Fristen rücken näher  Immer mehr Zeitdruck beim Kauf der Auricher Kaserne

| | 18.02.2024 18:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Tor zum Kasernengelände bleibt für die weitere Entwicklung vorerst weiter verschlossen. Foto: Romuald Banik
Das Tor zum Kasernengelände bleibt für die weitere Entwicklung vorerst weiter verschlossen. Foto: Romuald Banik
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Eigentlich sollte ein Investor das Herzstück der Kaserne kaufen. Dann wollte die Stadt Aurich Zeit gewinnen und selber zuschlagen. Das scheiterte aber. Nun ist Dampf auf dem Kessel.

Aurich - Als wahrer Nervenkrimi entpuppt sich der Kauf des früheren Kasernengeländes in Aurich. Den südlichen Bereich am Hoheberger Weg und den Sportbereich im Nord-Osten hat die Stadt schon Ende 2022 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erworben. Da Fördermittel fristgerecht ausgegeben werden mussten, wurde der Schritt vorgezogen.

Immer noch nicht abgeschlossen ist allerdings nach Angaben von Bürgermeister Horst Feddermann und dem Auricher Ratsherren Bodo Bargmann (CDU) der Kauf des Kernstücks des Geländes. Bei einem Bieterwettbewerb setzte sich 2019 der Bremer Investor Norbert Dittel (Terra Nova) durch. Es begann ein Verhandlungsmarathon zwischen den drei Verhandlungsparteien Investor, Stadt und Bima. Denn Dittel muss sich nicht nur mit der Bima einigen, sondern auch einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt aushandeln.

Verfahren sollte beschleunigt und vereinfacht werden

Die Ursprungsidee: Dittel sollte das 18 Hektar große Herzstück mitsamt der Gebäude von der Bima kaufen und die Flächen für Verkehrsanlagen, Regenrückhaltebecken und Grünzüge kostenlos an die Stadt übertragen. Im vergangenen Mai wurde dann vereinbart, dass die Stadt das Gelände nun doch selber von der Bima kaufen und dann an den Investor weiterverkaufen wolle, „um das Verfahren der voneinander abhängigen Verträge zu beschleunigen und zu vereinfachen“, wie es damals hieß.

Ein Grund war dabei, dass Städtebaufördermittel bereitstanden, die fristgerecht ausgegeben werden müssen. Eine weitere Bedingung der Fördervereinbarung ist, dass die Stadt damit nur Erschließungsmaßnahmen durchführen darf, wenn sie Zugriff auf die Flächen hat. Und das schien nicht sichergestellt, wenn das Ende der Verhandlungen zwischen Dittel und Bima nicht absehbar war.

Rolle rückwärts hat Zeit gekostet

Also schaltete die Politik im Juni den Turbo und beschloss, selbst zu kaufen. Doch diese Beschleunigung hat nicht geklappt. Wie Bargmann Ende Januar auf Nachfrage sagte, hat sich das Vorgehen als ungünstig erwiesen, sodass nun doch Dittel den Kaufvertrag mit der Bima schließen soll. Parallel muss der städtebauliche Vertrag fertig werden. Sämtliche Verhandlungen müssten nun forciert werden und im Juni abgeschlossen sein, so Bargmann. Parallel liefen die Ausschreibung und Vergabe für die Erschließung.

Es wurde also Zeit verloren. Schon im vergangenen Juni hatte der kommissarische Fachbereichsleiter Bau, Mirko Wento, gedrängelt: „Wenn nicht gekauft wird, steht ein großes Fragezeichen hinter dem gesamten Projekt.“

Und das ist letztlich nicht das einzige: Denn angesichts konstant hoher Zuweisungszahlen für Geflüchtete ist die Kaserne auch das größte Pfund des Landkreises Aurich für deren Unterbringung. Norbert Dittel reagierte nicht auf Nachfragen unserer Zeitung nach dem Sachstand.

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