Protest in Moordorf  Gegendemos trotz der Absage des AfD-Treffens

| | 12.03.2024 06:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die beiden Gegenkundgebungen – hier ein Symbolfoto aus Koblenz – zum ursprünglich geplanten AfD-Treffen in Moordorf finde trotz der offiziellen Absage statt. Foto: DPA
Die beiden Gegenkundgebungen – hier ein Symbolfoto aus Koblenz – zum ursprünglich geplanten AfD-Treffen in Moordorf finde trotz der offiziellen Absage statt. Foto: DPA
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Eine Lichterkette an der Ringstraße und ein Protestzug ab Marktplatz sollen Zeichen gegen die Präsenz der AfD setzen. Die Veranstalter haben weitere Mitstreiter gefunden.

Moordorf - Trotz der offiziellen Absage der AfD-Infoveranstaltung in Moordorf am Mittwoch halten die Organisatoren der beiden Gegendemos an ihren Plänen fest, ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Aktivitäten der AfD in Südbrookmerland zu setzen.

Melly Doden hat mit dem Organisationsteam des CSD Aurich zu einer Menschenkette aufgerufen, die sich ab 18.30 Uhr vom Moordorfer Edeka-Markt bis zum ursprünglich geplanten Veranstaltungsort, der „Arche“ an der Ecke Am Kiefmoor/Ringstraße, erstrecken soll. Neben dem CSD Aurich ist auch der Verein „Aurich zeigt Gesicht“ federführend. Auf jeden Fall mit dabei sein werden laut Doden die SPD Moordorf um den Ortsverbandsvorsitzenden Sascha Wilts und die JuSos sowie auch die Omas gegen Rechts Aurich. Die Versammlung sei mit 200 Teilnehmern angemeldet.

Distanzierung von Drohungen gegen Gerhard Schoon

Auch Andreas Bürger, der Anmelder der Demonstration unter dem Motto „AfD im Moor versenken“, hält an den Plänen fest. Treffpunkt sei um 18 Uhr auf dem Moordorfer Marktplatz. Von dort geht es in einem Demonstrationszug über die Ekelser Straße bis zum ursprünglich geplanten Veranstaltungsort.Der Protest richte sich aber keineswegs gegen den Betreiber der „Arche“, Gerhard Schoon, betonte Bürger.

Die Organisatoren des Protestes betonen, dass sich ihre Aktion nicht gegen den Betreiber des ursprünglich geplanten Veranstaltungsortes, Gerhard Schoon, richtet. Foto: Holger Janssen
Die Organisatoren des Protestes betonen, dass sich ihre Aktion nicht gegen den Betreiber des ursprünglich geplanten Veranstaltungsortes, Gerhard Schoon, richtet. Foto: Holger Janssen

Anlass zur Anmeldung und Ziel des Protestes sei ganz allein die dort geplante AfD-Veranstaltung gewesen. Von Drohungen gegen Schoon und seine Familie „distanzieren wir uns ausdrücklich“, so Bürger. „Von uns geht das nicht aus.“ Ebenso wenig behördliche Kontrollen, die in der Arche stattgefunden hätten. Die Demo solle friedlich sein und distanziere sich gänzlich von Gewaltaufrufen.

An angemeldeter Strecke wird festgehalten

Dass trotz der Absage des Treffens in der Arche der ursprüngliche Veranstaltungsort Ziel des Demozuges bleibe, liege daran, dass derzeit nicht bekannt sei, ob und – wenn ja – wo die AfD sich vielleicht dennoch treffe. Zudem sei dieser Streckenverlauf angemeldet – und biete genug Öffentlichkeit für den Protest.

Dass dieser stattfinde, sei aus seiner Sicht auf jeden Fall nötig, sagte Bürger. Die Präsenz der AfD in Ostfriesland sei offenkundig vorhanden, umso wichtiger sei es, Flagge zu zeigen gegen Rechtsextremismus und Veranstaltungen der AfD.

Unterstützt wird die Demo vom Offenen antifaschistischen Treffen (OAT) Nord-West. „Es ist aber keine Antifa-Veranstaltung im organisatorischen Sinn“, so Bürger. Auch die Linke habe für Mittwoch Unterstützung zugesagt. Ebenso zahlreiche Privatleute, die ein Zeichen setzen wollten.

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Er begrüße sehr, dass es eine weitere Demo gebe, so Bürger. Beide Aktionen richteten sich gegen dasselbe Ziel und steigerten zusammen die Präsenz des Protestes. Sicherlich würden die beiden Veranstaltungen in der Ringstraße aufeinanderstoßen und dann auch in Kontakt treten.

Linke Südbrookmerland positioniert sich

Die Linke, Ortsverband Südbrookmerland, ruft in einer Mitteilung zur Teilnahme an beiden Anti-AfD-Kundgebungen in Moordorf auf. Gesicht zu zeigen gegen Antidemokraten und Menschenfeinde sei Bürgerpflicht, heißt es darin. Unabhängig von der Absage der Veranstaltung der AfD sei es wichtig, ein deutliches Zeichen für Demokratie und Solidarität zu setzen. Dieses sei bei beiden Kundgebungen gegeben.

„Wir wollen der AfD nicht das Feld und das Bestimmen der Themen für die gesamtgesellschaftlichen Debatten überlassen. Der Hetze der AfD mit Themen wie die sogenannte ‚Remigration‘ setzen wir ein Zeichen der Solidarität aller Menschen in unserer Gesellschaft entgegen“, so Patrick Humke – Mitglied des Kreisvorstands der Linken und kooptiertes Mitglied der SPD/Linke-Ratsfraktion.

Aus den Protesten und Kundgebungen - auch in Südbrookmerland - solle ein breites gemeinsames Bündnis gegen Rechts hervorgehen, das in Verantwortung des gemeinsamen Nenners des Grundgesetzes gegen jede Form von Faschismus, Antisemitismus, Rassismus und Sexismus für eine solidarische Gesellschaft eintrete.

Bündnis gegen Rechtsextremismus in Südbrookmerland angestrebt

Die Linke werde ihre Kraft dafür einsetzen, dass schnellstmöglich ein Bündnis gegen Rechts in Südbrookmerland zustande kommt, in dem keine Antifaschist ausgegrenzt werden soll, der oder die sich für die Werte des Grundgesetzes einsetzt“, so der Linken-Ratsherr im Gemeindesrat, Johann Erdwiens.

Es gelte mit der Teilnahme an den Kundgebungen und der Gründung des Bündnisses gegen Rechts vor dem Hintergrund des 80. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus nicht nur im Jahr 2025 ein Zeichen für Solidarität zu setzen und die AfD auf allen Ebenen zu bekämpfen.