Zwei Übergriffe auf Schafe  Stadt Aurich beantragt Abschussgenehmigung für Wolf

| | 25.04.2024 16:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dieser Wolf wurde im vergangenen Jahr in Marcardsmoor überfahren. Mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde hat die Jägerschaft ihn präparieren lassen. Foto: Romuald Banik
Dieser Wolf wurde im vergangenen Jahr in Marcardsmoor überfahren. Mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde hat die Jägerschaft ihn präparieren lassen. Foto: Romuald Banik
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Im Februar und April wurden in Tannenhausen mehrere Schafe gerissen. Nun wollen die Politik und der Bürgermeister, dass die Gefahr beseitigt wird.

Aurich - Nach zwei bestätigten Wolfsrissen in diesem Frühjahr in Tannenhausen an vorschriftsmäßig eingezäunten Schafen will die Stadt Aurich eine sogenannte Genehmigung auf Entnahme des betreffenden Tieres stellen. Das bestätigte Bürgermeister Horst Feddermann im Anschluss an eine Veranstaltung der Jägerschaften zum Thema Wolfsmanagement.

Der Auricher Verwaltungsausschuss habe dies am Montag mit überwiegender Mehrheit beschlossen. Derzeit sei das Schreiben noch in Abstimmung mit dem betroffenen Schäfer Wilfried Wachtendorf und der Ortsbürgermeisterin Gerda Küsel (SPD), so Feddermann.

Schon verschickt sei allerdings ein Schreiben an Umweltminister Christian Meyer (Grüne), in dem die Stadt um Hilfe in der Sache bittet.

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Ziel: Schutz von Mensch und Tier in Tannenhausen

Was den Antrag auf Entnahme angeht, ist Feddermann entschlossen, aber auch realistisch. Andere betroffene Bürgermeister hätten ihm natürlich von den relativ geringen Erfolgsaussichten berichtet. „Aber nichts zu machen, wäre auch nicht richtig.“ So komme in Hannover wenigstens an, dass an vielen Stellen dringender Handlungsbedarf bestehe. „Wir haben hier ein Problem, mit dem wir umgehen müssen.“ Es sei nötig und wichtig, dass man das melde und eine Lösung einfordere, so der Bürgermeister.

Anlass für die beiden Schreiben seien natürlich die beiden Übergriffe auf die Schafe in Tannenhausen im Februar und April. Es gehe nicht um Vergeltung für die Tiere, sondern um den Schutz dessen, was da sei. Tannenhausen sei Wohn- und Touristenort. In unmittelbarer Nähe der betroffenen Weiden seien der Reiterhof Kleine Mücke, der Badesee mit der Ferienhaussiedlung, weitere Weidetierhalter und die Wohnbebauung in Tannenhausen.

Er selbst habe die Schafe am 12. April auf der Weide liegen sehen. Zudem war Feddermann am Donnerstag Gast bei der Pressekonferenz der Jägerschaften in Sandhorst. Schäfer Wilfried Wachtendorf berichtete dort unter Tränen vom Auffinden der getöteten und schwer verletzten Schafe. „Wenn einem das nicht an die Nieren geht, weiß ich auch nicht“, sagt Feddermann: „Das ist schon heftig.“