Trainerfrage SpVg Aurich Mission geglückt – Auricher Trainer Casto bleibt an Bord
Weshalb Coach Claudio Casto bei der SpVg Aurich bleibt und wie er seine Rolle zukünftig bei den Rot-Weißen sieht. Verein und Trainer haben ein Ziel vor Augen.
Aurich - An seinem 34. Geburtstag feierte SpVg-Trainer Claudio Casto seinen Einstand bei den abstiegsbedrohten Aurichern. Mit einem Sieg begann nach der Winterpause der Kampf gegen den Abstieg. Der Ausgang der Mission war ungewiss. Casto sah das Potential in der verunsicherten Elf vom Ellernfeld. Er hatte einen Plan und der ging auf. Nichtabstieg und das Vertrauen des Vorstandes für seine zweite Saison als Trainer bei den Rot-Weißen.
Casto freut sich auf die neue Saison. Er bekennt etwas blumig: „Ich bin noch nicht fertig, der Weg ist noch nicht zu Ende.“ Dabei hat er klare Ziele im Kopf.
Mut und Offensivgeist
Rückblick: Die in der Winterpause von ihm neuformierte und verjüngte Mannschaft sollte mutig spielen. Casto setzte auf Offensivgeist. Nach einem vielversprechenden Start mit zwei Siegen im neuen Jahr, folgten postwendend zwei Niederlagen am Stück. Dämpfer, die aber umgehend mit vier Siegen aus den fünf nachfolgenden Partien beantwortet wurden. Casto schaffte mit der SpVg Aurich die Trendwende.
„Wir haben bewiesen, dass wir es können“, stellte Casto klar und verwies auf die Rückrundentabelle, in der Aurich mit 27 Zählern auf Rang fünf rangiert. In der Hinrunde kam die SpVg auf 13 Zähler, gleichbedeutend mit Platz 14.
Unterm Strich gelang der SpVg in der Schlussphase der Saison der vorzeitige Ligaverbleib. Aufatmen bei den Rot-Weißen. Mission erfüllt. Rasch machte die Frage die Runde, macht Casto auch in der nächsten Saison in Aurich weiter. Nach seinem Leistungsnachweis wohl eher eine rhetorische Frage, sollten Betrachter von außen meinen. Eben nicht, wenn man die Philosophie des Trainers als Maßstab anlegt.
Volle Kraft für erste Herren
Der sagte den Ostfriesischen Nachrichten am Donnerstagvormittag einige Stunden vor dem abschließenden Gespräch mit dem Auricher Vorstand über die weitere Zusammenarbeit: „Ich bin ambitioniert und will Fortschritte und nicht noch einmal gegen den Abstieg spielen. Ich habe klare Vorstellungen: Volle Kraft für die erste Herren.“
Keine Frage, Casto will seinen eingeschlagenen Weg auf dem Ellernfeld fortsetzen, ihn veredeln. Dabei soll es für die erste Herren nach oben in der Tabelle gehen, aber zu seinen Konditionen.
Für die neue Saison hat er schon einmal personell vorgelegt und zahlreiche Neuzugänge eingeworben. Darunter ehemalige Jugendspieler aus den Reihen von Kickers Emden, die Casto schon beim BSV trainiert hat. Dazu gesellen sich erfahrene Fußballer wie Keno Buss (Kickers Emden) oder Max Beccard (SV Wallinghausen) sowie Amar Karan (TuS Middels)
Vorerst ist die Spielersuche abgeschlossen, gleichwohl schließt Casto aber weitere Zugänge nicht aus. Sein Ziel: Er will die Mannschaft für die neue Saison breiter aufstellen, Positionen möglichst doppelt besetzten. „Es geht darum, dass wir nachhaltig und langfristig denken und handeln“, lautete die Maxime des Trainers.
Abschlussgespräch und Blick in die Augen
Am Donnerstagabend gab es das abschließende Gespräch mit den Auricher Verantwortlichen des Traditionsclubs. Es sollte schon in der vergangenen Woche stattfinden, doch Casto musste wegen eines Trauerfalls in der Familie nach Italien reisen.
Rund 90 Minuten setzten sich die Macher der SpVg und der Trainer zusammen. Dazu merkte Casto an: „Wir haben noch einmal die Rückrunde Revue passieren lassen und nach vorne geschaut. Der Verein will mit mir weitermachen. Ich auch.“
Beidseitiges Einvernehmen, ein Blick in die Augen und der Deal für die neue Saison war perfekt.
Zuvor standen die Zeichen bereits auf Weitermachen. Nach dem 3:1-Heimsieg gegen Norden hatte Fußballobmann Horst Kuhlmann erklärt: „Claudio hat einer toten Mannschaft neues Leben eingehaucht und großen Anteil, dass wir den Klassenerhalt sicher haben.“
Herrenfußballabteilungsleiter Heinz Haase betonte: „Casto führte die Mannschaft nach einer „herausragenden Rückrunde“ ins sichere Mittelfeld. „Sein Fußball ist ansehnlich und erfolgreich“, so Haase.
Mehrere Stellschrauben gedreht
Casto ergänzte im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten am Freitagvormittag: „Ich war es nicht allein. Die Jungs haben gespielt und geliefert. Und es gibt ein tolles Betreuerteam. Es waren mehrere Stellschrauben, an denen wir erfolgreich gedreht haben.“ Er sieht sich beim Traditionsclub mehr als Architekt und weniger als Heilsbringer. Auch zukünftig. Er will weiterhin „ansehnlichen Fußball“ bieten, getragen von einer Mannschaft, die weiterhin jung, aber auch mit erfahrenen Spielern bestückt sein wird.
Als Ziel für die neue Saison haben sich Trainer und Verein auf „mitspielen im oberen Tabellendrittel“ geeinigt. Für das letzte Spiel der Saison am Sonnabend (Anpfiff 16 Uhr) beim abgeschlagenen Schlusslicht Hinte ist noch eine Rechnung offen. Das Hinspiel verloren die Auricher auf eigener Anlage 1:3. Für Hinte sollte es einer der wenigen Siege (2), die der TuS bisher in dieser Saison einfuhr, sein.