platz.
Eine Kita ist größer als eigentlich erlaubt
Nachdem die Gemeinde in den vergangenen Jahren ordentlich in ihre Kitalandschaft investiert und die Zahl der Betreuungsplätze ausgebaut hat, hat sich das Bild nun verändert. Fachbereichsleiter Joachim Betten wirkte ein wenig stolz, als er den Mitgliedern des Schul- und Kitaausschusses die gute Nachricht überbrachte. Allen, die sich um einen Kitaplatz in Südbrookmerland beworben haben, konnte auch einer angeboten werden.
Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Moordorfer DRK-Kita derzeit deutlich größer ist als eigentlich erlaubt. Weil das Gebäude der ehemaligen Haupt- und Realschule dies hergab und die Not in der Gemeinde groß war, hatte das Landesjugendamt eine befristete Betriebsgenehmigung für insgesamt acht Gruppen erteilt. Eigentlich ist bei sieben Gruppen Schluss – und selbst die darf es in ein und derselben Einrichtung nur unter gewissen Voraussetzungen geben. Die Sorgenfalten treibt die befristete Betriebsgenehmigung in der Gemeinde aber niemandem mehr auf die Stirn. Unlängst ist ein Ersatzneubau für die DRK-Kita Theene beschlossene Sache. Kurzum: Nach Jahren intensiver Arbeit ist es der Gemeinde nun gelungen, die Zahl ihrer Betreuungsplätze im Kita- und Krippenbereich so weit auszubauen, dass allen Familien Plätze angeboten werden können.
Darum bleiben 15 Kinder trotzdem ohne Kitaplatz
Und dennoch gibt es in der Gemeinde im kommenden Kitajahr 15 Kinder, die ohne Kitaplatz bleiben, obwohl sich ihre Eltern um einen Platz beworben hatten. Wie kann das sein? Laut Joachim Betten hängt dies mit den Elternwünschen zusammen. Bei der Anmeldung der Kinder können Eltern drei Wünsche für die bevorzugten Kitas angeben. Die Gemeindeverwaltung versucht dann, diese zu berücksichtigen. Das klappt jedoch nicht immer. Manchmal sind in einer bestimmten Einrichtung alle Plätze belegt. So war es auch in den genannten Fällen, so Betten. Den Eltern konnten daraufhin zwar Plätze in anderen Einrichtungen angeboten werden. Diese hätten jedoch abgelehnt, so Betten. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass in manchen Südbrookmerlander Einrichtungen noch freie Plätze zur Verfügung stehen. Eine erfreuliche Nachricht für die Mitglieder des Kitaausschusses. Bei den Familien, die sich auf bestimmte Einrichtungen festgelegt und andere Angebote abgelehnt hätten, könne der Bedarf nicht so hoch sein, war man sich einig.
Hier muss die Gemeinde Südbrookmerland noch nachbessern
Alles gut also in der Südbrookmerlander Kitalandschaft? Nicht ganz. Vor allem im Bereich der Ganztagsbetreuung für Kinder zwischen drei und sechs Jahren gibt es noch Nachholbedarf. Nicht einmal die Hälfte aller Betreuungsplätze für diese Altersgruppe wird ganztägig angeboten. Der Landkreis Aurich spricht in seiner aktuellen Kindertagesstättenbedarfsplanung von einer strukturellen Schwäche der Gemeinde in diesem Bereich. Das Problem liegt dabei weniger beim räumlichen Angebot und der Infrastruktur, beispielsweise für die Mittagsverpflegung. Laut Ausschussmitglied Hermann Peters (SPD), selbst Leiter einer Kita in Südbrookmerland, seien die Schwierigkeiten vielmehr personeller Natur.
Nachgebessert werden muss außerdem bei der ganztägigen Betreuung von Schulkindern. Ab 2026 greift ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen. Die gibt es zwar mittlerweile an allen Schulstandorten, jedoch reichen die Betreuungszeiten derzeit noch nicht aus, um den Rechtsanspruch zu erfüllen. Im Bereich der Ganztagsbetreuung für Schulkinder sieht der Landkreis in Südbrookmerland ein neues Betätigungsfeld für Tageseltern, denen durch den Ausbau der Plätze in Kindertagesstätten Einnahmen weggebrochen sind.