Proteste geplant  Wirbel um AfD-Treffen in Moordorf

| | 01.03.2024 17:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
„Wir sagen Nein zur AFD“ steht auf einem Plakat, das bei einer Demonstration hochgehalten wird. Ähnliche Szenen könnte es demnächst auch in Moordorf geben. Foto: Christophe Gateau/DPA
„Wir sagen Nein zur AFD“ steht auf einem Plakat, das bei einer Demonstration hochgehalten wird. Ähnliche Szenen könnte es demnächst auch in Moordorf geben. Foto: Christophe Gateau/DPA
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In Moordorf soll demnächst eine „Informationsveranstaltung“ unter Beteiligung der AFD stattfinden. Dagegen formiert sich nun der Protest.

Südbrookmerland - Ein geplantes Treffen unter Beteiligung der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) sorgt für Aufregung in Moordorf. Auf Einladung von Bernhard Janßen aus Moordorf soll es am 13. März eine „Informationsveranstaltung“ geben. Und zwar im Veranstaltungsraum „Die Arche“ im Bereich Ringstraße/Am Kiefmoor. So steht es in einem Einladungsschreiben, das unserer Redaktion vorliegt. Nach Bekanntwerden der Pläne wurde bereits eine Demonstration unter dem Titel „AfD im Moor versenken“ angekündigt.

Organisator will keine Details nennen

Im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigte Bernhard Janßen, zu dem Treffen eingeladen zu haben. Weiter wollte er sich dazu bislang nicht äußern. Aus dem Schreiben, das offenbar an verschiedene Haushalte verteilt und weiterverbreitet wurde, geht jedoch hervor, dass AfD-Kreisverbandsvorsitzende Anja Arndt und weitere Mitglieder des Vorstandes bei dem Treffen in Moordorf dabei sein sollen. Anlass für das Treffen sei, „dass viele meiner Freunde und Bekannten mit der Politik der jetzigen Regierung unzufrieden sind.“ Und weiter heißt es: „Die Berichterstattung der Medien, auch hier in Ostfriesland, und die Hetze gegen die AfD hat bei mir zum Entschluss geführt, Euch einfach mal bürgernah über die AfD zu informieren und Euch die Möglichkeit zu geben, sich kritisch mit der politischen Situation auseinander zu setzen.“

In Moordorf könnten Besucher des Treffens dabei allerdings heftigem Gegenwind ausgesetzt sein.

Gegner fürchten „Demokratiegefährdung“

Das ist jedenfalls der Plan, den Gegner der AfD verfolgen. Im Internet kursieren bereits Aufrufe zu einer Demonstration, mit der die Organisatoren der AfD entgegentreten wollen. Ein Sprecher des Landkreises Aurich bestätigt auf Anfrage, dass eine solche Demonstration angemeldet ist. Demnach ist geplant, dass sich die Teilnehmer um 18 Uhr auf dem Marktplatz treffen. Von dort geht es in einem Demonstrationszug über die Ekelser Straße bis zum Veranstaltungsort Ringstraße/Ekelser Straße. Angemeldet wurde das Ganze von Andreas Bürger und Maren Kamp. Sie sehen in der Arbeit der AfD eine Demokratiegefährdung und Rassismusverherrlichung, wie Andreas Bürger im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. Unterstützt wird die Aktion vom Offenen antifaschistischen Treffen (OAT) Nord-West. „Machen wir den Rechten klar, dass sie hier nicht willkommen sind“, heißt es in einem bei Facebook veröffentlichten Aufruf der Gruppe. Und weiter: Kommt mit uns gemeinsam nach Moordorf und zeigt klare Kante gegen Rechts, lasst uns gemeinsam laut werden gegen rassistische Hetze.“ Nach Angaben eines OAT-Sprechers wurde die Demonstration zunächst für rund 50 Personen angemeldet. Erfahrungen vergangener Aktionen zeigen aber, dass es durchaus deutlich mehr werden können.

Unbeteiligte sollen nicht gestört werden

Laut Andreas Bürger ist nicht geplant, Straßen zu blockieren oder Unbeteiligte sonst wie zu behindern. Nach jetzigem Stand soll sich auch der Demonstrationszug nicht über die Straße, sondern über den Gehweg bewegen. Das könne sich allerdings noch ändern, sollte die Zahl der tatsächlichen Teilnehmer das nötig machen.

Teile der AfD in Deutschland werden vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft. Den Landesverband Niedersachsen führt die Behörde als rechtsextremen Verdachtsfall. Das bedeutet, dass die Verfassungsschützer beispielsweise Telefone abhören und E-Mailverkehr mitlesen dürfen.

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