Sanierung der B 72 Schule in Sorge wegen des Umleitungsverkehrs
Wenn zwischen Georgsheil und Marienhafe voll gesperrt wird, brausen mehr Autos durch Rechtsupweg. Das Team der Schülerlotsen sucht dringend Verstärkung.
Rechtsupweg - Gar nicht so selten schaut die Smiley-Tempoanzeige an der Hauptstraße in Rechtsupweg böse, wenn Autofahrer sich nähern. Innerorts gilt in Rechtsupweg wie überall grundsätzlich Tempo-50. Im Bereich der Grundschule und der Kindergärten ist montags bis freitags in der Zeit von 7 bis 15 Uhr aber Tempo-30 einzuhalten.
Schon jetzt hält sich nicht jeder Autofahrer an das Limit. Wenn nach Ostern die Baustelle auf der Bundesstraße 72 zwischen Georgsheil und Marienhafe unter Vollsperrung beginnt, wird die Hauptstraße (Kreisstraße 118) zur Umleitungsstrecke. Und dann – so die Befürchtung der Grundschule und von Verkehrshelferin Tina Uphoff – werden mehr Fahrer an der Grundschule entlangfahren und möglicherweise in Eile nicht ausreichend auf die Sicherheit der Schüler achten.
Schon im vergangenen Jahr war Sperrung der Bundesstraße zu spüren
Diese Erfahrung hat Uphoff, die das Team der Rechtsupweger Verkehrshelfer koordiniert, schon im vergangenen Jahr gemacht, als die Bundesstraße zwischen Marienhafe und Osteel saniert wurde und der Verkehr an der Grundschule deutlich zunahm. „Und dann haben die Leute es natürlich eilig und oft die Zeit für den Umweg auch nicht einkalkuliert.“
Das Problem in diesem Jahr ist, dass die Arbeit der Verkehrshelfer seit Schuljahresbeginn ruht. Das Team um Uphoff ist nach ihren Angaben nur noch acht Helfer stark, die aber auch nicht immer Zeit haben, zum Teil im Schichtdienst sind. „Deshalb hoffen wir, dass wir nun mit der Baustelle und der Umleitung wieder einen Anstoß haben, ein paar neue Helfer zu bekommen“, so die Rechtsupwegerin. „Vielleicht ist es jetzt eine Chance, wo es besonders brenzlig wird, das Team wieder aufzustellen.“ Ziel sei es natürlich, den Verkehrshelferdienst, den es viele Jahre lang zuverlässig in Rechtsupweg gab, wieder dauerhaft zu installieren.
Wer volljährig ist, kann die Aufgabe übernehmen
Melden kann sich laut Uphoff jeder, der volljährig ist. Bislang wurde vor allem unter den Eltern der Grundschüler geworben. Aber auch Omas und Opas oder andere Helfer seien sehr willkommen. „Ab 18 Jahren gibt es keine Altersgrenze“, so Uphoff. Die theoretische und praktische Einweisung in die Aufgaben machen die Verkehrswacht und die Polizei Norden. Die komplette Ausrüstung wird gestellt.
Die Verkehrshelfer beginnen ihren Dienst morgens um 7.30 Uhr und bleiben immer im Zweierteam bis kurz nach 8 Uhr am Zebrastreifen stehen, um auch mögliche Nachzügler noch sicher über die Straße zu begleiten. „Ich habe zuletzt zum Teil vier bis fünfmal die Woche dort gestanden. Das ist auf Dauer nicht leistbar und das kann man auch von niemandem verlangen“, sagt die Verkehrshelferin.
Ziel sei es eigentlich, die Dienste so aufzuteilen, dass jeder Helfer möglichst nur einmal, vielleicht zweimal pro Woche im Einsatz ist. „Wir dürfen nicht alleine da stehen. Und es geht auch nicht. Das hab ich am Anfang selbst nicht geglaubt. Aber alleine ist es nicht zu schaffen“, sagt die Verkehrshelferin. Zwei Interessierte hätten sich nach einem Aufruf der Schule bei ihr gemeldet. „Wenn das Team noch drei Personen größer wäre, sähe es schon anders aus“, so Uphoff. Denn Abgänge gebe es nach dem Wechsel der Viertklässler auf die weiterführende Schule immer.
Manche Autofahrerignorieren Zebrastreifen
Die älteren Grundschüler kämen allein mit dem Rad zur Schule. Und auch die Dritt- und Viertklässler seien dankbar für die Unterstützung beim Überqueren der Straße, berichtet die erfahrene Verkehrshelferin: „Ich habe noch nie gehört: Ich brauche das nicht.“ Im Gegenteil: Viele Schüler bedankten sich. Denn die Schülerlotsen gewährleisten nicht nur die Sicherheit der Schüler, sondern sie seien auch ein schönes Begrüßungskomitee, das immer einen Gruß und ein Lächeln auf den Lippen habe.
Die Schüler seien sehr nett. Und die meisten Autofahrer auch, sagt Uphoff. Es gebe aber Ausnahmen. Sie sei schon beschimpft worden. „Ich habe schon allerhand erlebt.“ Am erschreckendsten sei es für sie gewesen, als ein Autofahrer, um Zeit zu sparen, einfach auf die andere Seite ausgewichen und somit aus der falschen Richtung auf den Zebrastreifen zugeschossen sei. „Da habe ich mich wirklich erschreckt“, so Uphoff.
Solche Erlebnisse unterstreichen aber auch, dass Tempo-30 und der Zebrastreifen auf der viel befahrenen Straße nicht immer ausreichen. Schulleiterin Isabell Grandek hat dies in einem Brief an die Eltern ebenfalls erläutert und dringend um Mithilfe gebeten. Das Schreiben hängt auch am Kindergarten am Marktplatz aus. Interessierte können sich bei Uphoff melden, Tel. (0 49 34) 99 09 66.