Trainermarkt Bezirksliga  Wallinghausener Trainer hört zum Saisonende auf

| | 26.01.2024 12:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Das Wallinghausener Gespann mit Trainer Ewald Mühlenbrock (rechts) und Kotrainer Albert Folkers wird bis zum Saisonende die Geschicke an der Seitenlinie leiten. Danach gibt Mühlenbrock sein Amt bei den Grün-Weißen auf. Folkers hält sich in Sachen seiner Zukunftsplanung noch bedeckt. Foto: Helmut Vortanz
Das Wallinghausener Gespann mit Trainer Ewald Mühlenbrock (rechts) und Kotrainer Albert Folkers wird bis zum Saisonende die Geschicke an der Seitenlinie leiten. Danach gibt Mühlenbrock sein Amt bei den Grün-Weißen auf. Folkers hält sich in Sachen seiner Zukunftsplanung noch bedeckt. Foto: Helmut Vortanz
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Weshalb der Auricher Ewald Mühlenbrock beim Fußballbezirksligisten SV Wallinghausen zum Saisonende sein Amt abgibt. Der Verein hat ein Profil für einen Nachfolger.

Wallinghausen – Anfang Juni beendet der Auricher Ewald Mühlenbrock sein Amt als Trainer beim Fußballbezirksligisten SV Wallinghausen. Auf eigenen Wunsch hin. Dann endet mit dem Heimspiel gegen TuRa Westrhauderfehn sein zweijähriges Gastspiel bei den Grün-Weißen. So sein Plan. Er führt zwei Motive für seine Entscheidung ins Feld. Der Vermögensmanager der Sparkasse Aurich-Norden hob im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten den hohen zeitlichen Einsatz als Trainer hervor. Zum anderen hat er nach und nach Freude an der Seitenlinie verloren. So ist es konsequent, den Platz freizumachen. Für einen Jüngeren, so der 60-Jährige. Eine Vorlage für Vereinschefin Lina Bünting. Sie lobte die bisherige Arbeit von Mühlenbrock: „Er hat die junge Mannschaft stabilisiert und zu einem Team gemacht.“

Diese Aufgabe wollen die SVW-Verantwortlichen zukünftig in jüngere Hände legen. Gesucht wird ein junger, aber auch schon erfahrener Trainer, der eine talentierte Mannschaft mit vielen Studenten und Nachwuchsspielern in der Bezirksliga etabliert, so Bünting. Erste Gespräche wurden geführt, Namen blieben unter Verschluss. Für Mühlenbrock und Kotrainer Albert Folkers liegt der Fokus nun auf Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte. Bereits am 4. Februar steht ein Testspiel beim FC FW Zetel an. Das erste Punktspiel ist am 24. Februar in Norden auf Kunstrasen terminiert. Danach folgen fünf Spiele im März. Die Heimspiele gegen Aurich (3. März) und Wiesmoor (17. März) hält Kotrainer Folkers für sehr ambitioniert: „Ich glaube nicht, dass die Stadt Aurich unseren Platz bis dahin auf Vordermann gebracht hat. Das dauert einfach seine Zeit.“

Belastung für Spieler und Trainer

Und so wird es bis zum Ende der Saison einen eng getakteten Spielplan mit Spielen an Feiertagen und in den Wochen geben. Darüber macht sich Trainer Mühlenbrock so seine Sorgen und fragt sich: „19 Spiele in 14 Wochen. Wie soll das funktionieren? Das ist eine große Belastung für Spieler und Trainer. So geht der Spaßfaktor verloren.“ Nicht nur wegen des engen Terminkalenders hat Mühlenbrock mehr und mehr die Freude verloren. Auch die Spielerabwerbungsversuche anderer Vereine über die sozialen Medien verderben ihn die Lust. Dabei stehen besonders junge Spieler im Fokus der Konkurrenz.

Das sei nicht verwunderlich, so Mühlenbrock, denn Wallinghausen habe eine sehr talentierte Mannschaft mit guten Nachwuchsspielern am Start. Das habe sich in der Szene herumgesprochen. Die sportliche Lage: Beim SV Wallinghausen ist Mittelmaß angesagt. Der Dritte der vergangenen Saison verabschiedete sich mit Platz zehn in die Winterpause. 17 Zähler in 13 Spielen betrug die Ausbeute der Grün-Weißen. Der Abstand zum Tabellenzweiten Germania Leer, der bisher ebenfalls dreizehn Mal spielte, beträgt 18 Punkte. Weit weg für den SVW. Dazu merkte Mühlenbrock an: „17 Punkte reichen nicht aus, um in der Liga zu bleiben. 35 sollten es mindestens sein. Ich bin optimistisch, dass wir es schaffen werden.“

Grandiose Rückrunde erhofft

Kotrainer Folkers sagte auf ON-Nachfrage: „Klar müssen wir schnell noch punkten, damit die Lage für uns etwas gemütlicher wird. Ich erinnere aber nur an die vergangene Saison, als wir mit einer grandiosen Rückrunde am Ende Dritter geworden sind.“ Für die magere Zwischenbilanz führte der 58-Jährige mehrere Gründe ins Feld. Die Saisonvorbereitung verlief nicht so wie gewünscht. Es fehlten einige Spieler urlaubsbedingt, sodass das Wallinghausener Trainergespann nie mit dem ganzen Kader über einen längeren Zeitraum trainieren konnte.

Im ersten Teil der Saison fielen dann einige Stammspieler verletzungsbedingt für längere Strecken aus. Die Verletztenliste bis zur Winterpause war immer wieder lang. Folkers nannte beispielhaft Bent Bogena, Lukas Günsel, Finn Ottersberg oder Marvin Dahlke. Mühlenbrock sprach von „einer „heftigen Verletzungsmisere“ schon zu Saisonbeginn mit Folgen für die Nachwuchsspieler. „Wir mussten unsere Pläne ändern. Unsere jungen Spieler mussten wir viel früher bringen, als wir uns das gedacht hatten.“ Selten lief der SVW in Bestbesetzung auf. Von Woche zu Woche musste Mühlenbrock die Startelf verändern. Und so kassierte Wallinghausen die eine oder unnötige Niederlage bis zur Winterpause. Dazu zählte er die 2:3-Pleite bei der SpVg Aurich, als die Grün-Weißen dominierten und eine 2:0-Führung in der Schlussphase noch aus der Hand gaben.

Nach Pleite keine Trainerdiskussion

Kurios war auch das 0:7 beim TV Bunde. Zur Pause hatte es noch 0:0 gestanden. Danach brach der SVW ein und kassierte die höchste Niederlage in der laufenden Saison. Diese Klatsche hätte bei anderen Vereinen eine Trainerdiskussion ausgelöst, nicht so beim SVW, meinte Folkers und betonte: „Wir sind ruhig und gelassen geblieben. Das ist so unsere Art.“

Drei Wochen später zeigten die Grün-Weißen ein anderes Gesicht. Sie feierten beim Aufsteiger TuS Hinte einen 6:0-Erfolg. „Dort hat es so richtig gefunkt“, freute sich Folkers. Es funkte aber viel zu wenig beim SVW.

„Leider fehlt uns ein richtiger Knipser“, analysierte Trainer Mühlenbrock. Ebenso seien einige Offensivkräfte verletzt gewesen und die jungen Spieler benötigten noch Zeit, so der Trainer. Diese Zeit wird sich wohl sein Nachfolger nehmen, müssen, wenn erneut A-Jugendliche aus der Wallinghausener Talentschmiede in die 1. Herren drängen.

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