Senioren-Fußball-WM in Wales  Ostfriesen nehmen ersten Weltmeister-Stern ins Visier

| | 21.02.2024 16:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Organisatoren „Team Deutschland“ für die Senioren-WM in Wales mit Detlev Schoone (von links), Klaus Panzer und Franz Krieger bereiten zwei Mannschaften auf die Titelkämpfe Ende August vor. Foto: Wolf-Rüdiger Saathoff
Die Organisatoren „Team Deutschland“ für die Senioren-WM in Wales mit Detlev Schoone (von links), Klaus Panzer und Franz Krieger bereiten zwei Mannschaften auf die Titelkämpfe Ende August vor. Foto: Wolf-Rüdiger Saathoff
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Wie sich Seniorenfußballer auf die Titelkämpfe im Sommer in Cardiff (Wales) vorbereiten. Für das „Team Deutschland“ ist es ein langer Weg mit einigen Hürden.

Großefehn – Vergnügt und gelassen blicken die drei Fußballveteranen beim Fototermin vor dem Landhaus Feyen in Großefehn in die Kamera. Detlev Schoone (69 Jahre), Klaus Panzer (69) und Franz Krieger (75) sind die Sperrspitze der Mannschaften Ü70 und Ü75, die Deutschland bei der WM vom 20. bis 23. August in Cardiff (Wales) vertreten werden.

Die drei Männer tragen auf den grauen Sportanzügen vier Meistersterne auf der Brust. Jeder Stern steht für einen errungenen Weltmeistertitel der DFB-Herrenelf.

Vor zwei Jahren bei der Senioren-WM im dänischen Roskilde verpasste die Auswahl mit Spielern aus Ostfriesland/Ammerland knapp das Finale und belegte Platz drei. Ein klasse Einstand für die Neulinge.

Das Team Deutschland hat sich weltweit einen Namen gemacht. Sie stehen nun bei der Konkurrenz auf dem Zettel. Detlef Schoone befindet: „Das Teilnehmerfeld ist stark. Besonders die Mannschaften aus den USA, England und Wales sind zu beachten“, schiebt er die Favoritenrolle von sich.

Gelingt der Auftakt, so ist alles möglich

Ü70-Trainer Klaus Panzer denkt eher von Spiel zu Spiel: „Wir wollen die Vorrunde überstehen. Dann sehen wir weiter.“

In diese Richtung denkt auch Ü75-Trainer Franz Krieger. Er erinnert sich an den WM-Auftakt in Roskilde: „Als wir die ersten beiden Spiele unerwartet gewonnen hatten, da waren wir hoch motiviert und es ging ein Ruck durch die Mannschaft.“

So hofft er auch in Cardiff auf einen erfolgversprechenden Start ins Turnier. Ausgang ungewiss.

Der Weg nach Cardiff ist noch weit. Dazu merkt Günter Christmann, der neben Krieger, Schoone und Panzer, auch zum Organisationsteam gehört, an: „Der eine oder andere wird noch ein paar Kilos abtrainieren, die Ausdauer steigern und kleinere gesundheitliche Beschwerden behandeln lassen müssen.“

Keine Lustfahrt

Eine klare Ansage, die zeigt: Es handelt sich bei der rund 1000 Kilometer langen Tour von Großefehn nach Cardiff mit Zwischenstopp in Nordfrankreich und anschließender Fährfahrt auf die britische Insel, um keine Lust- und Urlaubsreise. Spieler und Orgateam nehmen die Sache ernst. Sie wollen sportlich liefern und Erfolge einfahren. 40 Spielernamen stehen bisher in der Kaderliste. 20 für jede Altersklasse. So ist der Plan. Panzer wäre gerne mit einer kleineren Crew nach Wales gefahren. Er sagt: „Elf spielen und neun müssen zuschauen. Das kann für Unruhe sorgen.“

Seine Mitstreiter Krieger und Schoone haben nach den Erfahrungen bei der WM 2022 in Roskilde einen anderen Blick auf den großen Kader. Spieler verletzten sich und es müsste häufiger gewechselt werden. Da sei ein großer Kader kein Nachteil. Bei der Auswahl der Spieler ging es nicht nur um sportliche Belange. Es musste auch menschlich passen, stellten die WM-Organisatoren fest. Deshalb wurden einige aussortiert, weil sie den Teamgedanken sprengen würden, so Krieger.

16 Mannschaften (Ü70) und 14 (Ü75) kämpfen in ihren Altersklassen um den WM-Titel. Sieben Spiele sind Pflicht. In den kommenden Monaten wird im vierzehntägigen Rhythmus trainiert. Ausdauer und Fitness ist angesagt.

Vor zwei Jahren kam das Gros der Fußballer aus Großefehn und Drumherum. Diesmal gehören auch einige Spieler außerhalb Ostfrieslands dazu. Beispielsweise ein Hannoveraner. Ebenfalls liegen Anfragen aus Berlin und Siegen-Wittgenstein vor. Es hat sich herumgesprochen, was die Senioren-Fußballer aus Ostfriesland auf die Beine stellen.

Lob aus der DFB-Zentrale

Auch in der DFB-Zentrale in Frankfurt wurden nach dem 3. Platz bei der WM in Roskilde fein gedrechselte Sätze des Präsidenten Bernd Neuendorf auf den Weg nach Ostfriesland gesendet. Adressat war Franz Krieger. Der DFB-Chef lobte „das beachtliche Ergebnis“ und das „faire und offene Auftreten“ der Senioren und weiter: „Sie haben viele Sympathien gewonnen und gezeigt, wie gesellig, fröhlich und herzlich Norddeutsche sein können.“

Immerhin warme Worte, leider hielt sich der DFB im Vorfeld der WM mit finanziellen Mitteln zurück. Das dürfte auch für die WM in Cardiff gelten, machen sich die Organisatoren keine Hoffnung auf Euros vom DFB.

Darum müssen sie sich selber kümmern. Während Roskilde rund 25 000 Euro gekostet hat, rechnet Schoone für Wales mit rund 65 000 Euro. Eigenmittel und Hilfe von Sponsoren sollen das Budget einspielen. Fans und Freunde können die Seniorenkicker im Bus begleiten. Für die siebentägige Fahrt sind noch Plätze frei. Infos erteilt Detlev Schoone unter (0162) 8174 588.

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