Corona-Impfgeschädigte im Landkreis Aurich Postvac-Selbsthilfegruppe lädt zum ersten Treffen ein
Sie fühlen sich zu wenig gehört und verstanden. Nach langem Hin und Her haben sich die Covid-Impfgeschädigten im Kreis Aurich eine Selbsthilfegruppe erkämpft. Die trifft sich nun zum ersten Mal.
Aurich - Viele von ihnen fühlen sich nach wie vor mit ihren Symptomen alleingelassen und vermissen Verständnis und Anerkennung. Deshalb hat sich für Menschen im Landkreis Aurich, die durch eine Corona-Impfung langanhaltende Schäden erlitten haben, eine Selbsthilfegruppe gegründet. Diese lädt nun am Sonnabend, 9. März 2024, 14 bis 17 Uhr, erstmals zu einem Treffen in Präsenz ein.
Wie Gruppen-Mitgründerin Ann-Katrin Kruse, die selbst Betroffene ist, mitteilt, soll die neue Gruppe unter anderem helfen, sich über medizinische, behördliche, rechtliche, psychosoziale Möglichkeiten und Alltagsstrategien zu informieren und sich gegenseitig zu unterstützen.
Bedarf im Landkreis Aurich vorhanden
Der Bedarf im Landkreis Aurich und Ostfriesland sei vorhanden, betont Kruse. Das zeige sich etwa in der enormen Auslastung der Privatsprechstunde des Bremer Arztes Julien Dufayet, der diese seit Anfang 2023 regelmäßig in der Kinderarztpraxis von Andrea Radde-Reinhard in Wiesmoor anbietet.
„In der Selbsthilfegruppe begegnet man sich auf Augenhöhe und teilt seine Erfahrungen mit der Gruppe“, so Kruse. Der Austausch über Anlaufstellen und anderen Unterstützungsangebote soll ebenfalls ein Schwerpunkt sein. „Betroffene sollen Zuspruch finden, unabhängig von Krankheitsverlauf oder Symptomatik. Der regelmäßige Austausch ist wichtig, sodass man gemeinsam gestärkt und mit Zuversicht aus den Gruppentreffen herausgehen kann, auch wenn die Forschung dieser Erkrankung weiter in den Kinderschuhen steckt“, schreiben die Gruppengründer Andrea Radde-Reinhard und Ann-Katrin Kruse, die beide selbst von der Erkrankung betroffen sind.
Helfer werden Gruppe unterstützen
Sie haben in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit dem Landkreis Aurich, der Selbsthilfe-Kontaktstelle Aurich, einer Ingangsetzerin für Selbsthilfegruppen sowie dem bundesweit tätigen Verein Coverse und dem „Post Vac-Netzwerk“ geführt, um das erste Treffen sowie den weiteren Verlauf zu planen. Beim ersten Präsenztreffen am 9. März werden auch Sandra Lotz-Kappelhoff (SHG-Kontaktstelle Aurich) und Margit Tütje-Schlicker (Ingangsetzerin für Selbsthilfegruppen) teilnehmen und danach die Gruppe weiter unterstützen. Auch der Wiesmoorer Generationenverein habe tatkräftige Unterstützung angeboten.
Außerdem wollen sich die Gruppengründer in regelmäßigen Onlinetreffen, die von Coverse organisiert werden, mit den anderen 60 Selbsthilfegruppen in Deutschland sowie dem Post Vac-Netzwerk über Neuigkeiten austauschen und diese Informationen an die Gruppenmitglieder weiterleiten.
Treffen in Präsenz und Online
Künftig soll die Gruppe als Hybrid-Lösung angeboten werden. Dazu gehören zum einen monatliche Präsenztreffen, zu denen bettlägerige und hausgebundene Teilnehmer sich per Videoanruf dazu schalten können. Zum anderen soll es eine Onlinegruppe geben, in der Betroffene sich ständig austauschen können.
Der Besuch der Selbsthilfegruppe ist freiwillig, vertraulich und kostenlos. Das erste reine Präsenztreffen findet am Sonnabend, 9. März 2024 von 14 bis 17 Uhr statt. Eingeladen sind nicht nur Betroffene aus dem Landkreis Aurich, sondern aus ganz Ostfriesland. Da die Veranstalter mit größerem Interesse rechnen, ist eine vorherige Anmeldung zwingend erforderlich. Mit der Anmeldung erhalten die Betroffenen eine Einladung, in der der Ort des Treffens bekannt gegeben wird.
Kontakt zur neuen „Post-Vac-Selbsthilfegruppe - krank geimpft“ gibt es unter Tel. (0155) 66330208. Für weitere Fragen steht außerdem die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Aurich-Norden zur Verfügung unter Tel. (04941) 93 94 14.