Aktion „Ein Funken Hoffnung“ Kurz vor Weihnachten fahren wieder beleuchtete Trecker
Ostfriesische Landwirte schmücken in der Woche vor Weihnachten ihre Traktoren und machen drei Lichterfahrten in Aurich und Wittmund. Dabei hatten sie mal überlegt, die Touren aus Protest auszusetzen.
Aurich/Wittmund - Sie fahren doch: An drei frühen Abenden in der Woche vor Weihnachten werden aller Voraussicht nach wieder Landwirte mit geschmückten Traktoren durch den Altkreis Aurich, den Altkreis Norden und den Landkreis Wittmund fahren. Noch warten die Organisatoren vom Verein Land schafft Verbindung (LsV) Ostfriesland auf die abschließenden Zusagen der Genehmigungsbehörden.
Laut LsV-Sprecher Fokko Schumann liegt den Organisatoren bisher eine mündliche Genehmigung des Landkreises Wittmund vor. Für die Fahrten im Landkreis Aurich erwarte der Verein die Genehmigung der Landesbehörde für Verkehr.
Fahrten an drei Tagen nacheinander
Gefahren wird diesmal ausschließlich unter der Woche. Als die Lichterfahrten im Jahr 2020 als „Ein Funken Hoffnung“ für die Kinder im Corona-Lockdown anfingen, sausten die bunt beleuchteten Trecker sonnabends über die Straßen. Seitdem haben die Landwirte laut Schumann aber die Erfahrung gemacht, dass an den Wochenenden viele andere Veranstaltungen stattfinden und an Wochentagen einfach mehr Leute am Straßenrand stehen.
Deshalb sollen die Fahrten in diesem Jahr am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vor Weihnachten stattfinden. Am 19. Dezember führt die Strecke von Riepe an Aurich vorbei nach Middels, so Schumann. Am 20. Dezember treffen sich die Teilnehmer in Rechtsupweg und fahren nach Norden. Das Ende der Tour ist in Siegelsum. Am 21. Dezember folgt dann noch eine Fahrt von Westerholt nach Wittmund.
Eine Sternfahrt ist in diesem Jahr nicht geplant. Der Aufwand sei schlichtweg sehr hoch - sowohl für die Organisatoren als auch für die Ordnungsbehörden, die die Teilnehmer begleiten und den Korso absichern.
An mehreren Orten wurden Touren abgesagt
Dass die Lichterfahrten stattfinden, ist nicht selbstverständlich. In Bayern wurden geplante Touren angesichts der hohen Auflagen wieder abgesagt. Und in der Vorder- und Südpfalz haben die Landwirte in diesem Jahr aus Protest gegen die Landwirtschaftspolitik die Touren selbst abgeblasen.
Laut Schumann hatte auch der ostfriesische LsV-Vorstand erwogen, die Fahrten ausfallen zu lassen. Auch die ostfriesischen Landwirte leiden unter gestiegenen Kosten und ärgern sich über so manche politische Regulierung.
Auf Nachfrage nannte Schumann beispielsweise die neue Stilllegungsquote und den Zwang zur Fruchtfolge. In einem nassen Herbst wie diesem bedeute das auf vielen Maisäckern, dass die Zwischenfrucht oder eine Winterfrucht nach der sehr späten Ernte nicht mehr eingebracht werden konnte – die starren Vorgaben kosten die Landwirte nun Ertrag im nächsten Jahr.
„Das Wetter macht weder vor der Politik noch vor den Landwirten Halt“, so Schumann. Die Betriebe wollten einfach nach guter fachlicher Praxis wirtschaften – ohne Vorgaben, die auf wechselnde Bedingungen keine Rücksicht nehmen. „Diese Eingriffe sind langsam nicht mehr schön“, so der LsV-Sprecher.
Mitglieder wollen unbedingt fahren
Gleichwohl hätten die Mitglieder den Vorstand überzeugt, dass trotzdem gefahren werden soll. Politik und der Wunsch, Kindern eine Freude zu machen, seien unterschiedliche Dinge. Deshalb seien viele Landwirte auch bereit, sich trotz der Dieselkosten auf den Weg zu machen.
„Aber wegen dieser Diskussion sind wir in diesem Jahr auch recht spät unterwegs“, so Schumann. Offenbar wollen nun aber sehr viele Landwirte fahren. Der LsV rechnet mit einer sehr hohen Teilnehmerzahl.
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