Zwei Trainer im Fokus Bezirksligatrainer in verschiedenen Gefühlswelten unterwegs
Weshalb der Auricher Coach Claudio Casto den dritten Sieg anstrebt. Sein Kollege aus Großefehn, Bi Le Tran, hat einen Plan, um den Negativtrend zu stoppen
Aurich/Großefehn – Die Gefühlslage der beiden Bezirksligatrainer Claudio Casto (SpVg Aurich) und Bi Le Tran (SV Großefehn) könnte vor dem 24. Spieltag kaum unterschiedlicher sein.
Während der SVG-Trainer Tran mit seiner Elf nach der Winterpause drei Niederlagen in Folge kassierte, entfachte Casto mit zwei Siegen hintereinander Hoffnungen auf bessere Zeiten beim abstiegsbedrohten Auricher Traditionsclub.
Der bekommt es am Sonntag um 15 Uhr auf dem Ellernfeld mit dem TuS Pewsum zu tun. Kurios ist, dass die Pewsumer als Tabellenfünfter ein negatives Torverhältnis aufweisen. Trainer Casto hat die Krummhörner bereits dreimal beobachtet. Sein Fazit: „Die Mannschaft hat Qualität, sie ist aber hinten nicht so stabil.“
Der schlafenden Riese
Nach den Erfolgen gegen Larrelt und in Borssum setzt der neue Auricher Trainer auf den dritten Dreier in Serie. „Wenn wir da unten herauskommen wollen, dann benötigen wir einen Sieg. Alles andere wäre nicht mein Anspruch“, so Casto und weiter: „Ich brenne ohne Ende und möchte in der Mannschaft und Drumherum ein Feuer entfachen.“ Aufbruchstimmung und Motivationspillen, um den „schlafenden Riesen“ vom Ellernfeld aufzuwachen. Ein ehrgeiziges Projekt, das Schritt für Schritt angegangen werden soll, so Casto.
Aufgrund der Wettervorhersage geht er davon aus, dass die Partie auf Kunstrasen ausgetragen wird. Jens Kampmann ist nicht einsatzbereit und zwei Urlauber kehren zurück zur Mannschaft. Alles ist angerichtet für den dritten Sieg in Folge. Eine Serie, die es schon lange nicht mehr am Ellernfeld gegeben hat. Die Pewsumer hatten sich im Sommer nach drei Spielzeiten von Trainer Bernd Buß getrennt. Nachfolger wurde Jonas Petersen. Dieser überraschende Wechsel hatte für reichlich Wirbel und Gesprächsstoff in der Liga gesorgt. Die Wogen haben sich geglättet und Petersen führte die Mannschaft in die Spitzengruppe der Bezirksliga, die häufig knappe Resultate einspielt. Nach der Winterpause kamen die Krummhörner zu drei Siegen und einer Niederlage. Sie sind somit keine Laufkundschaft am Ellernfeld.
Ungewohntes Gefühl
Das dürfte auch für den FC Norden gelten, der den SV Großefehn am Sonntag um 15 Uhr empfängt. Abstiegskandidat Norden begann nach Ende der Winterpause mit einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage. SVG-Trainer Tran meinte: „Norden hat sich gefestigt und sie werden auch gegen uns alles raushauen, was sie haben.“ Dazu gesellt sich ein Trainerwechsel zu Beginn des Jahres, als Bernd Buß (zuvor Trainer in Pewsum) nach einem halben Jahr mit acht Punkten aus 14 Spielen entlassen wurde. Der Sportliche Leiter Thomas Jakobs trat an seine Stelle und stabilisierte die Mannschaft. Das hat auch SVG-Trainer Tran nach den erfolglosen Auftritten seiner Elf nach der Winterpause in seinem Drehbuch stehen.
Er bekannte: „Drei Niederlagen am Stück sind für mich als Trainer eine völlig neue Erfahrung. Das gilt auch für die Mannschaft. Es ist ein ungewohntes Gefühl. Dabei haben wir unser Bestes gegeben, aber es hat nicht ausgereicht. Irgendwie steckt der Wurm drin.“
Die Heimpleiten, 0:1 gegen Middels und 2:4 gegen Holtland, dazwischen lag das 0:3 in Bunde, haben die Fehntjer verunsichert. „Es fehlt plötzlich der Mut und die Zielstrebigkeit“, analysierte der SVG-Trainer. Damit sich der SV Großefehn in Norden erfolgreicher als zuvor präsentiert, wurden im Vorfeld „Videos analysiert und viel miteinander gesprochen“, so Tran und mit einem Mannschaftsabend der innere Zusammenhalt gestärkt. Urlaubs- und arbeitsbedingt werden den Fehntjern einige Stammspieler nicht zur Verfügung stehen. Dazu zählt Trainer Tran Holger Wulff, Shawn King und Florian Koning. Tran nahm es mit Galgenhumor und meinte: „Wir haben zuvor ja mit voller Kapelle verloren, mal sehen, wie es so läuft.“