Lage im VW-Werk Emden Markenchef bekräftigt Elektro-Kurs – Betriebsrat fordert Verlässlichkeit
Zur Betriebsversammlung sprach am Freitag vor 4000 Mitarbeitern der VW-Markenchef Thomas Schäfer. Betriebsratschef Manfred Wulff fordert mehr Planbarkeit für die Kollegen.
Emden - Klar bekräftigt hat der Markenchef von Volkswagen, Thomas Schäfer, die Entscheidung zur Umstellung des Emder Werks auf den Bau von Elektroautos. „Die Zukunft von Volkswagen ist elektrisch. Wir stehen zur Mobilitätswende. Es war und es ist richtig, das Werk Emden auf Elektro umzustellen und damit optimal auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten. Wir haben mit den neuen ID-Modellen super Produkte am Start. ID 7 und ID 7 Tourer bekommen hervorragendes Feedback von den Medien, Händlern und Kunden. Mit seiner Kompetenz und Flexibilität leistet das Team Emden einen wichtigen Beitrag zur Neuausrichtung unserer Marke“, sagte Schäfer am Freitag bei einer Betriebsversammlung vor rund 4000 Mitarbeitern im Emder VW-Werk.
Schäfer erklärte außerdem: „Wir haben zwei Top-Prioritäten in diesem Jahr. Erstens den vollen Fokus auf das operative Geschäft, um unsere Jahresziele trotz Gegenläufer zu erreichen. Und zweitens setzen wir unser Performance-Programm konsequent um. Wir müssen sicherstellen, dass wir uns unsere Zukunft, sprich: neue Modelle und Investitionen in neue Technologien, auch leisten können.“
Manfred Wulff: „Benötigen Verlässlichkeit und Stabilität“
Der Emder VW-Betriebsratsvorsitzende Manfred Wulff rückte in seiner Rede die Auslastung der Fabrik in den Fokus. Er betonte: „Es ist erfreulich, dass Thomas Schäfer unserer Einladung gefolgt ist und wir mit ihm über verschiedene Themen sprechen konnten. Doch unsere Priorität liegt klar darin, grundlegende Fragen zum Absatz von E-Fahrzeugen anzusprechen und die damit verbundenen fehlenden Förderungen und Kaufanreize für unsere Kunden anzugehen. Die Belegschaft des Standorts Emden ist gewillt, ID 4, ID 7 und ID 7 Tourer auf die Straße zu bringen. Aber dafür benötigen wir dringend Verlässlichkeit und Stabilität in Bezug auf Fahrweise und Versorgung. Es ist an der Zeit, dass diese Anliegen ernst genommen und umgesetzt werden.“
Wie berichtet musste jüngst die Produktion für eine Woche gestoppt werden, weil es Probleme mit einem neuen Elektromotor im Motorenwerk Kassel gab.
Werksleiter: Haben mit Elektromobilität eine klare Vision
Der Emder VW-Werksleiter Uwe Schwartz blickte in seinem Unternehmensbericht positiv auf die Geschichte des Standorts, die aktuellen Produkte aber auch auf die Zukunft: „Volkswagen Emden ist ein Standort, der geprägt ist von seiner leidenschaftlichen Mannschaft, von einer 60-jährigen Produktionstradition und immer wieder stürmischen Kapiteln – die wir gemeinsam als Mannschaft gemeistert haben. Jedes einzelne hier gefertigte Modell hat ebenso wie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Erfolgsgeschichte unseres Standorts beigetragen. Und auch die beiden neuen Produkte ID 7 und ID 7 Tourer sind ganz unverkennbar echte Ostfriesen und werden daran in den nächsten Jahren anknüpfen. Denn wir haben mit der Elektromobilität auch für den Standort Emden eine klare Vision, mit der wir uns innerhalb der Marke und unserem Produktionsnetzwerk klar positionieren.“
Während einer 45-minütigen Podiumsdiskussion beantworteten Thomas Schäfer, Manfred Wulff, Uwe Schwartz und der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Herbert de Vries Fragen von Mitarbeitern.