Breitbandausbau  Deutsche Glasfaser will an Südbrookmerland festhalten

| | 08.03.2024 15:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit kleinen Schildern werben Haushalte, die Vorverträge in Südbrookmerland abgeschlossen haben, für die Deutsche Glasfaser. Foto: Thomas Dirks
Mit kleinen Schildern werben Haushalte, die Vorverträge in Südbrookmerland abgeschlossen haben, für die Deutsche Glasfaser. Foto: Thomas Dirks
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Die Deutsche Glasfaser will an ihren Ausbauplänen für Südbrookmerland festhalten. Das Bekenntnis des Unternehmens ist aber eher schwammig. Andere Anbieter sind längst weiter.

Südbrookmerland - Sieben Wochen nach Ende der Vorvermarktung hat sich die Deutsche Glasfaser erstmals zu ihren Plänen für den Ausbau des Breitbandnetzes für Südbrookmerland geäußert. Eine klare Zusage an die Kunden, die Vorverträge abgeschlossen haben, gibt es jedoch weiterhin nicht.

„Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort und der entsprechend hohen Anzahl der bei uns eingegangenen Verträge möchten wir das Projekt Glasfaserausbau in Südbrookmerland sehr gerne realisieren“, so ein Sprecher des Unternehmens auf eine erneute Anfrage unserer Redaktion. Dazu starte man nun die Verhandlung mit möglichen Baupartnern und prüfe, ob der Netzausbau unter den aktuellen Bedingungen realisiert werden könne. Das klingt zwar nach einem grundsätzlichen Bekenntnis zu dem Projekt, lässt die Menschen in der Gemeinde jedoch weiter im Unklaren.

Deutsche Glasfaser verweist auf schwierigen Markt

Weiter heißt es: „Das aktuelle Marktumfeld mit hohen Zinsen, gestiegenen Kosten und knappen Baukapazitäten stelle derzeit die gesamte Branche vor Herausforderungen. Aufgrund der Förderpolitik der Bundesregierung seien die ohnehin schon knappen Baukapazitäten am Markt derzeit zudem noch stärker nachgefragt. „Vor diesem Hintergrund verlängert sich die laufende Prüfungsphase für das Glasfaserprojekt in Südbrookmerland zunächst auf unbestimmte Zeit. Erst wenn die Prüfung der Realisierbarkeit – insbesondere der Baukosten und -kapazitäten – ganzheitlich abgeschlossen ist, können wir Ihnen verbindlich mitteilen, ob und wann der Netzausbau starten kann.“

Kundenservice sorgt für zusätzliche Verwirrung

Für zusätzliche Verwirrung haben in den vergangenen Tagen Mitteilungen des Kundeservice der Deutschen Glasfaser gesorgt. Während die Pressestelle weiter auf die noch laufende Prüfung verwies, teilte der Kundeservice einigen Südbrookmerlandern auf Anfrage mit, dass „mindestens 40 Prozent aller Bewohner“ aus Südbrookmerland an Bord wären. Nun kümmere man sich direkt um einen Baupartner und sämtliche Genehmigungen.

Da war die Zuversicht noch groß: Norbert Janssen (von links), der im Rathaus für IT zuständig ist, Bürgermeister Thomas Erdwiens und Oliver Prey, Projektmanager bei Deutsche Glasfaser, stellten das Projekt im Oktober vergangenen Jahres vor. Foto: Karin Böhmer
Da war die Zuversicht noch groß: Norbert Janssen (von links), der im Rathaus für IT zuständig ist, Bürgermeister Thomas Erdwiens und Oliver Prey, Projektmanager bei Deutsche Glasfaser, stellten das Projekt im Oktober vergangenen Jahres vor. Foto: Karin Böhmer

Andere Anbieter sind da bekanntlich schon weiter. So hat das Unternehmen Glasfaser Nordwest, ein Konsortium aus EWE und Telekom, bereits mit dem Bau begonnen. Im Bereich der Ringstraße in Moordorf werden bereits Leitungen verlegt. Die Bemühungen von Glasfaser Nordwest, beziehungsweise der beteiligten Unternehmen, hatten in der Gemeinde für Irritationen gesorgt. So häuften sich Berichte, wonach von der EWE beauftragte Vertriebsmitarbeiter von Haus zu Haus gegangen seien und behauptet hätten, der Konkurrent Deutsche Glasfaser habe sich bereits von seinen Plänen verabschiedet. Den Kunden sei deshalb geraten worden, ihre Vorverträge mit diesem Anbieter zu kündigen und sich stattdessen für die EWE zu entscheiden. Es ist nicht auszuschließen, dass die Deutsche Glasfaser durch dieses Vorgehen zahlreiche Kunden verloren hat. Ob das durchaus schwammige Bekenntnis der Deutschen Glasfaser zum Ausbau in Südbrookmerland dabei gegensteuern kann, muss sich zeigen.

Kunden in Münkeboe und Oldeborg schauen möglicherweise in die Röhre

Den Menschen in Moordorf, Victorbur und Uthwerdum könnte es möglicherweise egal sein, ob die Deutsche Glasfaser ihr Projekt verwirklicht. Sie werden laut Zusagen in jedem Fall durch den Konkurrenten Glasfaser Nordwest versorgt. Anders sieht das aber beispielsweise in Oldeborg, Münkeboe und anderen Ortsteilen aus. Auf Klarheit darüber, ob und wann sie einen Glasfaseranschluss bekommen, werden sie aber wohl noch eine Weile warten müssen.

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