Breitband in Südbrookmerland Glasfaser für zwei weitere Ortsteile
Zwei weitere Ortsteile in Südbrookmerland werden bald über ein Glasfasernetz mit schnellem Internet versorgt. Welche das sind und wie die Bauarbeiten in Moordorf, Victorbur und Uthwerdum vorangehen.
Südbrookmerland - Für große Verunsicherung in der Bevölkerung haben laut Bürgermeister Thomas Erdwiens (FWG) die Entwicklungen rund um den Glasfaserausbau in der Gemeinde gesorgt. Mit der Kooperation von Landkreis und Vodafone, dem eigenständigen Anbieter Deutsche Glasfaser und dem EWE-Telekom-Konsortium Glasfaser Nordwest buhlen gleich drei Anbieter in Südbrookmerland um die Gunst der Kunden. Ein Anbieter, so scheint es, sticht dabei den anderen aus. Wie Glasfaser Nordwest nun bekannt gab, will das Unternehmen nun noch in zwei weiteren Ortsteilen aktiv werden.
Neue Leitungen für zwei weitere Dörfer
Rund sechs Wochen nach dem eigentlichen Baustart hatte Glasfaser Nordwest am Dienstag zu einem Pressetermin in den Meyerweg geladen. Einerseits, um über den nun angelaufenen Ausbau in Moordorf, Uthwerdum und Victorbur zu informieren. Und andererseits, um ein weiteres Ausbauprojekt in der Gemeinde anzukündigen. Schon im kommenden Monat soll demnach die Vermarktung von Glasfaseranschlüssen in Münkeboe und Moorhusen starten. Die Arbeiten für die Verlegung der Leitungen sollen im Sommer beginnen. Mehr als 900 Haushalte und Betriebsstandorte können in diesem Gebiet angeschlossen werden, wie Sascha Zink, Leiter für Kommunales und Wohnungswirtschaften bei der Glasfaser Nordwest, sagt. Insgesamt erreicht das Unternehmen dann rechnerisch mehr als 5500 Haushalte in der Gemeinde.
Voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres sollen die ersten Haushalte in Südbrookmerland an das neue Glasfasernetz angeschlossen werden. Bis dahin müssen rund 75 Kilometer Glasfaserleitungen in den Ortsteilen verlegt werden. Sechs Baukolonnen sind dazu im Gemeindegebiet unterwegs. Aktuell macht denen jedoch das Wasser zu schaffen. Einerseits in Form von Regen und andererseits in Form eines sehr hohen Grundwasserspiegels. Der macht zwar den Leitungen selbst nichts aus. Jedoch lassen sich die darüber liegenden Straßen und Wege zunächst nicht wieder so herrichten, wie es eigentlich sein müsste. „Da werden wir nacharbeiten müssen“, sagt Johann Albers von EWE Netz, der den Ausbau in Südbrookmerland begleitet. Das Problem: Der Unterbau der Straßen, der für die Verlegung der Leitungen geöffnet werden muss, lässt sich wegen der Nässe nicht ordentlich verdichten. Albers geht deshalb davon aus, dass das Pflaster stellenweise absacken könnte und deshalb erneut aufgenommen werden muss.
Bürgermeister Thomas Erdwiens begrüßt grundsätzlich, dass es mit dem Glasfaserausbau in Südbrookmerland vorangeht. Jedoch hätte er sich gewünscht, dass die verschiedenen Anbieter aufeinander zugehen und sich untereinander abstimmen. Der hart geführte Wettbewerb habe zu Verunsicherung geführt. Wie berichtet, hatte sich auch die Deutsche Glasfaser darum bemüht, in Südbrookmerland ein Verteilnetz für schnelles Internet aufzubauen. Dazu wurden im Rahmen einer Vorvermarktung etliche Vorverträge geschlossen. Das für einen Ausbau gesteckte Ziel von 33 Prozent der möglichen Haushalte wurde nach Informationen der Gemeinde erreicht. Dennoch gibt es seitens des Unternehmens bislang kein klares Bekenntnis zu einem Ausbau mit konkreten Terminen.
Kurze Fristen wegen Kartellauflagen
Mitten in die Vorvermarktungsphase platzte dann Glasfaser Nordwest und mischte den Markt in der Gemeinde deutlich auf. „Wir wurden überrollt“, sagt Bürgermeister Thomas Erdwiens. Auf Außenstehende wirkte es, als sei die Entscheidung für das Projekt in Südbrookmerland bei Glasfaser Nordwest kurzfristig gefallen, um den Mitbewerber Deutsche Glasfaser auszustechen. Doch das ist laut Sascha Zink nicht der Fall. Die Planungen liefen im Hintergrund schon deutlich länger. Dass diese nicht früher kommuniziert wurden, liege an kartellrechtlichen Vorgaben. Glasfaser Nordwest müsse geplante Projekte zunächst an das Kartellamt melden und genehmigen lassen, bevor die Kommunen mit ins Boot geholt werden. So lange gelte eine Kommunikationssperre. Parallel würde dann aber schon die Detailplanungen laufen. Gibt das Kartellamt grünes Licht, gehe dann alles sehr schnell und der Ausbau beginne. Ein ähnliches Beispiel ist demnach die Gemeinde Dornum. Dort sei die Kommunikationssperre in der vergangenen Woche aufgehoben worden, demnächst soll dort mit dem Ausbau begonnen werden. Ähnliche Pläne gibt es laut Glasfaser Nordwest auch für die Gemeinde Großheide und Wiesmoor.