Betreuung in Südbrookmerland  Elternverein hört auf – so geht es mit Victorburer Kindergarten weiter

| | 29.03.2024 16:53 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Jacken und Taschen hängen an einer Garderobe in einem Kindergarten. Foto: Patrick Pleul/DPA
Jacken und Taschen hängen an einer Garderobe in einem Kindergarten. Foto: Patrick Pleul/DPA
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Der Elternverein des Kindergartens „Bienenkorb“ in Victorbur hat den Betreibervertrag mit der Gemeinde Südbrookmerland gekündigt. Was dahinter steckt und wie es mit der Einrichtung weiter geht.

Südbrookmerland - Vor einer großen Veränderung steht der Kindergarten „Bienenkorb“ in Ostvictorbur. Der Elternverein, der seit Jahrzehnten für den einstigen Kinderspielkreis verantwortlich ist, hat die Kündigung des Betreibervertrages mit der Gemeinde Südbrookmerland zum schnellstmöglichen Zeitpunkt beschlossen. Ein möglicher neuer Träger wurde bereits gefunden – doch zunächst muss die Politik zustimmen.

50 Betreuungsplätze

Gegründet wurde die Einrichtung bereits Ende der 1980er Jahre als Kinderspielkreis. Seit Januar 2018 darf sie sich Kindergarten nennen. Vor allem ein Verdienst des Vorstandes, der die Amtsgeschäfte nach einer schwierigen und wohl auch existenzgefährdenden Zeit übernommen hatte. Wie seinerzeit berichtet, hatte ein früherer Vorsitzender dem Verein durch Betrug und Untreue einen Schaden von mehr als 170.000 Euro zugefügt. Doch mit dem neuen Vorstand um den Vorsitzenden Uwe Ditzler ging es in den folgenden Jahren bergauf.

Heute verfügt die Einrichtung über 50 Betreuungsplätze in zwei Gruppen. Gearbeitet wird nach dem sogenannten geschlossenen Konzept. Vereinfacht dargestellt bedeutet das, dass sich die Kinder überwiegend in ihrer Gruppe aufhalten und nicht, wie bei einem offenen Konzept, beliebig zwischen den verschiedenen Gruppenräumen wechseln. Davon versprechen sich die Verantwortlichen unter anderem bessere Möglichkeiten zur Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung der Kinder.

In das Gebäude wurde investiert

In den vergangenen Jahren ist in das alte Schulgebäude an der Ostvictorburer Straße, das bereits seit Anfang der 2000er Jahre durch die Einrichtung genutzt wird, immer wieder investiert worden. So wurden dort vor einigen Jahren beispielsweise die Sanitäranlagen erneuert.

Nachdem aus dem einstigen Spielkreis mit Jahresbeginn 2018 ein Kindergarten wurde, steht nun ein erneuter Umbruch an. Offenbar, weil sich für den Elternverein kein neuer Vorstand finden ließ, wurde der Gemeinde mitgeteilt, dass der Betreibervertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt werden soll.

Doch wie es die Gemeinde vom jetzigen Vorstand kennt, wurde eine mögliche Lösung der Trägerschaftsfrage direkt mitgeliefert. Wie aus den Unterlagen zur bevorstehenden Sitzung des Südbrookmerlander Kitaausschusses hervorgeht, hat der Elternverein bereits Kontakt zum Deutschen Roten Kreuz aufgenommen und wegen einer Übernahme der Trägerschaft angefragt. Das DRK habe Interesse an der Übernahme signalisiert. „Der Kindergarten kann mit dem bestehenden Konzept und den Mitarbeiterverträgen ohne große Änderungen übernommen werden“, heißt es in der von der Gemeinde veröffentlichten Sitzungsvorlage. Die Mitglieder des Elternvereins hätten sich einstimmig für das DRK als neuen Träger ausgesprochen.

So geht das Verfahren weiter

Am kommenden Donnerstag sollen die Mitglieder des Kitaausschusses über die Angelegenheit beraten. Großer Widerstand aus der Politik ist dabei nicht zu erwarten. Allerdings gab es in der Vergangenheit immer wieder Forderungen, wonach die Gemeinde selbst als Träger mindestens einer Kita auftreten solle. Richtig konkret sind derartige Vorstöße bislang aber nicht geworden. Neben dem Fachausschuss wird sich knapp zwei Wochen später auch der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss mit dem Thema befassen. Der in den Unterlagen genannte Beschlussvorschlag steht unter einem Vorbehalt, nämlich der Zustimmung des Kuratoriums der Einrichtung. Das soll am 23. April tagen und sich mit der Übergabe der Trägerschaft an das Deutsche Rote Kreuz beschäftigen.

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