Bewerbungen liegen vor Großes Interesse an neuem Ehrenamt
Die Gemeinde Südbrookmerland schafft ein neues Ehrenamt und das Interesse ist groß. Gleich vier Personen wollen Inklusionsbeauftragte werden. Nun haben sie sich vorgestellt.
Südbrookmerland - Gleich vier Personen, drei Männer und eine Frau, wollen sich in Südbrookmerland für die Belange von Senioren und Menschen mit Behinderungen einsetzen. Jetzt präsentierten sie ihre Vorstellungen und Ziele in einer öffentlichen Sitzung der Politik. Teilweise schien es dabei jedoch, als unterschieden sich diese deutlich von denen der Mitglieder des Gemeinderates.
Wilbert Müller, Almut Rickels und Detlef Wilken nutzten die Gelegenheit, sich den Mitgliedern des Ausschusses für Schulen, Kindertagesstätten und Soziales vorzustellen. Rikus Hinrichs, vierter Bewerber, war bei dem Termin aus gesundheitlichen Gründen verhindert, reichte aber schriftliche Unterlagen nach.
Verfahren erinnerte an Castingshow
Den anderen drei Bewerbern stand in der Sitzung etwas bevor, das ein wenig an eine Casting-Show erinnerte. In jeweils fünf Minuten Redezeit sollten sie sich vorstellen und grob umreißen, wie ihre Arbeit als Inklusionsbeauftragte aussehen soll. Den Anfang machte dabei Almut Rickels. Die 54-jährige gelernte Hotelfachfrau arbeitet seit Ende der 90er-Jahre für das Land Niedersachsen. Darüber hinaus engagiert sie sich als Familienlotsin und als Hospizbegleiterin. Ihre Maxime: „Alle Menschen können überall mitmachen.“
Wilbert Müller ist 55 Jahre alt und lebt in Oldeborg. Schon jetzt unterstützt er ältere Bürger, insbesondere bei der Bearbeitung von Rentenanträgen. Sein Wissen dazu habe er sich selbst angeeignet. Nun wolle er dieses zum Wohle älterer und beeinträchtigter Menschen in Südbrookmerland einsetzen. Der „Kampf“ gegen Kranken- und Pflegekassen sowie den Medizinischen Dienst mache ihm Spaß.
Früherer Amtsinhaber tritt wieder an
Die wohl größte Erfahrung in den von der Gemeinde geforderten Tätigkeiten hat Detlef Wilken. Über Jahre war er bereits als Behindertenbeauftragter in Südbrookmerland im Einsatz. Vor Jahren habe er zudem einen Freundeskreis für behinderte und nicht behinderte Menschen gegründet. Er habe an Plänen für Bushaltestellen mitgearbeitet und sich ein Netzwerk in ganz Niedersachsen aufgebaut.
Eines hatten alle drei Bewerber gemein: Sie sehen einen Schwerpunkt ihrer Arbeit in der Beratung und Unterstützung bei Antragstellungen und anderen Behördenangelegenheiten. Und das rief unter anderem Berthold Lübben (SPD) auf den Plan. „Inklusion ist mehr als Anträge ausfüllen“, sagte der SPD-Politiker. Er wünsche sich auch eine beratende Funktion, unter anderem in Ausschüssen. „Wir sind schon gut, aber wir wollen noch besser werden“, so Lübben. Sophia Ulferts-Dirksen (FWG) wollte von den Bewerbern wissen, ob sie planten, regelmäßige Beratungsangebote im Rathaus einzurichten. Dies könnte allerdings daran scheitern, dass keiner der drei Bewerber über ausreichend Tagesfreizeit verfügt. Sie sehen den Schwerpunkt ihrer Arbeit am Abend.
Rikus Hinrichs konnte auf derartige Fragen nicht antworten. Seine schriftliche Vorstellung wurde dem Sitzungsprotokoll als Anlage beigefügt. Er habe Erfahrungen durch die Gründung der Arbeitsloseninitiative Aurich gesammelt. Auch er zählt die Hilfestellung bei Problemen mit Behörden zu seinen Aufgaben und möchte die Öffentlichkeit auf Probleme aufmerksam machen, und nach Lösungen mit allen Beteiligten suchen.
So geht es nun mit der Stellenbesetzung weiter
Bei dem Posten des Inklusionsbeauftragten für Südbrookmerland handelt es sich um ein Ehrenamt. Der spätere Stelleninhaber erhält eine Aufwandsentschädigung. Die drei, die in der Sitzung anwesend waren, waren sich auf Nachfrage einig, dass sich der Einsatz für die Belange von Senioren und von Menschen mit Behinderungen gut miteinander verbinden ließen. Wer am Ende die Chance bekommt, dies unter Beweis zu stellen, wird nun in den einzelnen Fraktionen und Gruppen des Gemeinderates beraten. In der nächsten Sitzung des Ausschusses soll dann abgestimmt werden. Diese ist derzeit für Anfang April geplant.