Europawahlkampf in Ostfriesland Viele Wahlplakate in der Region Aurich/Wittmund beschädigt
Sie werden beschmiert, zerrissen oder gestohlen. Bislang zählte die Polizei in den Kreisen Aurich und Wittmund 32 angezeigte Fälle. Einige Parteien waren stärker betroffen als andere.
Aurich - Insgesamt 32 Anzeigen wegen Beschädigungen oder Diebstählen von Wahlplakaten wurden im aktuellen Europawahlkampf bereits bei der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund angezeigt.
Wie Polizeisprecherin Nancy Rose auf Anfrage mitteilte, betrafen davon 15 Anzeigen Standorte im Landkreis Aurich, davon jeweils drei in Aurich und Ihlow und zwei in Südbrookmerland.
Am stärksten betroffen waren Plakate der Grünen, von denen 13 entsprechende Anzeigen gestellt wurden. Bei den Grünen wurden jeweils vier Plakate in Brookmerland, Esens und Wittmund beschädigt, jeweils zwei in Aurich und Südbrookmerland und eines in Wiesmoor.
Am zweitstärksten betroffen waren Plakate der SPD. Von ihr wurden elf Anzeigen erstattet, bezogen auf jeweils drei Plakate in Esens und Wittmund, zwei in Brookmerland sowie jeweils eines in Aurich, Ihlow und Friedeburg.
Von der AfD wurden zwei Plakate in Ihlow beschädigt, was zur Anzeige gebracht wurde. Von CDU und Linken wurde bislang jeweils nur eine Plakatbeschädigung zur Anzeige gebracht, jeweils in Wittmund.
Zahl könnte noch steigen
Die Plakate wurden dort in irgendeiner Form beschädigt, vereinzelt oder auch entwendet, erklärte Polizeisprecherin Rose. Zu beachten sei, dass die Zahl der Beschädigungen womöglich noch höher sei. „Erfahrungsgemäß werden nicht alle Taten angezeigt“, sagte Rose. Zudem sei es möglich, dass die Anzahl in nächster Zeit noch steigt, da oft „Sammelanzeigen“ kommen, so die Sprecherin.
Hiesige Vertreter der Parteien hatten jüngst auf Anfrage betont, dass sie Beschädigungen nicht hinnehmen wollen – und deshalb auch nicht auf Plakate verzichten werden.
SPD-Geschäftsführer: „Werden alles zur Anzeige bringen“
So hatte zum Beispiel SPD-Regionalgeschäftsführer Sascha Pickel betont, er halte es für falsch, aus Angst vor Zerstörungswut nicht zu plakatieren. „Da müssen wir den Rücken gerade machen. Wir werden alles an Zerstörung zur Anzeige bringen. Das kann teuer werden für die Täter“, sagt Sascha Pickel.