Verkehr in Südbrookmerland  Warten auf die Bagger

| | 15.04.2024 17:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nur eine von vielen stark beschädigten Stellen am Alander Weg. Mit dem Auto ist das Befahren der Straße abenteuerlich. Mit dem Fahrrad kann es durchaus auch gefährlich werden. Foto: Holger Janssen
Nur eine von vielen stark beschädigten Stellen am Alander Weg. Mit dem Auto ist das Befahren der Straße abenteuerlich. Mit dem Fahrrad kann es durchaus auch gefährlich werden. Foto: Holger Janssen
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Der Alander Weg in Victorbur soll saniert werden. Das ist trotz mehrfacher Verzögerungen auch weiterhin geplant. Dennoch gab es für die Anwohner nun eine schlechte Nachricht.

Aus seiner Skepsis bezüglich der Sanierung des Alander Weges in Victorbur machte Matthias Harbig keinen Hehl: „Sehen wir in diesem Jahr überhaupt noch Maschinen?“, wollte er von den Mitgliedern des Bauausschusses wissen. Hintergrund: Seit Jahren warten die Anwohner auf die Sanierung der desolaten Fahrbahn. Als der Gemeinderat dann endlich den Weg für die Arbeiten freigemacht hatte, folgte die nächste Hiobsbotschaft. Nun scheint es, als könnten die Arbeiten tatsächlich in diesem Jahr beginnen. Dafür erhielten die Anlieger jedoch eine andere schlechte Nachricht.

Als die Politik im vergangenen Jahr den Beschluss fasste, 200.000 Euro für den Alander Weg bereitzustellen, war eines bereits klar: Das Geld würde nur für einen Teilabschnitt der Straße reichen. Die Idee: Am Moorweg beginnend sollte so lange gebaut werden, wie das Geld reicht. Doch es passierte nichts. „Wir haben das nicht geschafft“, nannte Bauamtsleiter Konke Wienekamp seinerzeit den Grund. Als eine Art Trostpflaster schlug man vor, dafür in diesem Jahr zusätzliches Geld bereitzustellen und damit die gesamte Straße zu sanieren. Und tatsächlich: 338.000 Euro stehen im Haushalt bereit.

Doch dann folgte die nächste Hiobsbotschaft. Statt die Maßnahme zu planen und auszuschreiben, mussten weitere Gespräche geführt werden. Unter anderem mit der EWE und dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Einerseits um zu klären, ob im Zuge der Bauarbeiten Leitungen erneuert werden sollen. Schließlich macht es wenig Sinn, dies erst nach der Sanierung der Straße zu tun. Andererseits sollte geklärt werden, ob die Unternehmen die möglicherweise in Zukunft anstehende Erschließung von Flächen am Alander Weg vorbereiten wollen, für die Baurechte bestehen.

Kein schnelles Internet geplant

Mitgedacht hat die Gemeindeverwaltung zudem offenbar beim Breitbandausbau. Ebenfalls um zu verhindern, dass eine frisch sanierte Straße wieder aufgerissen werden muss, wollte die Gemeinde von den Telekommunikationsunternehmen wissen, ob diese vorbereitend Leitungen oder zumindest Leerrohre verlegen wollen. Doch so wie es derzeit aussieht, wird das nicht geschehen. Zumindest habe die Gemeinde keine diesbezüglichen Informationen erhalten. Derzeit scheint es, als würde es mittelfristig keinen Breitbandausbau am Alander Weg geben. Zwar will die EWE eine Gasleitung erneuern, sodass die alte Leitung laut Bauamtsleiter Konke Wienekamp möglicherweise für den Ausbau genutzt werden könnte. Ob es dazu kommt, ist allerdings ungewiss.

Was die Sanierung selbst betrifft, ist noch nicht klar, wann mit der Sanierung begonnen wird. Derzeit geht es laut Wienekamp um ein sogenanntes Baugrundgutachten. Mit dessen Hilfe soll festgestellt werden, wie der Unterbau der Straße hergerichtet werden muss. Schließlich solle die Straße nach der Sanierung möglichst 20 bis 30 Jahre halten.

Kritik wegen fehlender Antworten

Schuldig blieb das Bauamt jedoch Antworten auf Fragen, zu deren Klärung es bereits in einer vorangegangenen Sitzung beauftragt worden war. Nämlich zur möglichen Bebauung der weiteren Grundstücke. Die würde schließlich auch die Straße selbst betreffen, wenn beispielsweise der Baustellenverkehr darüber rollen würde. Ausschussvorsitzende Sophia Ulferts-Dirksen monierte, dass darüber offensichtlich nach wie vor nicht mit den Eigentümern gesprochen worden sei.

Geklärt ist hingegen die Frage nach einer neuen Schmutzwasserleitung. Derzeit verfügen die Häuser am Alander Weg laut Meik Eden vom Bauamt über sogenannten Kleinkläranlagen. Im Zuge der Straßensanierung wäre die Anbindung an die Schmutzwasserkanalisation denkbar gewesen. Doch diesbezüglich habe der OOWV derzeit kein Interesse. Eine Anbindung lohne sich nicht. Das könnte sich möglicherweise ändern, wenn auf der gegenüberliegenden Straßenseite mehrere neue Häuser entstehen. „Aber so vorausschauend sind die Versorger nicht“, so Eden.

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