Wolf greift Nutztiere an Schafe in Tannenhausen gerissen
Vier Tiere wurden am Sonntag tot auf einer Weide aufgefunden, zwei sind verletzt. Für den Schafhalter ist das die Wiederholung einer bösen Erinnerung.
Tannenhausen - Mehrere Wochen gab es offenbar keine Nutztierrisse durch Wölfe mehr in Ostfriesland. Der letzte Eintrag auf den Niedersächsischen Umweltkarten datiert vom 31. Oktober, als ein Wolf in Uplengen ein Rind getötet hat.
Am Sonntag hat es nun aber den nächsten Vorfall gegeben, wo sich die Sachverständigen nach Angabe von Wolfgang Ehrecke, dem Sprecher der für die Rissbegutachtung zuständigen Landwirtschaftskammer, einig waren. Ein Wolf hat demnach in Tannenhausen am nördlichen Ende des Dorfes vier Schafe getötet und zwei weitere verletzt. „Aufgrund der Spurenlage gehen sie davon aus, dass ein Wolf die Schafe getötet hat“, so Ehrecke. Ein Foto, das im Kontext der Meldung in Whatsapp-Gruppen kursierte, zeigt ein Schaf, das an der Brust aufgerissen und bis auf die Rippen abgefressen ist.
Halter verliert schon zum zweiten Mal Tiere
Schon zum zweiten Mal hat der Schafhalter aus Tannenhausen am Sonntag tote und verletzte Tiere auf seiner Weide entdeckt. Bereits im Sommer 2021 hatte er drei tote und mehrere teils schwer verletzte Tiere vorgefunden. Am Ende waren es acht tote und ein verletztes Tier, für die amtlich als Verursacher „Wolf“ festgestellt wurde. Es wurde sogar ein konkreter Wolf ermittelt: GW2091f hatte die Weidetiere erbeutet. Der Mindestschutz gemäß der Richtlinie Wolf wurde damals als „beeinträchtigt“ eingetragen.
Ähnlich scheint es laut Ehrecke auch diesmal zu sein. Zwar seien die am Sonntag benachrichtigten Sachverständigen aufgrund der Spuren zu dem Schluss gekommen, dass ein Wolf diese angegriffen hat. Die Frage, ob weitere Tiere auf der Weide waren und wie es ihnen geht, ließ Ehrecke unbeantwortet. Der Schutzzaun habe den Vorgaben der Richtlinie Wolf entsprochen, „aber die Schutzfunktion war an einer Stelle beeinträchtigt, vermutlich durch Wildwechsel“, teilte der Sprecher mit.
52-mal wurden intakte Zäune überwunden, 31 Zäune wurden als „beeinträchtigt“ eingestuft
Der Schafhalter selbst war am Dienstagabend nicht für Nachfragen zu erreichen. Doch auch intakte Zäune sind kein absolut sicherer Schutz, wie Ehrecke auf Nachfrage zusammenfasst. Im vergangenen Jahr seien durch die Fachleute für Rissbegutachtung der Landwirtschaftskammer in ganz Niedersachsen 370 Vor-Ort-Dokumentationen von Nutztierschäden vorgenommen worden. In 268 Fällen sei der Wolf als Verursacher festgestellt worden.
In 52 dieser Fälle mit dem Ergebnis „Wolf“ war laut Ehrecke ein Grundschutz nach Maßgabe der Richtlinie Wolf vorhanden und wurde überwunden. Nach Auswertung der Riss-Tabelle auf dem Umweltkarten-Server war zudem in 31 Fällen mit Ergebnis „Wolf“ der Grundschutz „beeinträchtigt“ und in 62 Fällen mit Ergebnis „Wolf“ der Grundschutz nicht erforderlich, weil es sich bei den Weidetieren um Rinder oder Pferde handelte.