Nach zwei Jahren Dauerbaustelle in Aurich Bald darf auf der Fockenbollwerkstraße gefeiert werden
Für Anwohner und Geschäftsleute war es eine erhebliche Belastung. Nun ist die wichtige Zufahrtsstraße nach Aurich fast fertig. Im Juni ist eine besondere Veranstaltung geplant.
Aurich - Trotz aller Belastungen der Anwohner und Geschäftsleute, trotz Problemen, Verzögerungen und schlechten Wetters: Am Ende ging es dann doch relativ zügig, meint zumindest Frank Buchholz. Nach fast zwei Jahren Dauerbaustelle und Sperrungen gab der Leiter der Auricher Landesstraßenbaubehörde am Mittwochnachmittag zusammen mit dem Auricher Bürgermeister Horst Feddermann und weiteren Beteiligten die Fockenbollwerkstraße (L 34) wieder in beide Fahrtrichtungen frei. „Ich bin froh, dass wir die Straße fertig haben“, sagte Feddermann.
Einige Restarbeiten an Geh- und Radwegen sowie der Bord- und Rinnenanlage im Bereich des Kreisverkehrs, der Wallinghausener Straße und der Egelser Straße, sollen in den nächsten Wochen folgen – dann voraussichtlich unter halbseitiger Sperrung. Für den Asphalteinbau und die Markierungsarbeiten in der Egelser Straße wird noch einmal eine mehrtägige Vollsperrung erforderlich sein.
Kleinere Tagesbaustellen sind noch für den Einbau der Bushaltestellen und der zwei Fußgängerampeln notwendig, die aber nur zu geringen verkehrlichen Einschränkungen führen werden, erklärte Buchholz. Die Umleitungsbeschilderung und die zwei zusätzlichen Ampeln am Hoheberger Weg sollen wegen der Restarbeiten zunächst noch bestehen bleiben.
Buchholz zeigte sich trotz viel Unmuts im Laufe der Bauzeit von Anwohnern und Geschäftsleuten am Ende zufrieden. Sogar den „worst case“, nämlich einen Brand in der Ubbo-Emmius-Klinik, zu der die Fockenbollwerkstraße eine Hauptzufahrt ist, habe man ohne Probleme gemeistert.
Wegen Planungsfehler drohte Baustopp
Zur Erinnerung: Im Oktober 2022 war kurz nach Baubeginn durch einen Planungsfehler plötzlich klar geworden, dass ein neuer Regenwasserkanal verlegt werden musste. Es musste umgeplant werden, ein Baustopp drohte. Immerhin: Seit dieser Änderung sei man relativ gut im Zeitplan geblieben.
Für die Landesstraßenbehörde sei es neu gewesen, in dieser Form innerorts zu bauen. „Ich glaube, wir haben einen guten Kompromiss erreicht, der zukunftsfähig ist und die Ortsteile Egels, Wallinghausen und Wiesens gut anbindet“, betonte Buchholz. Der neu entstandene Kreisel soll die Abbiege-Situation entspannen. Für die Autofahrer wurde die Straße etwas schmaler, die Radfahrer bekamen etwas mehr Platz. Einige Parkplätze für die Geschäfte, die ursprünglich nicht vorgesehen waren, konnten nun doch erhalten werden. Zudem gebe es jetzt eine klarere Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern. Insgesamt hat die Sanierung der Fockenbollwerkstraße rund fünf Millionen Euro gekostet, teilte die Straßenbaubehörde auf Nachfrage mit.
Zur symbolischen Freigabe waren am Mittwochnachmittag auch einige Anwohner gekommen, die davon in der Zeitung gelesen hatten. Eine Anwohnern aus der Straße Am Ostbahnhof erinnerte an die mitunter unübersichtliche Situation vor Ort: „Ich habe während der Bauzeit immer versucht, mich durchzumogeln. Das war nicht immer einfach.“
Anliegerin von Nebenstraße: „Wir wohnten zeitweise an der Autobahn“
Eine Anliegerin vom Mühlenweg, der in der Bauzeit als Schleichweg genutzt wurde, sagte: „Wir wohnten zeitweise an der Autobahn.“ Viele umliegende Seitenstraßen hätten durch den vielen Verkehr gelitten.
Sorgen, dass womöglich Anwohner an Sanierungskosten der Seitenstraßen beteiligt werden könnte, zerstreuten Tanja Ahrens vom Tiefbauamt und Bürgermeister Horst Feddermann. Wenn es Schäden gebe, würden dieser im Rahmen von Unterhaltungsmaßnahmen ausgebessert, so Ahrends. Außerdem gehe er von der Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung aus, so Feddermann.
Immerhin: In den letzten Monaten seien die Bauarbeiten sichtbar gut vorangekommen, lobte eine Anwohnerin aus der Graf-Enno-Straße.
Sebastian Wolff, Bauleiter bei der Firma Strabag, sagte: „Wir haben schon viel Unmut abbekommen. Das war nicht ohne.“ In Internet-Netzwerken habe oft Unwissenheit vorgeherrscht. Und Behördenleiter Buchholz erklärte, zu Beginn sei das Vorankommen der Arbeiten nicht so gesehen worden, weil sie im Untergrund stattfanden.
Geschäftsleute: „Wollen nach bitterer Zeit jetzt nach vorne schauen“
Im Sommer 2023 hatte Zahnarzt Dr. Rainer Janssen einen „Brandbrief“ an Buchholz und den Bürgermeister geschickt. „Zwei Jahre für 500 Meter. Das ist doch eine Lachnummer!“, hieß es darin. Die Geschäftsleute an der Straße gerieten in existenzielle Gefahr.
Thomas Baier, Inhaber des Biomarktes an der Fockenbollwerkstraße sagte auf Anfrage: „Es war eine lange Durststrecke. Und auch eine bittere Zeit. Aber jetzt wollen wir nach vorne gucken.“ Für Sonnabend, 15. Juni, planen Geschäftsleute und Anwohner ein Straßenfest, für das es bereits viele tolle Ideen gebe, von Flohmarkt bis Livemusik. „Das soll ein toller Tag werden für unsere Anwohner und Kunden“, kündigte Baier an.