Erlass des Landes Niedersachsen Weitere 762 Flüchtlinge für Landkreis Aurich angekündigt
Für ganz Ostfriesland wird mit über 2000 Menschen gerechnet. Landesinnenministerin Daniela Behrens spricht von großen Belastungen für die Kommunen. Die Auricher Kreisverwaltung bleibt aber gelassen.
Aurich/Hannover - Bis Ende September soll der Landkreis Aurich 762 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Diese neue Verteilquote hat das niedersächsische Innenministerium der Kreisverwaltung nach eigenen Angaben am Mittwoch per Erlass mitgeteilt. Nach Angaben des Ministeriums soll der Landkreis Leer in den nächsten sechs Monaten sogar 1024 weitere Flüchtlinge aufnehmen, der Landkreis Wittmund 173 und die Stadt Emden 88. Die Berechnung erfolgt laut Ministerium vorwiegend auf Grundlage der Bevölkerungszahl und unter Berücksichtigung bestehender Über- und Unterquoten bei der bisherigen Aufnahme. Das Land geht in den kommenden sechs Monaten von einer Gesamtzahl von rund 21.000 Geflüchteten aus, die in den Kommunen untergebracht und versorgt werden müssen.
Innenministerin Daniela Behrens sagte: „Die Kommunen werden durch die nach wie vor hohen Zugangszahlen auch weiter großen Belastungen ausgesetzt sein.“ Man tue alles, um die Kommunen bei der Bewältigung der Lage zu unterstützen, so die SPD-Politikerin. Die Kommunen sollen mindestens sechs Wochen Vorlaufzeit bekommen, bevor sie Personen aus der Landesaufnahmebehörde zugeteilt bekommen.
Auricher Kreisverwaltung: Haben ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten
Die Auricher Kreisverwaltung reagierte auf ON-Anfrage relativ gelassen auf die neue Verteilquote: Es handele sich zunächst um eine „rechnerische Größe“, teilte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels mit. „Die tatsächlich in den Landkreis kommende Zahl an Flüchtlingen kann deutlich anders aussehen.“ Und: „Aktuell gibt es bei uns ausreichend Unterbringungsmöglichkeiten, um Menschen in der genannten Anzahl bei uns aufzunehmen.“
Seit 1. August 2021 wurden dem Kreis Aurich bislang mehr als 5100 Geflüchtete zugewiesen, davon gut die Hälfte aus der Ukraine. Insgesamt sind derzeit mehr als 2400 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Aurich untergebracht, davon allein mehr als 650 in mehreren Gebäuden auf dem früheren Auricher Kasernengelände.