Rückschlag für Tourismus in Tannenhausen  Investor für Wohnmobil-Hafen in Aurich springt ab

| | 02.02.2024 22:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hinter dem Parkplatz am Badesee, am Westermeerweg, sollte ab Sommer 2022 der Wohnmobil-Hafen entstehen. Foto: Romuald Banik
Hinter dem Parkplatz am Badesee, am Westermeerweg, sollte ab Sommer 2022 der Wohnmobil-Hafen entstehen. Foto: Romuald Banik
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Vor drei Jahren wurde ein Auswahlverfahren für einen Betreiber gestartet. Nun muss für den auserkorenen Investor für das neue Angebot am Badesee Ersatz her. Aus dem Rathaus kommt ein Vorschlag.

Aurich - Fürs Erste wird der Wohnmobil-Hafen am Auricher Schwimmbad De Baalje das einzige Angebot für Wohnmobilisten in der Stadt Aurich bleiben. Die Pläne für einen Wohnmobilplatz beim Badesee Tannenhausen sind vorerst geplatzt, wie aus einer Beschlussvorlage für den Ortsrat Georgsfeld-Tannenhausen hervorgeht. Am 12. Februar soll ab 19.30 Uhr in der Awo-Stube, Am Stadion, über das weitere Vorgehen beraten werden. Auch das neue Tourismuskonzept für den Badesee steht dann auf der Tagesordnung.

Die Verwaltung empfiehlt, ein neues Interessenbekundungsverfahren einzuleiten. 2021 hatte es ein erstes solches Verfahren gegeben. Im Spätsommer 2022 endete es mit der Entscheidung für einen Investor. Fünf Bieter hatten sich mit ihren Konzepten bei der Stadt Aurich beworben. Dominic Cloudt bekam den Zuschlag. Er wollte die Fläche hinter den befestigten Parkplätzen, am Westermeerweg, für 15 Jahre pachten und dort „relativ kurzfristig“ einen Wohnmobil-Hafen mit 48 Stellplätzen errichten. Der Anbieter betreibt mit Partnern unter anderem auf Amrum und beim Kloster Andechs ähnliche Anlagen. In Tannenhausen sollte es zur Saison 2023 eigentlich schon losgehen.

Explosion sorgte für erste Verzögerung

Im April 2023 wurde bekannt, dass sich der Beginn verzögert. Die Stadt teilte auf Nachfrage mit, dass es auf einem der anderen Plätze von Cloudt eine Explosion mit großem Schaden gegeben und er daher für Tannenhausen um Aufschub gebeten habe. Mit dem Umbau sollte im vergangenen September begonnen werden.

Die Fläche sollte nach dem ersten Konzept für 48 Wohnmobile und ein Sanitärgebäude reichen. Foto: Romuald Banik
Die Fläche sollte nach dem ersten Konzept für 48 Wohnmobile und ein Sanitärgebäude reichen. Foto: Romuald Banik

Nun informiert die Verwaltung die Politik aber darüber, dass mehrere Versuche, den mit dem Pächter abgestimmten Pachtvertrag abzuschließen unerwidert blieben und der Investor im Dezember seinen Rückzug erklärt habe.

Der Verwaltung sei nicht bekannt, ob die übrigen Bieter an ihrem Angebot festhalten, heißt es in der Beschlussvorlage. Da seit dem ersten Durchlauf aber zwei Jahre mit einem „erheblichen wirtschaftlichen Umschwung“ vergangen seien, soll ein neues Verfahren unter den gleichen Voraussetzungen erfolgen.

Hohe Maßstäbe beim ersten Angebot

Cloudt reagierte am Freitag nicht auf eine Nachfrage zu den Gründen für seinen Rückzug. Er hatte in seinem Angebot aber hohe Maßstäbe gesetzt. Er wollte den Platz schnell eröffnen und dabei schrittweise erschließen. Das Sanitärgebäude mit zwölf Toiletten und sechs Duschen sowie Zäune, Schranken und die übrige Infrastruktur könnten später errichtet werden, sagte Cloudt vor anderthalb Jahren gegenüber unserer Zeitung. Damals war auch von einer Waschmaschine, einem Trockner und einer Geschirrspülmaschine im Sanitärgebäude sowie Automaten für Campingzubehör und Drogerieartikel die Rede. Das Investitionsvolumen bezifferte der Interessent auf 150.000 Euro. Bei der dann ausgemachten „Flexpacht“ hätte er 14.000 Euro pro Jahr plus drei Prozent Umsatzbeteiligung an die Stadt Aurich zahlen müssen.

Bürgermeister weiterhin vom Verfahren überzeugt

Bürgermeister Horst Feddermann sagte auf ON-Nachfrage, dass er für dieses Jahr keine Eröffnung mehr erwarte. Das Verfahren solle zwar schnell in die Wege geleitet werden. Aber auch bei einem schnellen Erfolg werde die Einrichtung des Platzes wohl so lange dauern, dass Wohnmobilisten erst im nächsten Jahr am Badesee Urlaub machen können.

Die Fläche liegt in unmittelbarer Nähe zum Badesee, zwischen dem Westermeerweg, der an der Stelle nur ein Weg ist, und der Gerhard-Kerker-Straße. Foto: Romuald Banik
Die Fläche liegt in unmittelbarer Nähe zum Badesee, zwischen dem Westermeerweg, der an der Stelle nur ein Weg ist, und der Gerhard-Kerker-Straße. Foto: Romuald Banik

Am gewählten Verfahren hält der Bürgermeister jedoch fest. „Ich kenne kein besseres.“ Zwar sei es in Aurich schon mehrfach vorgekommen, dass die Verfahren am Ende nicht zum Erfolg führten. Aber ein Interessenbekundungsverfahren gebe der Stadt die Möglichkeit, nach den besten Ideen für ein Projekt zu suchen – ohne sich zu früh darauf festzulegen, dass der Sieger des Wettbewerbs auch automatisch zum Zuge komme. „Wenn es darum geht, das Stadtbild zu entwickeln, sollten wir uns diese Zeit lassen“, so Feddermann. Auch wenn das manchmal zu Verzögerungen führe.

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