Anschlag in Wittmund Zwei junge Männer wegen Sprengstoffexplosion vor Gericht
Im Mai 2023 zerriss ein Knall die mitternächtliche Stille in Wittmund. Ein Auto wurde in die Luft gejagt. Es geht um Rivalitäten zwischen zwei Familien.
Aurich/Wittmund - Im vergangenen Mai zerriss kurz vor Mitternacht ein ohrenbetäubender Knall die Abendruhe in Wittmund. Direkt vor einem Haus in einem Wohngebiet war ein BMW explodiert. Dabei entstand auch Schaden am Haus. Wenig später entdeckten die Ermittler die Ursache: Das Auto war mit Sprengstoff in die Luft gejagt worden.
Am Mittwoch, 15. Mai, beginnt nun ein Verfahren gegen zwei junge Männer vor dem Auricher Landgericht. Die 1. Große Jugendkammer unter dem Vorsitz von Richter Bastian Witte untersucht ab 9 Uhr, wie es zu der Tat gekommen ist. Weitere Verhandlungstermine sind für den 24. und 29. Mai, den 4. und 5. Juni sowie den 12. und 14. Juni – jeweils ab 9 Uhr – angesetzt.
Anklage umfasst mehr als die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück legt den heute 20 und 26 Jahre alten Angeklagten aus Wittmund unter anderem die Herbeiführung der Sprengstoffexplosion zur Last. Es soll ein Schaden im oberen fünfstelligen Bereich an dem Kraftfahrzeug und einem Wohnhaus entstanden sein. Es sind Zeugen und ein Sachverständiger geladen.
Im vergangenen November wurde der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags – der 26-jährige Angeklagte – festgenommen. Denn der mutmaßliche Bombenleger handelte laut den Ermittlungen der Polizei offenbar im Namen eines Auftraggebers, der erst ein halbes Jahr nach der Tat geschnappt wurde.
Mutmaßlicher Bombenleger soll im Auftrag gehandelt haben
Der mutmaßliche Bombenleger konnte bereits Ende Juni 2023 festgenommen werden. Das Amtsgericht Osnabrück erließ gegen den damals 19-Jährigen einen entsprechenden Haftbefehl und setzte diesen gegen Auflagen außer Vollzug. Der Beschuldigte war geständig, den Sprengsatz gelegt zu haben. Den Ermittlungsbehörden habe sich aber sofort die Annahme aufgedrängt, dass der heranwachsende Beschuldigte nicht allein für die Begehung des Bombenanschlags verantwortlich war, hieß es damals vonseiten der Staatsanwaltschaft.
Nach umfangreichen Ermittlungen der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund unter Leitung der Zentralstelle zur Bekämpfung krimineller Clanstrukturen der Staatsanwaltschaft Osnabrück konnte dann der mutmaßliche Auftraggeber festgenommen werden. Die Polizei hat die Tat nach ihren Ermittlungen als Gewalt zwischen rivalisierenden Clans bewertet.