Kinderbetreuung in Großefehn Aus zwei Containergruppen wird eine neue Kita
In der Gemeinde fehlen 15 Kindergartenplätze. In Ostgroßefehn werden nun weitere Container aufgestellt. Die Politik drängt auf einen Neubau.
Großefehn - Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Großefehn wegen einer Anmelde-Delle eine Kindergartengruppe in eine Krippengruppe umgewandelt. Das bewährt sich in diesem Jahr – einerseits. Denn die 125 Kinder, die für Krippen angemeldet wurden, finden alle einen Platz. Es bleiben nach derzeitigem Stand sogar insgesamt sechs Plätze frei, wie der Erste Gemeinderat und zuständige Fachbereichsleiter Frank Cramer in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend, Senioren, Sport, Soziales und Kultur berichtete.
Eine Krux hat die Umwandlung nun aber doch: Denn die Kindergartenplätze, die im vergangenen Sommer durch die Umwandlung verloren gingen, fehlen nun wieder. Immer mehr Kinder besuchen den Kindergarten bereits ab dem dritten Geburtstag – und nicht erst mit vier oder fünf Jahren, so Cramer. Dazu trage auch bei, dass viele Kinder bereits in der Krippe seien und dann unmittelbar in den Kindergarten wechselten. 15 Kindergartenkinder haben nun keinen Platz bekommen. Deshalb will die Verwaltung schnell handeln und 25 neue Plätze in einer neuen Kindergartengruppe in Ostgroßefehn schaffen. Betreut werden die Kinder dort von 8 bis 13 Uhr.
Organisatorisch müssen Gruppen getrennt bleiben
Um diese Plätze bis August anbieten zu können, stellt die Gemeinde weitere Container auf. Der Ausschuss hat dem in der vergangenen Woche zugestimmt. Die neue Kindergartengruppe wird laut Cramer an die schon bestehende Krippengruppe angegliedert, die an der Straße Achtert Möhlen in Containern untergebracht ist. Bislang wurde diese Krippengruppe als Außenstelle des Kindergartens Großefehn geführt.
Das wird sich mit der zusätzlichen Kindergartengruppe ändern müssen, da Außenstellen laut Cramer nur eine Gruppe haben dürfen. In Ostgroßefehn entsteht also eine eigenständige neue Kita – mit eigener Leitung. Personal muss die Gemeinde allerdings nicht extra suchen. Die erforderlichen zwei Kräfte könnten vom Vertretungs-Pool an die Einrichtung wechseln, so Cramer. Bei den Vertretungskräften sei die Gemeinde dank einiger sehr guter Bewerbungen derzeit sehr gut aufgestellt.
In den bestehenden Containern gab es bereits eine Kindergartengruppe
Oft bemühen sich Verwaltungen, Container-Anlagen entweder für einen Kindergarten mit zwei Gruppen oder für eine Krippe mit zwei Gruppen aufzustellen. Das ginge in Großefehn aber am Bedarf vorbei. Entsprechend muss in der neuen Kita fast alles doppelt vorgehalten werden, beispielsweise getrennte Außenspielbereiche oder getrennte sanitäre Anlagen. Und dabei haben die Container, in denen nun die Krippe untergebracht ist, bereits eine Vorgeschichte als Kindergartendomizil. Bis zum vergangenen Jahr gab es dort Betreuung für Drei- bis Sechsjährige. Die Gruppe zog dann in einen frei gewordenen Raum im Haupthaus. Die sanitären Anlagen in den Containern wurden auf Krippenkind-Größe umgebaut.
Nun kommt die Kindergartengruppe in neue Container. Organisatorisch sind die beiden Gruppen Cramer zufolge exakt zu trennen, es sei aber eine pädagogische Zusammenarbeit angestrebt.
Für die neue Einrichtung wird laut Cramer ein Stück des Spielplatzes Achtert Möhlen gebraucht. Die Anlage werde wenig bespielt, deshalb halte die Verwaltung das für vertretbar. Der Vorteil: Ein Teil der dortigen Spielgeräte kann mitgenutzt und braucht nicht extra gekauft zu werden.
Fragen nach Perspektiven für Kita-Landschaft
Die Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, sind überschaubar: Da keine zusätzlichen Personalkosten anfallen, geht es nur um Investitionen in die „Hardware“ der Kita: Die Miete für die Container würde in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt rund 51.000 Euro betragen. Hinzu kommen 3000 Euro für die Einzäunung des Geländes, 12.000 Euro für die Herrichtung des Außengeländes und 15.000 Euro für die Anschaffung von Mobiliar.
Letzteres könnte dann mit den beiden Gruppen irgendwann in die geplante neue Kita im Zentrum einziehen, so Cramer.
Das löste Nachfragen aus: Hans Frese (BL) fragte, wie sich der Anteil der Kinder in den Jahrgängen, die eine Krippe oder einen Kindergarten besuchen, perspektivisch verändere: Steige die Nachfrage erkennbar weiter, müsse dies beim Neubau einer Kita berücksichtigt werden. Diese Frage konnte Cramer nicht ad hoc beantworten. Er zeigte sich aber optimistisch, dass sechs noch freie Krippenplätze für das kommende Kita-Jahr plus zehn freie Kindergartenplätze eine gute Basis bilden, um die Versorgung bis zum nächsten Sommer sicherzustellen.
Hinrich Trauernicht (SPD) wollte wissen, was mit dem bereits vor drei Jahren für eine Kita gekauften Grundstück an der Ecke Postweg/Polderstraße werde: „Wann kann man damit rechnen, dass die Pläne realisiert werden?“ Cramer verwies darauf, dass der Landkreis einer Zuwegung zum Postweg nicht zustimmen wolle. „Wir arbeiten tatsächlich gerade an einer Lösung und prüfen andere Lösungen“, so Cramer. Das könnten auch andere Grundstücke sein.