Helenenstift  Bistro im „Heimathafen“ in Hage schließt

| | 29.04.2024 12:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Helenenstift in Hage ist Teil der Pflege- und Betreuungszentren (PBZ) des Landkreises Aurich. Foto: Romuald Banik
Das Helenenstift in Hage ist Teil der Pflege- und Betreuungszentren (PBZ) des Landkreises Aurich. Foto: Romuald Banik
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Laut Landkreis Aurich ist die Nachfrage zu gering, um die Gastronomie kostendeckend zu betreiben. Die Mitarbeiter sollen an einem anderen Ort eingesetzt werden.

Hage/Aurich - Zum 31. Mai wird das Bistro im „Heimathafen“ in Hage geschlossen. Diese Maßnahme sei Teil einer Umstrukturierung in den Pflege- und Betreuungszentren (PBZ) des Landkreises Aurich. Die PBZ sind Träger der Pflegeeinrichtungen Helenenstift in Hage und Johann-Christian-Reil-Haus in Norden.

Der Landkreis kündigte „umfangreiche Sanierungsmaßnahmen“ für die PBZ im laufenden Jahr ab. „Diese Schritte zielen darauf ab, die Effizienz und Nachhaltigkeit der Einrichtungen zu verbessern und die wirtschaftlichen Herausforderungen anzugehen, die der Betrieb in den letzten Jahren erfahren hat“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ein zentraler Aspekt der Umstrukturierung sei die Schließung des gastronomischen Betriebs des Bistros im Heimathafen in Hage zum 31. Mai 2024. Man habe festgestellt, dass dieser Unternehmensbereich nicht so gut in Anspruch genommen wurde, wie es für einen kostendeckenden Betrieb erforderlich wäre, heißt es vom Landkreis.

Den Bewohnern des Helenenstifts und den Mietern der ambulant betreuten Wohnungen der PBZ steht den Angaben zufolge künftig das ehemalige Café im Helenenstift für den Mittagstisch zur Verfügung. Auch den Gruppen, die sich regelmäßig im Heimathafen treffen, sollen alternative Räumlichkeiten angeboten werden, heißt es.

Umzug zum Bootshafen Hage

Das „Hafenkollektiv“ stelle bislang für Menschen mit Beeinträchtigungen Arbeitsplätze im Bistro und im Kreativbereich des Heimathafens bereit. Dieses Angebot werde künftig in die Räumlichkeiten des Bootshafens Hage verlagert, heißt es in der Mitteilung. Mit dieser Maßnahme könne das spezialisierte Arbeitsfeld für Menschen aus dem Bereich der Teilhabe aufrechterhalten werden. Der Umzug soll schrittweise erfolgen, wobei die Bedürfnisse und das Wohlergehen der Klienten des „Hafenkollektivs“ im Vordergrund stehen, verspricht der Landkreis. „Die zeitliche Taktung geben dabei die Klienten vor, die sich zunächst mit der veränderten Situation vertraut machen und die neuen Möglichkeiten erkennen und schätzen lernen müssen“, wird PBZ-Geschäftsführerin Tanja Frerichs zitiert.

Die Räumlichkeiten des Heimathafens werden künftig von der Tagespflege und dem ambulanten Pflegedienst der PBZ genutzt. Die dafür notwendigen baulichen Anpassungen seien „geringfügig“, beispielsweise müssten Handläufe montiert und eine Dusche eingebaut werden.

PBZ will Dienste „effektiver gestalten“

Die Neuausrichtung der Betriebsstrukturen spiegele das Bestreben der Pflege- und Betreuungszentren GmbH wider, ihre Dienste nachhaltig effektiver zu gestalten und den sich ändernden Bedürfnissen ihrer Anvertrauten weiterhin gerecht zu werden, heißt es in der Mitteilung des Landkreises.

Am Freitag seien die Beschlüsse zuerst den Beschäftigten der betreffenden Arbeitsbereiche kommuniziert worden. Im Anschluss seien bei einer Mitarbeiterversammlung alle teilnehmenden Beschäftigten über die Entscheidungen in Kenntnis gesetzt.

PBZ standen 2019 kurz vor Insolvenz

Zur Erinnerung: Im Jahr 2019 stand unter dem Strich bei der PBZ ein dicker Verlust von 837.000 Euro. Der gerade frisch vereidigte neue Landrat Olaf Meinen musste damals kurz vor Weihnachten in einer Eilentscheidung eine sechsstellige Summe aus dem Kreishaushalt zuschießen, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. 2020 konnte das Defizit auf 159.000 Euro reduziert werden, 2021 auf 151.000 Euro. 2022 stand erstmals wieder eine schwarze Zahl unter dem Strich, für 2023 war ein Überschuss geplant.

Bei der Konsolidierung der PBZ half seit Sommer 2021 die Beraterfirma Rosenbaum Nagy (Köln).

Zur Pflege- und Betreuungszentren GmbH gehören das Helenenstift mit 131 Heimplätzen und das Johann-Christian-Reil-Haus mit 147 Plätzen.

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