Migration in Ostfriesland Derzeit kommen weniger Flüchtlinge in den Landkreis Aurich
Allein auf dem früheren Kasernengelände sind mittlerweile rund 650 Geflüchtete untergebracht. Die wöchentliche Zahl der Neuankömmlinge ist zuletzt zurückgegangen – könnte aber wieder steigen.
Aurich - Etwas weniger zusätzliche Flüchtlinge kommen derzeit in den Landkreis Aurich. Von wöchentlich 40 Neuankömmlingen im vergangenen Jahr, über 20 rund um den Jahreswechsel sei die Zahl nun auf etwa zwölf pro Woche gesunken, berichtete der Leiter des Amtes für Jugend und Soziales, Michael Müller, am Mittwoch im Sozialausschuss. „Deshalb funktioniert die Unterbringung derzeit gut“, sagte Müller. Allerdings erwarte man im Frühjahr und Sommer mit besserem Wetter auch wieder mehr Flüchtlinge.
Laut der offiziellen Zuweisungsquote des Landes Niedersachsen muss der Landkreis Aurich bis 31. März theoretisch noch 268 neue Flüchtlinge unterbringen. Doch mit so vielen Neuankömmlingen sei aus den genannten Gründen nicht zu rechnen. Ab 1. April, wenn der Landkreis Aurich vom Land eine neue Quote vorgeschrieben bekommt, werde man also wieder mit einer „Restquote“ starten, erklärte Müller.
Insgesamt sollte der Landkreis Aurich zwischen 1. Oktober 2023 und 1. April 2024 genau 959 Flüchtlinge unterbringen. Tatsächlich wurden dem Kreis in diesem Zeitraum bislang 691 geflüchtete Menschen zugewiesen. Seit 1. August 2021, also in den letzten dreieinhalb Jahren, wurden dem Kreis Aurich bislang 5100 Geflüchtete zugewiesen, davon gut die Hälfte, nämlich 2622 aus der Ukraine. Rund 20 Prozent der Flüchtlinge sind den Angaben zufolge Kinder und Jugendliche, sechs Prozent sind unter sechs Jahren.
Derzeit noch 169 freie Plätze in Unterkünften
In seinen Flüchtlingsunterkünften hat der Landkreis Aurich derzeit noch 169 freie Plätze, davon 126 in der ehemaligen Auricher Kaserne und 34 in der früheren Küstenfunkstation Utlandshörn bei Norden.
Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises derzeit knapp 650 Flüchtlinge in mehreren Gebäuden auf dem früheren Kasernengelände untergebracht, davon allein 363 im Gebäude 14 und 167 im Gebäude 11. Wenn alle Gebäude fertig hergerichtet sind, soll dort, zusammen mit zwei Containeranlagen, sogar Platz für mehr als 1200 Menschen sein.
Landkreis: Kaum Probleme auf Kasernengelände
Ob es angesichts vieler verschiedener Nationalitäten Probleme unter den Flüchtlingen auf dem Kasernengelände gebe, wollte Wilhelm Reinken (Freie Wählergemeinschaft, Südbrookmerland) wissen. Nein, die Polizei stelle fest, dass es dort keine Häufung von Delikten gebe, sagte Amtsleiter Müller. „Das ist für uns eine ganz wichtige Aussage. Denn es ist nicht so, wie es manchmal wahrgenommen wird. Wir haben dort kaum Schwierigkeiten.“
Mit der Polizei habe man eine Kooperation, sie zeige auf dem Gelände regelmäßig Präsenz und führe Gespräche.
Man habe die Polizei für die nächste Sitzung des Ausschusses eingeladen, um darüber zu berichten, kündigte Müller an.
Derzeit 2436 Flüchtlinge in Unterkünften
Zum Vergleich: In der früheren Küstenfunkstelle Norddeich Radio in Utlandshörn bei Norden ist theoretisch Platz für 295 Menschen, derzeit sind dort 216 Geflüchtete untergebracht.
Im Containerdorf in Aurich-Extum sind es 78 Menschen, im Integrationszentrum in Extum nahe der KVHS sind es 38, an der Hauptstraße in Wiesmoor 21. In privaten Wohnräumen untergebracht sind derzeit im Landkreis Aurich 1328 Geflüchtete.
Zählt man die Gemeinschaftsunterkünfte an den Standorten Aurich, Norden und Wiesmoor zusammen, kommt man auf 2436 Flüchtlinge, die derzeit untergebracht sind. Die Auslastung der verfügbaren Unterkünfte liegt damit den Angaben zufolge bei 94 Prozent.