Internet  Nächster Glasfaser-Anbieter für Südbrookmerland

| | 31.01.2024 15:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
So sehen die Glasfaserkabel aus. Foto: Matthias Rietschel/DPA
So sehen die Glasfaserkabel aus. Foto: Matthias Rietschel/DPA
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Während der eine Anbieter zaudert, steht der nächste in den Startlöchern: Glasfaser Nordwest will in Kürze in Südbrookmerland ein Breitbandnetz aufbauen. Wann es los geht und wer davon profitiert.

Südbrookmerland - Nach dem Gemeinschaftsprojekt zwischen Landkreis Aurich/Vodafone und den Plänen der Deutschen Glasfaser drängt nun ein dritter Anbieter für die Breitband-Internetversorgung nach Südbrookmerland: Das Unternehmen Glasfaser Nordwest, ein Gemeinschaftsunternehmen von Telekom Deutschland GmbH und EWE AG, hat die Bauarbeiten für ein neues leistungsstarkes Glasfasernetz in der Gemeinde angekündigt. Das Infrastrukturprojekt wird laut einer Mitteilung in Moordorf, Victorbur und Uthwerdum etwa 4500 Haushalte und Unternehmensstandorte mit moderner Glasfaser versorgen.

Andreas Meyer ist Geschäftsführer bei Glasfaser Nordwest. Foto: privat
Andreas Meyer ist Geschäftsführer bei Glasfaser Nordwest. Foto: privat

„Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist eine grundlegende Voraussetzung, um den digitalen Wandel zu ermöglichen. Jeder neue Kilometer Glasfaser ist eine Investition in die Zukunft und ein Schritt weiter in Richtung flächendeckende Versorgung. Mit unserem stabilen und sicheren Glasfasernetz bieten wir in Südbrookmerland eine flächendeckende Infrastruktur, die die Wettbewerbsfähigkeit für die nächsten Jahrzehnte gewährleistet“, wird Andreas Mayer, Geschäftsführer von Glasfaser Nordwest, in der Mitteilung zitiert. Auch Bürgermeister Thomas Erdwiens freue sich über die Ausbauentscheidung: „Die Anforderungen an eine leistungsfähige und stabile Internetverbindung wachsen permanent. Für die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität unserer Region ist die Verfügbarkeit und Qualität von Glasfaserinfrastrukturen ein entscheidender Vorteil, um attraktive Wohn- und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Daher begrüße ich den Ausbau des Glasfasernetzes.“

Keine Vorverträge und kein Quorum

Glasfaser Nordwest will nach eigenen Angaben mit dem Bau des Verteilnetzes in wenigen Monaten starten. Bis die Kunden dieses nutzen können, erfolge der Ausbau in zwei Schritten: dem Verteilnetzbau und dem Bau der Hausanschlüsse.  Der Verteilnetzausbau sei das erste sichtbare Zeichen. Im Anschluss werden im nächsten Schritt die Tiefbauarbeiten der Hausschlüsse auf dem privaten Grund durchgeführt.  

Sobald ein Interessent bei einem der Vermarktungspartner einen Glasfaseranschluss und den passenden Produkttarif beauftragt, beginnt der Hausanschlussbau an den Grundstücksgrenzen nahe der bereits vorhandenen Glasfaserabzweigung des Verteilnetzbaus. „Von hier wird das Glasfaserröhrchen bis in das Haus eingeführt. Bei Mehrfamilienhäusern werden die Glasfasern sogar bis in die Wohnungen gelegt. Nach den anschließenden Montagearbeiten im Haus kann der Vermarktungspartner den Anschluss schalten und die Kunden können in Lichtgeschwindigkeit surfen“, so die Mitteilung. Vorverträge mit einem Quorum, von dem abhängt, ob das Netz überhaupt gebaut wird, gibt es bei dem Projekt in Südbrookmerland nicht.

Verschiedene Anbieter

Das Besondere an dem modernen Breitbandnetz sei seine Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Das Netz sei sehr stabil und ermögliche bereits heute hohe Bandbreiten von bis zu 1.000 Mbit/s im Download. Mit dieser Leistungsstärke könnten rasant wachsende Datenvolumen zukünftig problemlos und schnell übertragen werden.

Neben den technischen Aspekten überzeuge das Netz von Glasfaser Nordwest aber auch mit seiner Zugänglichkeit. Als reiner Infrastrukturanbieter vertreibe Glasfaser Nordwest keine eigenen Glasfaserprodukte an den Endkunden. „Wir setzen vollumfänglich auf den Open Access-Ansatz und stellen unser Netz allen Telekommunikationsanbietern zu gleichen Konditionen zur Verfügung“, so Florian Nierke, Kommunalbeauftragter bei der Glasfaser Nordwest. . Dadurch profitierten Kunden von einer immer größer werdenden Anbieter- und Produktauswahl. In Moordorf, Victorbur und Uthwerdum könnten sich die Anwohnerinnen und Anwohner zwischen EWE und Telekom entscheiden. Beide Partner würden zeitgleich ab dem 5. März mit der Vermarktung der Anschlüsse starten. Als ein weiterer flächendeckender Anbieter werde auch 1&1 bald mit der Vermarktung auf dem Netz der Glasfaser Nordwest starten. Das geplante Ausbaugebiet ist auf einer Karte zu sehen, die Glasfaser Nordwest im Internet bereitstellt.

Kunden eines anderen Anbieters bangen

Wie berichtet, bangen Kunden, die in den vergangenen Wochen einen Vorvertrag mit dem Anbieter Deutsche Glasfaser abgeschlossen haben, um die Verwirklichung des Projekts. Zuletzt war laut der bereitgestellten Informationen auf der Internetseite des Unternehmens das sogenannte Quorum, also die Mindestzahl an Kunden mit Vorvertrag, nicht erreicht worden. Wie aktuell die Zahlen jedoch waren und wie der aktuelle Stand tatsächlich ist, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen.

Man befinde sich in der Prüfung, hieß es nur. Sollte die Deutsche Glasfaser in Südbrookmerland nicht bauen, gibt es zumindest für einen Teil der Kunden nun offenbar eine Alternative. Darüber hinaus treibt auch der Landkreis Aurich, der dabei mit Vodafone zusammenarbeitet, seinen Breitbandausbau weiter voran.

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