Dart-WM in London  Ostfriesen im Tempel der Pfeilewerfer

| | 05.01.2024 15:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Großefehntjer Olaf Strasburger als Super Mario und seine Freundin Imke Buchholz als Prinzessin Peach erlebten im legendären Alexandra Palace („Ally Pally“) schöne und stimmungsvolle Momente während der Dart-Weltmeisterschaft in London. Fotos (2): privat
Der Großefehntjer Olaf Strasburger als Super Mario und seine Freundin Imke Buchholz als Prinzessin Peach erlebten im legendären Alexandra Palace („Ally Pally“) schöne und stimmungsvolle Momente während der Dart-Weltmeisterschaft in London. Fotos (2): privat
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Ein Zufall brachte den Großefehntjer Olaf Strasburger mit seiner Freundin zur Dart-WM. Sie erlebten im Ally Pally einen klasse Tag. Das galt nicht für deutsche Werfer.

London/Großefehn – Party-Stimmung unter den Zuschauern und spannende Spiele auf der Bühne im legendären Alexandra Palace („Ally Pally“), so beschrieb der Großefehntjer Olaf Strasburger seine persönlichen Eindrücke von der Dart-Weltmeisterschaft in London. Ein Zufall brachte ihn und seine Freundin Imke Buchholz ins „Ally Pally“.

Bei der Dart-WM in London waren deutsche Fangesänge und Schlachtrufe deutlich im „Ally Pally“ zu hören. Foto: DPA
Bei der Dart-WM in London waren deutsche Fangesänge und Schlachtrufe deutlich im „Ally Pally“ zu hören. Foto: DPA

Die beiden hatten sich schon im Sommer für einen mehrtägigen Urlaub in der britischen Hauptstadt eine Unterkunft gesichert. Die Dart-WM stand da noch nicht auf ihrem Besuchsprogramm. Strasburger, Fußballer des TuS Weene und seit einiger Zeit auch begeisterter Darter bei den Schwarz-Gelben, stöberte Mitte Dezember durch die Kleinanzeigen-Portale und wurde fündig. Er bekannte: „Ich hatte großes Glück. Normalerweise werden Karten nur noch für großes Geld angeboten, aber ich bekam zwei Tickets für jeweils 100 Euro. Das war kurz vor Weihnachten ein schönes Geschenk.“

Als Super Mario und Prinzessin Peach unterwegs

Und so ging es am 26. Dezember auf nach London. Im Gepäck Kostüme für den Besuch des „Ally Pally“. Verkleidung aller Art, wie beim Karneval, sind für die WM-Zuschauer zu einem Ritual geworden. Strasburger kam als Super Mario daher. Seine Freundin schlüpfte in die Rolle von Prinzessin Peach. Ihre Tickets galten am 27. Dezember für die Duelle am Nachmittag. Sie sahen die Auftritte der beiden deutschen Werfer Martin Schindler und Gabriel Clemens. „Wir haben gute Pfeile gesehen“, meinte Strasburger, „besonders beim Duell von Schindler gegen Scott ging es sehr spannend zu.“ Ein Fest für die Zuschauer. Unter den mehr als 3000 Besuchern machten sich die deutschen Anhänger deutlich bemerkbar, so der 30-Jährige. „Oh wie ist das schön“ und „ohne Deutschland wäre hier nichts los“, hallte es durch die Halle. Die Schlachtgesänge verfehlten aber ihre Wirkung. Am Ende des Nachmittags waren Schindler und Clemens ausgeschieden. Für Super Mario und Prinzessin Peach war das aber kein Problem.

Olaf Strasburger im Vorgarten des Alexandra Palace. Für ihn ein Moment der Freude.
Olaf Strasburger im Vorgarten des Alexandra Palace. Für ihn ein Moment der Freude.

„Wir hatten unseren Spaß und viel Freude im „Ally Pally“. Das ist ein bleibendes und nachhaltiges Erlebnis“, so Strasburger. Der Besuch im „Tempel der Darter“, dürfte für ihn und seine Freundin wohl nicht der letzte gewesen sein. Wer einmal „Ally Pally“ hautnah erlebt und geschnuppert hat, der kommt wieder, so der Fehntjer.

Moordorfer will Wunderkind Littler sehen

In diese Kerbe schlug auch der Moordorfer Simon Weber. Der Vorsitzende des Dart Club Moordorf erlebte bei der WM 2023 einen Wettkampftag im „Ally Pally“. Er sorgte als Obelix für Aufsehen und musste mehrfach für Fotos Pate stehen. Für ihn ein unvergesslicher Tag. Diesmal hätte er gerne das Wunderkind Luke Littler live gesehen. Der 16-Jährige unterlag erst im WM-Finale Luke Humphries. Dazu merkte Weber an: „Für seine 16 Jahre hat Littler verdammt abgezockt geworfen. Er sieht eher wie Ende 20 aus. Zum Schluss hat Humphries geliefert und verdient gewonnen.“ Und so hat Weber bei der nächsten WM die Chance, Littler hautnah im „Ally Pally“ beim erneuten Ansturm auf den Dart-Olymp zu sehen. Eine Idee für ein Kostüm hat der Moordorfer auch schon. „Vielleicht als Sumoringer“, flachste Weber, der gegenwärtig verstärkt auf sein Gewicht achtet und den einen oder anderen Kilo loswerden will.

Strasburger hat die heiße Schlussphase der Dart-WM zu Hause verfolgt. Er hatte sich einen Beamer und eine Leinwand gekauft, die neben dem Board hing. So warf er Pfeile auf die Scheibe und sah nebenbei, was auf der WM-Bühne geschah. Am Ende sah er einen siegreichen Humphries, der verdient gewonnen habe. Die Zeit von Luke Littler werde noch kommen, meinte er.

Die wohl spannendste Sportart

Sein Vereinskollege Dirk Saathoff saß während der WM viele Stunden vor dem Fernseher. „Abends habe ich fast alles gesehen. Es war oft megaspannend. Besonders das Finale.“ Selbst vom Sofa aus hat ihn die Stimmung im „Ally Pally“ begeistert und die Spiele gefesselt. Im Saal ging die Post ab, während auf der Bühne die Pfeile flogen, so Saathoff. Für ihn zählt Dart zu den spannendsten Sportarten der Welt. Er kann sich am Wochenende beim 3. Ranglistenturnier des Dartverbands Weser-Ems in Bakum beweisen. Von dort ist der Weg bis zur WM in London zwar noch weit, aber auch nicht unerreichbar.

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