Supermarkt in Marienhafe E-Center nimmt rasant Gestalt an
Seit Donnerstag läuft der Innenausbau des großen neuen Kruse-Marktes in Marienhafe. Schon jetzt stehen Regale, Kühltruhen und Kassen. So sieht es drinnen aus.
Marienhafe - Es ist ein wildes Gewusel – sowohl im bisherigen Edeka-Laden in Marienhafe als auch auf der Baustelle für das neue E-Center. Im Laden und auf dem Parkplatz davor drängeln sich am Dienstagmorgen die Kunden zum Einkauf. Mitarbeiter räumen frische Produkte, aber auch weiterhin Konserven in die Regale, denn bis zum Umzug soll das Sortiment vollständig sein, wie Inhaber Manfred Kruse sagt.
Aus manchen Bereichen werden die Waren aber auch seit einigen Tagen abverkauft – beispielsweise aus dem Schreibwarenbereich, aber auch Kleiderbügel, Geschirr und Elektroartikel. Kruse hat dafür im früheren Blumenladen einen Sonderverkauf eingerichtet.
Aufbau läuft seit Donnerstag
Er selbst ist auf der Baustelle – umtost von Dutzenden Anfragen. Handwerker wuseln in allen Ecken des Marktes, schließen die Kühltruhen an, bauen auf, bringen Strom in den Kassenbereich.
„Am vergangenen Mittwoch haben wir von 9 bis 18 Uhr hier die Übergabe des Gebäudes gemacht“, sagt Kruse. „Es ist Wahnsinn, was seitdem schon alles geschafft wurde.“ Die Ladenbauer sind unter Hochdruck aktiv. Schon am vergangenen Donnerstag seien die ersten Regale aufgestellt worden, am Freitag dann der Tiefkühlbereich und die Tresen.
Fast einen Monat liegt noch vor dem Team bis zur Eröffnung am 25. April. Trotzdem ist der Zeitplan eng. Am 20. April um 14 Uhr schließt der bisherige Edeka-Laden für immer. Dann beginnt der Einzug ins E-Center. Kruse hat für den neuen Markt 80 Mitarbeiter beisammen.
Zusammen mit einem Vertriebsteam von Edeka müssen sie ab Ostern die Regale „einspiegeln“, wie es im Einzelhandel heißt. Denn je perfekter das Regal aufgeteilt und eingeräumt ist, desto attraktiver finden das die Kunden. Dann folgen die Bestellung der Waren und das sorgfältige Einräumen.
Fliesen als besonderer Hingucker
Wer das neue Center betritt, staunt zunächst über die Größe. Als Farben dominieren im unbestückten Markt das Schwarz der Regale, die Holzelemente an der Decke und petrolfarbene glänzende Fliesen im Obstbereich und an den Frischetheken. Diese Fliesen sind ein Hingucker, über den Kruse sich freut.
Der Kaufmann freut sich auch über die Veränderungen im Vergleich zum jetzigen Markt. Während bisher der Postschalter, der Kassenbereich und die Pfandrückgabe etwas gedrängt zusammenstoßen, ist im neuen Center viel mehr Platz. Im Eingangsbereich gibt es zwei Pfandautomaten. Ein dritter könnte nachgerüstet werden. Drei Doppelkassen sind vorbereitet, eine Schnellkasse gibt es am Infoschalter. Sie warten bisher still auf den Ansturm am Eröffnungstag.
Das gleiche gilt für die Selbstbedienungskassen. Wenn die Kunden diese für sich entdecken, ist noch Platz für eine dritte. Und der Platz für die Poststelle ist erst eine Ecke weiter.
Kruse will mit Frische und Service punkten
Als Erstes hebt Kruse bei der Besichtigung den Obst- und Gemüsebereich hervor. Doppelt so groß wie bislang soll er werden, inklusive einem Zubereitungsbereich für frische Salate.
Mit den Frischebereichen wollen Edeka und Kruse gegen Mitbewerber wie die Discounter punkten. Rund 30 Meter lang ist der Tresen, an dem Käse, Fleisch und Wurstwaren verkauft werden. Im Hintergrund – ebenfalls petrolfarben gefliest – gibt es einen offen einsehbaren Bereich, in dem das Fleisch zerlegt und vorbereitet wird.
Vor dem Frischbereich stehen vier lange Doppeltruhen. Laut Kruse gibt es 48 Meter Platz für Tiefgekühltes. Über allem wacht ein Störtebeker-Bild, das die Samtgemeinde ihm geschenkt habe, so Kruse.
Schreibtisch zieht mit aus Hage um
Auch die Kühlregale sind schon aufgestellt. Daneben die Regale für Getränke. Wo später die Spirituosen, Wein und Sekt stehen werden, sind die Regale etwas höher. Das Verkaufsregal selbst misst auch nur 1,80 Meter, wie Kruse betont. Darüber sei Platz für Dekoration.
In der Ecke vorne an der Rosenstraße wird die Wikinger-Bäckerei Lorenz wieder einen Verkaufstresen mit Sitzbereich einrichten – allerdings größer als im jetzigen Markt. Auch Außensitzplätze soll es geben.
Ganz in der Nähe geht die Treppe hoch zum Personalbereich. Toiletten, Umkleideräume, der Pausenbereich und das Marktleiterbüro sind allesamt neu eingerichtet.
Nur am Ende des Gangs, dort wo Manfred Kruse sein neues Hauptbüro hat, ist noch etwas Vergangenheit mit eingezogen. Der Kaufmann, zu dessen Unternehmen neun Märkte gehören, zieht vom bisherigen Sitz in Hage nun nach Marienhafe um. Sohn Marco übernimmt sein Büro in Hage. Der knapp 20 Jahre alte kapitale Schreibtisch begleitet Kruse an die neue Wirkungsstätte.
Aldi übernimmt noch nicht im Mai
Vom Büro aus schaut er auf den großen Parkplatz, der die gesamte Fläche zwischen Rosenstraße und Bundesstraße sowie zwischen E-Center und dem neuen Rossmann-Markt einnimmt. Der Rossmann-Markt ähnelt dem E-Center äußerlich wie ein Zwilling. Beide sind geprägt von gelb- und anthrazitfarbenen Fliesen beziehungsweise Steinen und weißen Säulen. Das E-Center-Gebäude schließt sich auf seiner Rückseite, die zum ZOB und zur IGS zeigt, allerdings optisch den dortigen Gebäuden an.
Wie es ab Mai auf der anderen Seite der Straße weitergeht, wird sich zeigen. Aldi übernimmt die Immobilie und baut dort einen neuen Markt. Kruse sagte, er habe dort noch Vertrag bis Ende Juni und Aldi eine frühere Übernahme angeboten. Die sei aber abgelehnt worden. Aldi hatte mitgeteilt, noch in diesem Jahr, spätestens jedoch im ersten Halbjahr 2025 eröffnen zu wollen. Derzeit läuft aber noch das B-Plan-Verfahren. Die öffentliche Auslegung endet diese Woche.