Autofabrik in Emden VW-Konzernbetriebsratschefin fordert stabile Auslastung für Emder Werk
Chefvisite: Einmal im Jahr besichtigen Konzernvorstände den ostfriesischen Standort. Es gab viel Lob - aber auch konkrete Forderungen Richtung Wolfsburg.
Emden - Eine stabile Auslastung des Emder Volkswagenwerkes hat die Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrates, Daniela Cavallo, am Freitag beim jährlichen Standortsymposium gefordert. Werksleiter Uwe Schwartz forderte in Anwesenheit von Konzernpersonalvorstand Gunnar Kilian ebenfalls „Stabilität in Auslastung und Fahrweise“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Konzernbetriebsratschefin Cavallo sagte: „Die Kolleginnen und Kollegen in Emden brauchen schnell eine stabile Fahrweise. Das ist bekannt und umso deutlicher beim Standortsymposium geworden. Auf der einen Seite haben wir sicher die schwierige Situation zum Start des reinen Elektrowerkes. Auf der anderen Seite haben wir eine Belegschaft erlebt, die sich trotz allem durch Enthusiasmus, Ideenreichtum und große Identifikation mit dem Standort auszeichnet. Wir haben gemeinsam mit dem Management Beispiele für schnellere Prozesse und weitreichende Maßnahmen zur echten CO2-Neutralität kennengelernt. Vor allem aber haben wir mit dem ID 7 und dem ID 7 Tourer zwei Emder Produkte, die die Kunden sicher begeistern werden. Bei mir haben sie das restlos geschafft.“
Mehr als 1,3 Milliarden Euro in Umbau investiert
Werksleiter Schwartz und der Emder Betriebsratsvorsitzende Manfred Wulff betonten beim Gang durch die Fabrikhallen die Bedeutung der Transformation für den Bau von Elektroautos, in die mehr als 1,3 Milliarden Euro investiert wurden. Zugleich zeigten sie den Vertretern des Konzern- und Markenvorstandes sowie des Betriebsrats auf, wie man den aktuellen Herausforderungen begegnen und den Standort künftig strategisch ausrichten werde.
Dabei standen stabile Fertigungsprozesse, effiziente Organisationsstrukturen sowie die strategische Energieversorgung im Fokus. Die zukunftsorientierten Themen wurden durch einen historischen Exkurs zum 60-jährigen Geburtstags des Standorts ergänzt, bei dem das Veranstaltungsprogramm sowie historische Exponate gezeigt wurden. Höhepunkt soll der große Familientag für Mitarbeitende, Verwandte und Freunde am 14. September sein.
Personalvorstand: „Haben Mannschaft mitgenommen“
Konzernpersonalvorstand Kilian sagte: „60 Jahre Volkswagen Emden bedeuten 60 Jahre erfolgreiche Weiterentwicklung. Die aktuelle Transformation zum CO2-neutralen Produktionsstandort vollelektrischer Autos belegt das exemplarisch. Durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen und Investitionen in Aus- und Weiterbildung haben wir unsere Mannschaft auf diesem Weg mitgenommen. Mit den Fähig- und Fertigkeiten unseres Teams ermöglichen wir eine nachhaltige Fabrik, nachhaltig angetriebene Fahrzeuge und vor allem eine nachhaltige Zukunft für Volkswagen und die beruflichen Perspektiven der Belegschaft.“
Werksleiter Schwartz sagte: „Wir befinden uns momentan in herausfordernden Zeiten, die uns als Mannschaft viel abverlangen. Klare Botschaft ist, dass wir als Standort jetzt Stabilität in Auslastung und Fahrweise benötigen. Darüber hinaus hat das Emder Team viele zukunftsweisende Themen vorgestellt, die uns dabei helfen werden, unsere hochgesteckten Ziele zu erreichen. Unsere Bemühungen, den Standort und die Produktion CO2-neutral auszurichten, beeindrucken mich persönlich immer wieder. Heute haben wir gemeinsam mit unserem Partner, der VW Kraftwerk GmbH, den Weg aufgezeigt, mit dem wir bis 2030 bilanziell CO2-neutral sein können.“
Emder Betriebsrat fordert mehr Anstrengungen beim Vertrieb
Der Emder Betriebsrat Wulff sagte: „Während des Standortsymposiums haben wir dem Vorstand eindrucksvoll unseren erfolgreichen Umbau zum Elektrostandort gezeigt. Der Ideenreichtum aus Ostfriesland ist schon öfter Musterbeispiel für andere Konzernteile geworden. Der Vorstand konnte spüren: in Ostfriesland identifizieren wir uns sehr mit der Fabrik und unseren Produkten. Besonders stolz sind wir auf den ID 7 und den ID 7 Tourer. Diese zwei neuen Flaggschiffe bereichern die ID-Familie und sind für den Konzern sehr wichtig. Wir haben aber auch mehr Anstrengungen gefordert, um mehr Kunden für unsere tollen Modelle zu überzeugen.“