Reparaturarbeiten im Emsland  Risse in Türmen von Enercon-Windrädern entdeckt

| | 06.02.2024 16:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mit solchen Stahlbändern werden die Türme verstärkt.Foto: privat
Mit solchen Stahlbändern werden die Türme verstärkt.Foto: privat
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An 16 Anlagen im Windpark Fehndorf-Lindloh bei Haren laufen Reparaturarbeiten. Im vergangenen Jahr wurden Auffälligkeiten festgestellt. Enercon betont, dass die Sicherheit gewährleistet ist.

Aurich/Haren - Probleme mit Türmen einiger Anlagen hat offenbar der Auricher Windkraftanlagenhersteller Enercon. Im Windpark Fehndorf-Lindloh (Stadt Haren/Emsland) laufen derzeit Reparaturarbeiten. Anfang 2023 waren an den Türmen Auffälligkeiten in Form von Rissen festgestellt werden, teilte Enercon-Sprecher Felix Rehwald auf Anfrage mit. Er bestätigte damit Informationen, die besorgte Anwohner den ON mitgeteilt hatten.

Derzeit würden „Instandsetzungsmaßnahmen am obersten Betonsegment der Türme umgesetzt“, heißt es von Enercon. Das Unternehmen betont zugleich: „Die Windenergieanlagen können nach derzeitigen Erkenntnissen sicher und uneingeschränkt weiterbetrieben werden.“ Die betroffenen Betonteile würden mit Stahlbändern verstärkt. Während der Arbeiten werden den Angaben zufolge die Anlagen gestoppt. Im genannten Windpark sind laut Enercon 16 Anlagen betroffen. Die Auffälligkeiten betreffen demzufolge einzelne Anlagen der Typen E-138 und E-160.

Anwohner macht der Windpark Sorge

Dem Anwohner Lars Hintze-Fitzner macht der Windpark insgesamt Sorge. Es habe bereits defekte Rotorblätter gegeben, es seien oft Servicefahrzeuge vor Ort. „Es ist meiner Meinung nach schwer vorstellbar, dass die Anlagen 25 Jahre halten“, sagt der Tontechniker, der die Anlagen im Übrigen zu laut findet.

Enercon bestätigte auf Nachfrage, dass in dem Windpark bereits einmal ein Rotorblatt getauscht wurde. Dieses sei im Rahmen von Tests außerhalb des regulären Anlagenbetriebs beschädigt worden. Man führe auch an Anlagen im Feld regelmäßig Testkampagnen durch. Bei einem dieser Versuche sei es leider zu Beschädigungen gekommen, so Enercon-Sprecher Rehwald. „Das betreffende Blatt wurde von uns ersetzt.“

Zudem seien im Zeitraum 2021/22 an den Anlagen „Optimierungsmaßnahmen“ an den Blättern vorgenommen worden, so der Enercon-Sprecher.

Bereits mehrfach Probleme mit diesem Anlagentyp

Bereits in den vergangenen Jahren gab es mehrfach Probleme mit Enercon-Anlagen des Typs E-138, unter anderem in süddeutschen Windparks, wo Risse in Rotorblättern festgestellt wurden. Bereits 2018 gab es Berichte über Risse bei insgesamt 75 Enercon-Anlagen, davon 45 im Emsland. Die Hybrid-Türme, die aus Beton- und Stahlsektionen bestehen, mussten seinerzeit aufwendig saniert werden. Die Probleme kosteten Enercon viel Geld.

2019 wurden Risse und Schäden an mehreren Anlagen in einem Windpark in Lichtenau (Kreis Paderborn) festgestellt.

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