Wohnungsmarkt in Aurich Kreis will Wohnkosten-Senkungs-Aufforderungen begrenzen
Um die Lage auf dem Wohnungsmarkt nicht noch weiter zu verschärfen, will die Kreisverwaltung alle Fälle genau prüfen - und notfalls auf die Aufforderung verzichten.
Aurich - Angesichts der schwierigen Lage auf dem Wohnungsmarkt will der Landkreis Aurich die Einzelfälle genau prüfen, bevor sogenannte Kostensenkungsaufforderungen verschickt werden. Das wurde jetzt in einer Dienstbesprechung der Arbeitsgruppe „KDU“ mit Vertretern aus Jobcenter und Sozialamt beschlossen, teilte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Bevor das Absenkungsschreiben rausgeht, findet eine Vorprüfung der Gesamtangemessenheit und der Wirtschaftlichkeit statt“, so der Sprecher.
Wenn es unwirtschaftlich sei, etwa durch hohe Umzugskosten, oder die Gesamtangemessenheit von Bruttokaltmiete und Heizkosten gegeben ist, werde nicht abgesenkt, betont der Landkreis. Auch wenn eine Absenkung faktisch nicht möglich ist oder der Leistungsbezieher den Nachweis erbringt, dass trotz Bemühungen keine angemessene Wohnung zu bekommen ist, finde keine Absenkung statt. „So soll dazu beitragen werden, die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen und die Zahl der Kostensenkungen in Grenzen zu halten“, schreibt der Sprecher.
Wohnungsmarkt im Kreis Aurich spitzt sich zu
Allerdings wurden seit Jahresbeginn vom Kreis-Jobcenter bereits rund 740 Absenkungsaufforderungen versandt. Allerdings: „Auch wenn die Situation auf dem hiesigen Wohnungsmarkt noch nicht so angespannt ist wie in den Ballungsgebieten, spitzt sich die Lage im Landkreis Aurich ebenfalls spürbar zu“, räumt die Kreisverwaltung ein.
Hintergrund: Während der Coronazeit war eine Absenkung der Wohnkosten durch das Jobcenter nicht zulässig. Diese Regelung wurde mit einer zeitlichen Befristung auch in das Bürgergeld übernommen. Nach dieser Karenzzeit, die bei vielen Leistungsempfängern zum 30. Juni 2024 endet, wird die Nachfrage nach Wohnungen voraussichtlich weiter steigen, heißt es.
Kreis will Gespräch mit Linken-Abgeordneter suchen
Wie berichtet, hatten die Linken-Kreistagsabgeordnete Blanka Seelgen (Aurich) und die Arbeitsloseninitiative Aurich gefordert, die Kostensenkungsverfahren auszusetzen und die Angemessenheitsgrenzen zu erhöhen. Die Kreisverwaltung teilte mit, man werde „das Gespräch mit der Antragstellerin suchen“.