Dart-Ranglistenturnier  Mit Taschenwärmern zum Dartturnier in die Sporthalle

| | 08.12.2023 12:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Schonzeit für Darter Dirk Saathoff (vorne) vom TuS Weene ist vorbei. Nach seinem unerwarteten Auftaktsieg beim 1. Ranglistenturnier in Holdorf haben ihn seine Gegner am zweiten Spieltag am Sonntag in der Sporthalle Moorhusen auf dem Schirm. Foto: Wilfried Gronewold
Die Schonzeit für Darter Dirk Saathoff (vorne) vom TuS Weene ist vorbei. Nach seinem unerwarteten Auftaktsieg beim 1. Ranglistenturnier in Holdorf haben ihn seine Gegner am zweiten Spieltag am Sonntag in der Sporthalle Moorhusen auf dem Schirm. Foto: Wilfried Gronewold
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Wie sich hiesige Pfeilewerfer auf das zweite Ranglistenturnier in Moorhusen vorbereiten und vor was sie sich fürchten. Einige Favoriten kommen aus der Umgebung.

Moorhusen - Wenn Henning Saathoff, Darter des TuS Weene, am Sonntagvormittag die ersten Pfeile in der Sporthalle Moorhusen auf die Scheiben beim 2. Ranglistenwerfen des Dartverbandes Weser-Ems (DVWE) im Steeldart werfen wird, dann ist er vorbereitet. „The global Equalizer“, so ist sein Spitzname in der Szene, fürchtet zwar keinen der namhaften Gegner, aber er sorgt sich um seine Wurfhand.

Geschmeidige Hände

„Die sollte schon warm und geschmeidig bleiben, damit man ein gutes Gefühl beim Werfen hat“, so Saathoff. Damit ihm das auch gelingt, hat er entweder einen Becher mit heißem Kaffee am Start oder Taschenwärmer in der Hosentasche. Saathoff ist einer von 78 gemeldeten Dartern für die Herrenkonkurrenz. Sie werden ab 11 Uhr gruppenweise um den Einzug in die K.-o.-Runden spielen, ehe das Finale am späten Nachmittag ansteht. Dazu gesellt sich ein Frauenwettbewerb mit fünf Teilnehmerinnen sowie ein Jugendturnier mit zwei Werfern.

Die Moordorfer Darter Dennis Akhtar (oben, Zweiter von rechts) und Marco Peters (unten, Zweiter von rechts) zählen zum Favoritenkreis. Foto: privat
Die Moordorfer Darter Dennis Akhtar (oben, Zweiter von rechts) und Marco Peters (unten, Zweiter von rechts) zählen zum Favoritenkreis. Foto: privat

Der Austragungsort Moorhusen stand bei der Planung der vier Ranglistenturniere in Weser-Ems am Anfang nicht auf dem Kalender. Weil der vorgesehene Veranstalter aus Rhauderfehn einen Rückzieher machte, benötigte der Dartverband eine Alternative. Sportwart Jens Goda fragte Anfang November beim DC Moordorf an. Vereinschef Simon Weber signalisierte Interesse und holte noch den Nachbarverein DC „Friesenstolz“ Victorbur mit ins Boot. Dann ging alles sehr schnell über die Bühne. Auch deshalb, weil die Teamarbeit zwischen beiden Vereinen funktionierte, meint Weber. Die Sporthalle Moorhusen wurde gebucht. Sie wird am Sonnabend hergerichtet. Ein Arbeitskommando legt Teppiche aus, stellt die Dartboards auf und installiert die Technik für den Ergebnisdienst. Es wird Bratwürste und Pommes geben. Ebenso stehen Warm- und Kaltgetränke bereit. Ein hiesiger Dartshop bietet Dartzubehör an.

Turnier soll keine Eintagsfliege sein

Auch Holger Janssen vom DC „Friesenstolz“ Victorbur gehört zum Orgateam. Nicht nur das. Er hat sich auch für die Herrenkonkurrenz angemeldet.

Janssen: „Ich hoffe, dass ich beides unter einen Hut bringen werde. Aber ich denke, dass wir die Dinge gut koordiniert und vorbereitet haben.“ Er und seine Mitstreiter betreten Neuland. Es ist das erste Turnier dieser Art, das in Ostfriesland ausgetragen wird. Deshalb gilt: Erfahrungen sammeln und schauen, was in Zukunft geht. Janssen betont: „Das soll keine Eintagsfliege werden. Wir wollen uns für zukünftige Turniere empfehlen.“ In sportlicher Hinsicht erwartet er einen offenen Ausgang. „Zum einen kann jeder jeden schlagen und zum anderen muss es an so einem Tag einfach gut laufen“, so der Darter ohne einen Spitznamen. Die Tagesform und Nervenstärke entscheiden über den weiteren Turnierverlauf.

Hiesige Dartgrößen mit Siegeschancen

Henning Saathoff ergänzt: „Ich muss meinen Kopf unter Kontrolle bringen und mich beim Werfen entspannen.“ Wenn er auf die Meldeliste schaut, dann muss er nicht lange überlegen, wer zum Favoritenkreis gehört. Dazu zählt er die hiesige Dartgröße Dennis Akhtar, der über die Grenzen seines Vereins DC Moordorf bekannt ist. Hoch im Kurs steht auch Daniel Sabelhaus, der in den vergangenen Jahren bei den Ranglistenturnieren vorne zu finden war. Zu beachten ist auch Ralf Huesmann (SV Alfhausen), der 2022 Europameister im Para-Dart mit der deutschen Nationalmannschaft wurde. Er hat sich den Spitznamen „one Leg“ (ein Bein) zugelegt. Grund: Huesmann wurde vor einigen Jahren ein Unterschenkel amputiert.

Darüber hinaus traut Henning Saathoff seinem Vereinskameraden Dirk Saathoff, der „Blitz“ genannt wird, eine gute Platzierung zu. Dass er es kann, bewies Saathoff beim ersten Ranglistenwerfen in Holdorf (Landkreis Vechta). „Blitz“ schubste namhafte Konkurrenten von Runde zu Runde aus dem Turnier und gestaltete auch das spannende Finale siegreich. Das war eine dicke Überraschung in der Szene.

Der Ranglistenerste setzt auf Sieg

So tritt Saathoff als der aktuelle Ranglistenerste in Moorhusen an. Sein neuer Status ist für ihn Fluch und Segen zugleich. Zum einen wirft er nicht mehr unter dem Radar. Seine Gegner haben ihn jetzt auf dem Schirm und nehmen ihn ernst. Zum anderen fütterte dieser Turniererfolg sein Selbstvertrauen. Er meint selbstbewusst: „Ich will auch dieses Turnier gewinnen. Das ist mein Ziel.“

Auch er sieht die Moordorfer Dennis Akhtar und Marco Peters vorne. Ebenso Daniel Sabelhaus.

Das Entscheidende sind die Doppelfelder

Er hat in den vergangenen Tagen hin und wieder mit seinem Vereinskamerad Henning Saathoff trainiert. Dabei lag sein Fokus auf den Doppelfeldern. „Das Entscheidende sind nicht unbedingt die Punkte, sondern das Ausmachen in den Doppel. Darauf lag mein Fokus im Training“, so Saathoff. Den letzten Schliff holen sich Saathoff und all die anderen Teilnehmer ab 9 Uhr in der Sporthalle. Rund 30 bis 40 Minuten werfen sie sich an den Boards in der Halle ein.

Saathoff nennt das „Kalibrierzeit“. „Es geht darum“, sagt er, „die Boards kennenzulernen, den optimalen Abwurfpunkt und den richtigen Schwung zu finden.“

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