Gastronomie in Ihlow Endgültiges Aus für Eiscafé
Eiscreme gibt es schon seit Monaten nicht mehr gegenüber vom Ihlower Rathaus zu kaufen. Nun geht es drum, wer als nächstes einzieht.
Ihlow - Eisig weht der Wind durch den Ortskern von Ihlowerfehn. Doch der Wind ist hier derzeit das einzige, was eisig ist. Das Eiscafé in der Straße „Am Rathaus“ direkt im Herzen des Ortes ist schon seit Monaten geschlossen. Keine Eistheke mehr, keine Tische draußen, nur noch die Reklame mit den beiden Kindergesichtern erinnert daran, dass hier vor einiger Zeit noch Eiscreme verkauft wurde. Doch damit ist endgültig Schluss. Hoffnungen, dass das Café diesen Sommer noch einmal öffnet, wischt der Betreiber im Telefongespräch mit der Zeitung schnell beiseite. Das Eiscafé werde er nicht wieder eröffnen. Mit der Gastronomie ist für die Familie Kruse erst einmal Schluss, so Markus Kruse.
„Wir wollen keine Gastro mehr machen“, sagt Kruse. Als Grund gibt er die Familie an. Mehr Zeit mit den Kindern sei ihm und seiner Frau wichtig. Das sind für die Familie die Lehren aus der Zeit, in der sie zwei Gastrobetriebe geführt haben im Dorf. 2019 eröffnete das Eiscafé im Ortskern und 2021 übernahm die Familie das Restaurant am Ihler Meer. Beide liefen unter dem Namen „Matheo“ – eine Zusammensetzung aus den beiden Namen der Kinder. Doch für die beiden blieb zu wenig Zeit. „Wenn die Kinder nach den Sommerferien bei ihren Freunden hörten, wo die alle waren, und selbst waren sie nur den Sommer immer am Ihler Meer“, beginnt Kruse zu erklären. Mehr Ausflüge mit den Kindern stehen nun an erster Stelle. Im Pressegespräch im Herbst hatte das Ehepaar noch erklärt, dass sie zu oft am Ihler Meer einspringen mussten, um Servicepersonal zu ersetzen. Dieses habe zu kurzfristig Schichten abgesagt. Deswegen sei die Familie zu kurz gekommen.
Erst das ganze Jahr, dann nur saisonal geöffnet
Im Eiscafé war es laut Kruse zuletzt so, dass das Personal auch nicht ewig da blieb. Ein Eiscafé sei ein saisonaler Betrieb. Wenn er zum Ende des Sommers den Kräften schon kündigen musste, seien die dann im letzten Monat der Öffnung nicht mehr zur Arbeit erschienen.
Dabei war das Eiscafé ursprünglich nicht nur als Saisonbetrieb geplant. 2019 öffnete die Familie das „Matheo“ gegenüber vom Rathaus noch als ganzjährigen Betrieb. „Wie haben das mit Eis und Frühstück gemacht. Das lief super“, sagt Kruse. Dann kam 2021 das „Matheo“ am Ihler Meer dazu und aus dem Eiscafé sei dann der Saisonbetrieb geworden, erläutert Kruse. Was er nicht erwähnt: Corona mit zwei Gastronomie-Lockdowns und ein ziemlich verregneter Sommer 2023 kamen ebenfalls als Herausforderungen dazu.
Beim Abschiedsgespräch zum Restaurant am Ihler Meer im September schloss Kruse die Wiedereröffnung des Eiscafés am Rathaus nicht aus. Doch das ist offenbar Schnee von gestern. Stattdessen sollen in dieser Woche Gespräche mit künftigen Pächter-Interessenten für die Räume gegenüber vom Rathaus stattfinden, sagt Kruse.
Drei Interessenten im Gespräch
Drei Interessenten gebe es. Zwei davon seien Familienbetriebe, die Interesse hätten, einen Imbiss zu führen. Ein weiterer Interessent sei eine große Bäckereikette aus dem Emsland. Die Räume sind von der Familie Kruse gepachtet und werden derzeit noch als Büro genutzt. Die Inneneinrichtung hat Kruse selbst gekauft. Nun ginge es darum zu prüfen, ob die neuen Interessenten das Inventar übernehmen.
So könnte also schon bald mehr Leben in den Räumen im Ortskern einziehen. Wie lange es dann bleibt, wird sich zeigen. Aber in den Räumen sind schon so einige Mieter ein- und ausgezogen. Früher war dort der einzige ostfrieslandweite Sitz der Ländlichen Erwachsenenbildung. Später wurde dort ein Fitnessstudio für Frauen. eingerichtet. Auch die Ihlower Touristinformation residierte dort kurzzeitig, als im alten Rathausgebäude Giftstoffe in der Luft gemessen wurden. Und zuletzt war es eben das „Matheo“.